BUND WORMS: Umfassende AKW-Sicherheitsprüfungen nach Regeln der 1980er Jahre letztmals 2009 / Rissfunde und -bildungen sowie mangelnde Investitionen
„Energiewende retten - AKW abschalten!“
Die Wormser BUND Aktiven vor dem AKW Biblis im März 2022. Foto: BUND Kreisgruppe Worms
Am 11. März 2011 bebte in Japan die Erde. Damit begann eine Unfallreihe katastrophalen Ausmaßes: Im Kernkraftwerk Fukushima kam es zu Kernschmelzen. In der Folge mussten Zehntausende Menschen ihre Heimat verlassen, unzählige wurden verstrahlt.
Die BUND Kreisgruppe Worms möchte den zwölften Jahrestag zum Anlass nehmen zu sagen „Energiewende retten - AKW abschalten!“.
Atomkraft ist hochriskant – und für die Energieversorgung in Deutschland nach Angaben der Umweltschützer absolut unnötig. Das habe aktuell auch die Bundesnetzagentur noch einmal festgestellt und damit bestätigt, was schon aus dem sogenannten Stresstest 2.0 von Herbst 2022 herauszulesen gewesen sei: Die Stromversorgung in Deutschland ist sicher, auch ohne Atomkraftwerke. Deshalb müsse nun endlich Schluss sein mit der Atomkraft in Deutschland – für die Lösung der Energiekrise spiele sie sowieso keine Rolle. Die deutschen AKW würden für die Stromversorgung nicht benötigt – selbst unter extremen Annahmen. Ferner könnten sie den Gas-Verbrauch nicht relevant reduzieren und darum auch bei einem Weiterbetrieb die Strompreise nicht merklich senken.
Reales Risiko
Real ist dagegen das Risiko: Die deutschen AKW sind nicht sicher. In allen drei Kraftwerken gibt es Rissfunde in den Dampferzeugern beziehungsweise den Verdacht auf weitere, nicht überprüfte Rissbildung. Seit Jahren werden nötige Investitionen nicht mehr durchgeführt. Eine umfassende Sicherheitsüberprüfung fand zuletzt 2009 nach den Regeln der frühen 1980er Jahre statt. Den „Stand von Wissenschaft und Technik“, der auch nach Forderung des Bundesverfassungsgerichts Maßstab für die Sicherheitsbewertung sein muss, erfüllen die deutschen AKW aus Sicht der Wormser BUND-Kreisgruppe in keiner Weise.
Eine Laufzeitverlängerung über den 15. April 2023 hinaus betrachten sie – wie schon den aktuellen Streckbetrieb der AKW – als unnötig und gefährlich. Es lenke nur ab von der wirklich drängenden Frage, wie die aktuelle Energiekrise wirksam und sozialverträglich gelöst werden kann. Solange die AKW nicht endgültig abgeschaltet sind, würden CDU/CSU und FDP weiter versuchen, den Atomausstieg auch grundsätzlich infrage zu stellen. Die Spitzen aller drei Parteien haben öffentlich erklärt, dass ihr Ziel der dauerhafte, jahrelange Weiterbetrieb von AKW in Deutschland sei. Der „Streckbetrieb“ nach dem 31. Dezember 2022 ist bloß der Türöffner dafür.
„Sorgen wir dafür“, so die BUND Kreisgruppe Worms, „dass das Fass zu und die Tür verschlossen bleibt!“