RHEINLAND-PFALZ: Erste Schüler können ab 27. April wieder den Unterricht besuchen
Endlich wieder die Schulbank drücken
In Worms waren es zunächst die Schulen des Bildungszentrums, die geschlossen wurden. Nun sind es die Abiturienten und Berufsschulabgänger, die zuerst wieder die Schulen besuchen dürfen. Archivfoto: Robert Lehr
VON VERA BEIERSDÖRFER Gespannt wartete ganz Deutschland auf die Beschlüsse, die am Mittwoch gemeinsam von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Absprache mit den Ministerpräsidenten der Länder hinsichtlich möglicher Lockerungen der Corona-Regelungen gefasst wurden. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer teilte das Erarbeitete am Mittwochabend in einer Presseerklärung mit. Zunächst lobte sie das Verhalten und die Bemühungen der Bürger, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Schränkte dann aber direkt ein: "Wir müssen mit dem Virus weiterleben". Deshalb bleibe das umfassende Kontaktverbot bis zum 3. Mai bestehen.
Für Eltern und Schüler pressierte die Frage, wie es mit dem Unterricht im restlichen Schuljahr weitergeht? Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) erläuterte, dass die bisher bestehende Notbetreuung an Schulen und auch in Kitas ab 20. April fortgesetzt wird. Am 27. April sollen dann zunächst Abiturienten oder Berufsschüler, die ihre Prüfungen in diesem Sommer ablegen, wieder zur Schule gehen. Schüler, die im nächsten Schuljahr ihre Abschlussprüfungen haben, werden am 4. Mai den Unterricht besuchen können. Zudem dürfen dann auch wieder Viertklässler in die Grundschule.
Wider den Vorschlag der Experten der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina, hat sich Rheinland-Pfalz somit in manchen Punkten anders entschieden. Das Gremium hatte zu Beginn der Woche empfohlen, als Erstes Grundschulen und die Sekundarstufe I unter Einhaltung verschiedener Maßnahmen schrittweise zu öffnen. Das Land habe sich aber gegen diesen Rat entschieden, da vor allem jüngere Schüler die Abstandsregeln nicht einhalten könnten, erläuterte Ministerin Hubig. Zudem sei ebenfalls klar, dass der Unterricht nicht so stattfinden könne, wie er vor der Corona-Krise abgehalten wurde. Geplant sei es Klassen aufzuteilen, um kleinere Lerngruppen zu beschulen, was natürlich Änderungen der bisherigen Stundenpläne mit sich bringt. Daher sind die Schulen aufgefordert, ein Konzept zur stufenweisen Schulöffnung auszuarbeiten.