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Mo., 18. Juli 2022, 11:29 Uhr
KAMPFKUNST: Emotionale Momente nach zweijähriger Zwangspause
Endlich wieder Black Belt Gala
Marvin Stahlheber bei seinem Sprungbruchtest (Vorführung der Schwarzgurte)
Nach zwei Jahren Abstinenz konnte die Black Belt Kampfkunstakademie den Mozartsaal im Wormser mit ihrer Kampfkunstgala wieder bis auf den letzten Platz füllen.
Das Motto: „Wir Eltern, Lehrer und Bezugspersonen sind die Helden unserer Kinder“ und so standen zum Ende der Veranstaltung über 200 Schüler auf der Bühne zum Abschlussfoto.
Für erste emotionale Momente sorgte die Show der Drachenherzkinder, Drei- bis Sechsjährige. War es doch für viele ein erster Schritt ins Rampenlicht, wobei einige Eltern sich aufgeregter zeigten als die Budo Taekwondo Kinder selbst. Es folgten die weiteren Gürtel- und Altersgruppen mit ihren Darbietungen.
Disziplin, Ruhe und Konzentration
Grüngurte sorgten dann für echte Gänsehautmomente. Sie hatten sich viel vorgenommen und entsprechend oft geprobt, was man dann im Ergebnis auf der Bühne bewundern konnte. Es waren aber nicht nur die gelungenen Bruchtests oder Selbstverteidigungstechniken, sondern die Disziplin, die Ruhe und Konzentration, die jeder einzelne an den Tag legte. Jeder konnte sich auf den anderen verlassen, was besonders durch den lang anhaltenden Applaus gewürdigt wurde.
Estelle Laloi setzte mit ihrem Vortrag „das Glück“ ins richtige Licht. Denn Glück ist für alle da, man muss es sich nur holen, man muss es suchen, man muss es auch manchmal einfach nur zulassen, man muss vor allem aber was dafür tun. Wie hat Albert Einstein schon gesagt: „Die reinste Form des Unsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und zu hoffen, dass sich etwas ändert“.
Dem Thema Pubertät näherten sich auf ironische Weise Lara Schneider, 6 Jahre aus Worms und Leni Garbe (Einselthum), die jetzt im Sommer in die Schule kommt. Mit einem kleinen erhobenen Zeigefinger zeigten sie, dass Pubertät doch super ist, wenn man anfängt zu glauben, dass man schlauer ist als seine Eltern oder seine Lehrer. Und sie es nicht verstehen können, dass so viele Eltern davor Angst haben, wenn ihre Kinder zu Erwachsenen werden. Sie zogen die Sympathie der ganzen Halle auf sich und sorgten für Lachen und erstaunte Gesichter bei den Gästen.
Tradition der Black Belt Gala ist es, dass alle Rotgurt-Schüler/innen einen Gitterstein auf der Bühne vor dem erstaunten Publikum zerschlagen. Hochmotiviert machten sie sich ans Werk und zertrümmerten sieben von acht Steinen. Die Rotgurte stehen unmittelbar vor ihrer Dan-Prüfung zum Schwarzgurt und bekommen so ein Gefühl für den Moment und die Herausforderung an sich. Ein Großteil der Zuschauer hatte zuvor noch nie solch ein Steinbruchtest live gesehen und sorgten für absolute Stille im Saal, bevor es dann in tosenden Applaus endete.
„Ich Kann Das“-Prinzip Anna Heimann widmete sich einem weiteren wichtigen Thema. Dem „Ich Kann Das“ -Prinzip unserer Kampfkunstschule, das wir an uns glauben müssen und sobald etwas gegen unsere innere Überzeugung geht, wir anfangen zu kämpfen, selbst wenn es im Moment aussichtslos scheint. Denn Sieger zweifeln nicht und Zweifler siegen nicht.
Das absolute Highlight war die Schwarzgurt Demo, die unser Budo Taekwondo nochmal in seiner ganzen Bandbreit vorstellte. Von spektakulären Sprungbruchtests bis zur Messerabwehr war alles dabei. Selbst unser ältester Dan-Träger, Jürgen Songarden, ließ es sich nicht nehmen, mit 70 Jahren Teil des ganzen Teams zu sein.
Man konnte die Spannung in der Halle spüren, als nach der Show die drei neuen Dan-Träger: Adrian Pony (17 Jahre), Doris Vögeli (55 Jahre) und Ina Rohwer (17 Jahre) nach über zehn Jahren Training ihren bestickten Gürtel mit allen Ehren umgebunden bekamen.
Nach drei Stunden standen dann alle Schüler zum gemeinsamen Gruppenfoto noch einmal auf der großen Bühne des Mozartsaals. Nach zwei Jahren Zwangspause ein voller Erfolg für die Verantwortlichen Dana Ulrich, Sozialpädagogin und Uwe Mandler, Budopädagoge. Die anschließende Aftershowparty auf dem wohl schönsten Spot von Worms, dem Balkon des Wormser Theater, wurden dann noch die letzten Reserven weggetanzt.