Ministerin Ahnen überreichte am Donnerstag einen Förderbescheid über 1,3 Millionen Euro für Flüchtlingsunterkünfte in Worms
Engagement für Flüchtlinge
Übergabe der Fördergelder auf dem Gelände des Motorpools. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Für das Jahr 2015 werden in ganz Rheinland-Pfalz nach Informationen des SWR über 20.000 Flüchtlinge erwartet, die auf das ganze Land nach einen feststehenden Schlüssel verteilt werden. Worms kann so für das laufende Jahr mit etwa 500 Menschen rechnen, die vor Verfolgung, Hunger und Hoffnungslosigkeit geflohen sind. Da für die große Anzahl an Asylbewerbern keine Unterkünfte in der Nibelungenstadt zur Verfügung standen, war die Stadt gezwungen, unter anderem auf dem Gelände des Motorpools eine Containerunterkunft für bis zu 80 Flüchtlinge bebaut. Die Errichtung kostete die Stadt 1,3 Millionen Euro. Jetzt gab es für die Nibelungenstadt ein positive Nachricht aus Mainz, denn die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) stellt Worms ein zinsloses Darlehen über exakt jene 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. Wann und wie das Geld zurückgezahlt werden muss, ist noch offen.
Persönliche Übergabe
Die rheinland-pfälzische Finanzministerin Doris Ahnen und der Vorstandssprecher der ISB, Ulrich Dexheimer, übergaben den Förderscheck am Donnerstagmorgen persönlich an den Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel. Im Rahmen der Übergabe sagte die Finanzministerin: „Es ist eine humanitäre Verpflichtung, dass wir Flüchtlingen eine Unterkunft und vor allem auch eine menschenwürdige Zukunft bieten. Ich bin den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Kommunen dankbar für das, was sie leisten. Wir haben als Land ein Förderprogramm mit zinslosen Kommunaldarlehen zum Bau von Flüchtlingsunterkünfte beauftragt, das enorm nachgefragt wird, die Fördermittel wurden bereits auf 40 Millionen Euro verdoppelt.“ Im weiteren Verlauf ihrer Rede wies die Ministerin daraufhin, dass die Investitions- und Strukturbank nicht nur Flüchtlingsunterkünfte mit günstigen Darlehen fördere, sondern gerade auch an der „Rheinschiene“, also Städten wie Mainz, Koblenz und Worms, den Bau von günstigen Wohnungen unterstütze, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Sozialer Wohnungsbau
Wobei die Ministerin aber auch anmahnte, dass der Bund die Länder und Kommunen bei der Flüchtlingsunterbringung mehr unterstützen müsse. So seien in diesem Jahr einmalig eine Milliarde Euro aus Berlin bereitgestellt worden, doch müsste dies mehr sein und das Geld sollte jedes Jahr fließen.
Dank an engagierte Bürger
Oberbürgermeister Michael Kissel bedankte sich besonders bei den vielen Bürgern in Worms, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit engagierten und so eine Willkommensklultur schufen. So würden viele Helfer etwa Deutschkurse geben oder bei den notwendigen Behördengängen unterstützen. Dies sei eine tolle Arbeit! Der Stadtchef verwies darauf, dass die Flüchtlinge aus großer Not und Hoffnungslosigkeit nach Worms kommen und es die Aufgabe der Stadt sei, ihnen menschenwürdige Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. Zur Finanzierung der Unterkünfte habe die Stadt einen Nachtragshaushalt von rund vier Millionen Euro verabschiedet. Doch würden andere Investitionen darunter nicht leiden, so fließen etwa jährlich rund 20 Millionen Euro alleine in die Modernisierung der Schulen. Dazu kämen Investitionen in Kitas, Straßen dun Infrastruktur.