
Von Marcus Diehl › Eine turbulente Schlussphase im Uwe-Becker Stadion. Die Schlussminute ist gerade angebrochen. Das Heimteam liegt mit 0:1 im Hintertreffen und es bahnt sich eine weitere Niederlage an. Fünf Minuten später liegt der komplette Kader der TSG Pfeddersheim aufeinander und bejubelt den 2:1 (0:0) Siegtreffer. Eine Energieleistung der Mannschaft brachte den Erfolg und damit weiterhin die Hoffnung auf den Klassenerhalt. Der eiserne Wille war der Grundstein, um dieses Spiel noch zu drehen und für sich zu entscheiden.
Beide Teams brauchten die drei Punkte im Kampf um den Nichtabstieg. Dementsprechend war es eine umkämpfte Partie, die nur mit Einsatz und Gier gewonnen werden konnte. Die TSG trat wieder einmal mit einem stark begrenzten Kader an. Nach dem Ausfall von Pascal Schmidt (Kreuzbandriss), nahm im Vergleich zum letzten Spiel, noch ein Feldspieler weniger aus dem Oberliga-Kader auf der Bank Platz. Je zwei Spieler aus der Zweiten Mannschaft und der A-Jugend füllten den Kader auf.
Negativ aus TSG-Sicht war das torlose Unentschieden bis zur Pause. Beste Gelegenheiten wurden nicht in Tore umgemünzt. Lion Schubach konnte einen guten Spielzug nicht nutzen und er traf nur das Außennetz. Bei einem Freistoß, knapp vor der Sechzehnmeterlinie, scheiterte Aykan Aydin am Baumholder Torhüter. Mittelstürmer Ryoji Matsumura konnte unter Bedrängnis den Ball auch nicht ins gegnerische Tor bugsieren. Trainer Björn Miehe: „Dieses Dilemma zieht sich ja schon durch die ganze Saison.“ Noch ärgerlicher wäre gewesen, wenn der abgefälschte Schuss der Gäste im Kasten von Sören Pätzold eingeschlagen hätte. Baumholder besaß zwar einige Prozente mehr an den Spielanteilen, aber gefährlich wurden sie recht selten.
Besser aus der Kabine kamen die Gäste und erzielten in der 53. Minute die Führung. Die Pfeddersheimer Defensive stand nur Spalier, als Niklas Alles sich an der Strafraumgrenze frei bewegen konnte. Torhüter Sören Pätzold wurde auf dem falschen Fuß erwischt und so landete der nicht gerade platzierte Schuss im Kasten. Trainer Björn Miehe reagierte sofort, brachte Daniel Boateng und beorderte gleichzeitig Kapitän Matthias Tillschneider von der Innenverteidigung nach vorne in Richtung Sturmmitte. Miehe versprach sich mehr Tempo und mehr Durchschlagskraft für sein Team. Es dauerte lange bis sich die TSG Chancen herausspielen konnte. Der Treffer bewirkte eine lange Zeit, dass die TSG in einer Schockstarre agierte.
Die Gäste standen eigentlich recht sicher in ihrer Abwehrkette, verloren aber in den letzten Minuten die Ordnung. Nach einer Ecke, scharf in Richtung Rückraum getreten, kam der Ball mit Wucht zurück in den Strafraum und Matthias Tillschneider brachte am langen Eck den Ball über die Linie. Jetzt wollte die TSG noch mehr. Beim Siegtreffer war die Szene schon geklärt, doch beim dritten Versuch brachte Jason Onyejekwe irgendwie den Ball an den Kopf und gleichzeitig ins Tor hinein. Miehe: „Diese Partie hätte eigentlich keinen Sieger verdient gehabt. Aber letzte Woche gegen Gonsenheim wurden wir nicht belohnt, dafür halt jetzt gegen Baumholder.“
Am Freitagabend, dem 19. April, geht es in Morlautern um 19.30 weiter. Die Pfälzer haben sich mit vier Siegen in Serie, etwas Luft verschafft. Der nächste Sieg muss für die TSG das Ziel sein. Neun Punkte Rückstand bis zum momentanen rettenden Tabellenplatz, bei noch 21 zu holenden Punkte.