Gütesiegel des Wormser Sozial- und Bürgernetzwerks verliehen / Klaus Hagemann, Kaibel & Sieber sowie Vereinigte Kasino- und Literaturgesellschaft geehrt
Engagierte Preisträger
Gemeinsam mit den Trommlergruppe Ngoma freuen sich die Preisträger über die Würdigung ihres jeweiligen sozialen, kulturellen beziehungsweise wirtschaftlichen Wirkens. Foto: Florian Helfert
VON FLORIAN HELFERT Für soziales kulturelles oder wirtschaftliches Engagement verleiht das Wormser Sozial- und Bürgernetzwerk (WSB) einmal im Jahr das sogenannte Gütesiegel an Personen, Unternehmen oder Organisationen, die sich um die Belange der Stadt Worms verdient gemacht haben. Mit dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Klaus Hagemann, der Vereinigten Kasino- und Musikgesellschaft Worms sowie der Firma Kaibel & Sieber überreichte WSB-Vorsitzende Christina Heimlich drei Gütesiegel an die jeweiligen Preisträger im Gottesraum der Magnuskirche.
Hagemanns Kampf um Fördermittel
„Wie sich zum Beispiel die Boosstraße im Wormser Süden dank des Programms der Sozialen Stadt entwickelt hat, ist ohne das stetige Ringen meines Vorgängers Klaus Hagemann um Fördermittel aus dem Bundeshaushalt zugunsten der Lutherstadt undenkbar“, lobte Bundestagsabgeordneter Markus Held in seiner Laudatio das Wirken des langjährigen Parlamentariers. Nach und nach wolle er versuchen, in die großen Fußstapfen hineinzuwachsen. Herzlich für das Gütesiegel dankend betonte Hagemann im Anschluss, dass „das Soziale der zusammenhaltende Kitt unserer Gesellschaft“ sei.
200 Jahre am Standort Worms
Wenn das Soziale als Kitt und das Kulturleben als das geistige Fortschreiten einer Gesellschaft verstanden werde, benötige es dennoch weiterhin eine wirtschaftliche Grundlage: „Aus einer 1814 gegründeten Schlosserwerkstatt ist ein weltweit agierender Maschinen- und Anlagenbauer entstanden“, freute sich Oberbürgermeister Michael Kissel über zahlreiche Facetten der familiengeführten Firma Kaibel & Sieber. „Wir arbeiten in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Seniorenheim mit Kindergarten und produzieren weder Lärm noch Abgase – vielleicht werden wir deshalb öffentlich kaum wahrgenommen“, äußerte Walter Siegel als einer der beiden Geschäftsführer des exportorientierten Unternehmens.
Literarischer Film und Lesezirkel
In der letzten der drei Laudationes würdigte WSB-Vorsitzende Christina Heimlich die Verdienste der Vereinigten Kasino- und Musikgesellschaft Worms, welche im Vergleich zu Kaibel & Sieber sogar 31 Jahre älter und somit im Jahr 1783 – als bürgerliche Lesegesellschaft – gegründet worden ist. „Mit immerhin 18 sogenannter Damenmitglieder war sie ihrer Zeit voraus und steht bis heute für den Anspruch einer Geselligkeit auf höherem Niveau“, so Heimlich. Mit einer übernommenen Ausfallbürgschaft zum Erhalt des Wormser Kinos und der folgenden Kooperation des „literarischen Films“ präge der eingetragene Verein das kulturelle Leben ebenso wie in Form seines auch heute noch bestehenden Lesezirkels. „Dass unser Beitrag zum Wormser Kulturleben mit einem Gütesiegel bedacht worden ist, freut uns sehr“, gaudierte Dr. Ulrich Oelschläger als Präsident des altehrwürdigen Vereins.
„Engagierte Stadt“
Allein mit der Trommlergruppe Ngoma aus der Wormser Boosstraße sorgte das Wormser Sozial- und Bürgernetzwerk für einen runden Abschluss, wobei Christina Heimlich als Vorsitzende stolz verkünden konnte, dass erneut ein Förderprogramm habe errungen werden können. „Im zweijährigen Projekt der Engagierten Stadt werden wir mit den Anliegern zwischen Hauptbahnhof und Nibelungenschule sprechen und umzusetzen versuchen, was die Menschen möchten“, so Heimlich abschließend.