WORMSER JAZZPREIS: Auszeichnung soll im Herbst vergeben werden / Weitere Sponsoren gesucht
„Engagement in schwierigen Zeiten aufrechterhalten"
2019 bekam der in Mannheim lebende Saxophonist Florian Schöne den Wormser Jazzpreis verliehen. Im Rahmen des Preisträgerkonzerts bekam er vom BlueNite-Vorsitzenden Volker Wengert (links) und Oberbürgermeister Adolf Kessel (rechts) die Auszeichnung verliehen. Foto: Frank Schumann
Alle zwei Jahre vergibt die Wormser Jazzinitiative BlueNite den Wormser Jazzpreis an junge Musiker aus der Region, die bereits auf sich aufmerksam machen konnten, um sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Im Herbst soll die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wieder vergeben werden. Obwohl die Jazzinitiative mit dem Rotary-Club Worms-Nibelungen und der Vereinigten Kasino- und Musikgesellschaft bereits Organisationen gefunden hat, die den Preis finanziell unterstützen, werden noch weitere Sponsoren aus dem Kreis der Bürgerschaft gesucht.
Bürgerschaftliches Engagement
Im Gegensatz zu vielen anderen Auszeichnungen ist der Wormser Jazzpreis nämlich seit seiner erstmaligen Vergabe im Jahr 2003 eine Auszeichnung, die von bürgerschaftlichem Engagement getragen wird.
In diesem Jahr hat die Vergabe des Preises aus Sicht des BlueNite-Vorsitzenden Volker Wengert eine noch größere Bedeutung gewonnen. „Die Kulturbranche ist von der Corona-Pandemie in ganz besonderer Weise betroffen. Die Künstler haben seit Monaten keine Auftrittsmöglichkeiten und Konzerte über Streaming können die dadurch entgangenen Einnahmen nicht ersetzen“, analysiert Wengert. So mancher Musiker stehe vor existentiellen Nöten, da auch eine verlässliche Perspektive, wie es in diesem Jahr weitergehen solle, nicht vorhanden sei. „Die Wormser Jazzinitiative will deswegen gerade in diesen schwierigen Zeiten ihr Engagement aufrechterhalten“, betont der Vereinsvorsitzende.
Deswegen hat das BlueNite-Team in den letzten Monaten auch wieder alle Hebel in Gang gesetzt, um die Verleihung des Preises wieder möglich zu machen. Zum einen hat der Verein den Wormser Künstler Eckhard Schembs mit der Gestaltung des Preises beauftragt, zum anderen wurde eine hochkarätige Jury aus Musikexperten zusammengestellt, die derzeit für den Preis in Frage kommende Künstler sichtet. Denn an dem bisherigen Verfahren hat sich nichts geändert, wie Wengert sagt: „Der Wormser Jazzpreis ist nicht für Amateure, sondern für professionelle Musiker gedacht, die mit dem Preisgeld die nächste Stufe ihrer Karriereleiter erreichen können.“ Maximal 35 Jahre alt dürfen die Künstler sein, die von der Jury vorgeschlagen werden. Diese trifft ihre Entscheidung nach einem einfachen Mehrheitsverfahren.
Logistik und Infrastruktur
Die Verleihung des Wormser Jazzpreises findet üblicherweise im Rahmen eines Konzertes statt, das der ausgezeichnete Musiker im oberen Foyer des Wormser Theaters gibt. In diesem Jahr sei es angesichts der aktuellen Situation natürlich noch unsicher, ob die Veranstaltung wie geplant am 17. September über die Bühne gehen könne, räumt Wengert ein. Dennoch hoffe man seitens des Vereins, dass analog wie im vergangenen Jahr über die warmen Monate wieder Lockerungen möglich sind und auch Konzerte in kleinem Rahmen stattfinden dürfen. Die Kosten für Logistik und Infrastruktur des Preisträgerkonzerts übernimmt wie gewohnt die Stadt Worms.
Einladung für „Worms: Jazz & Joy"
Mit der Preisverleihung ist zudem stets eine Einladung für das überregional bekannte Festival „Worms: Jazz & Joy“ im darauffolgenden Jahr verbunden. Im vergangenen Jahr wäre demnach der noch amtierende Preisträger Fabian Schöne dran gewesen, doch da die Stadt die Großveranstaltung hatte absagen müssen, verschiebt sich sein Auftritt auf diesen Sommer – sofern es 2021 ein „Jazz & Joy“ geben wird. Der neu zu kürende Preisträger wäre dann im Sommer 2022 an der Reihe. Um den Wormser Jazzpreis auch in diesem Jahr wieder mit der bisherigen finanziellen Ausstattung verleihen zu können, bittet Volker Wengert die Wormser um Unterstützung, denn nur so könne der Wormser Jazzpreis das bleiben, was er seit seiner erstmaligen Verleihung 2003 ist – ein von der Bürgerschaft gestifteter Preis. „Wir freuen uns über jeden Beitrag, ganz gleich, wie groß er ist“, betont der Vorsitzende.
Jurymitglieder
- Dr. Jörg Heuser (Jazzmusiker, Musikpädagoge, Leiter der Jazzinitiative Mainz)
- Gereon Hoffmann (Journalist, Musikkritiker)
- Kosho (Gitarrist, Dozent Pop-Akademie Mannheim)
- Wolfgang Neidhöfer (Leiter Jugendmusikschule Worms, Dirigent/Dozent, stellvertretender Landesmusikdirektor des Landesmusikverbands RLP)
- Frank Reichert (Landesmusikrat RLP, Leiter der Phoenix Foundation – Jugendjazzorchester RLP)
- Fabian Schöne (Jazzmusiker, Wormser Jazzpreisträger 2019)
- Volker Wengert (Vorsitzender Wormser Jazzinitiative BlueNite e.V.)