DEMONSTRATION: Rückschau und Analyse aus Sicht der Ehrenamtlichen beim Deutschen Roten Kreuz
Engagierter und qualifizierter Sanitätsdienst
Innerhalb von zwei Tagen wurde eine gut vorbereitete Einsatzzeit gewährleistet.
Eigentlich war die Stadt Worms fest davon ausgegangen, dass die angekündigte und angemeldete Demonstration „Tag der deutschen Zukunft in Worms“ aus sicherheitsrechtlichen Gründen und besonders in Zusammenhang mit den Regelungen im Zuge von Corona nicht stattfinden würde. Sogar verwaltungsgerichtliche Wege wurden beschritten und der Oberbürgermeister der Stadt Worms, Adolf Kessel, und seine Verwaltungsbeamten waren eher geschockt, als die Durchführung dieses überregional organisierten Demonstrationstages feststand. Da sowohl vom politisch rechts orientierten als auch vom politisch links orientierten Spektrum insgesamt große Besucherzahlen (2.500 Demonstranten) prognostiziert wurden, galt es in binnen kürzester Zeit ein feinabgestimmtes Sicherheitskonzept mit Polizei, Feuerwehr und der Einsatzkräften von DRK und ASB aufzustellen. Und das alles unter dem Vorzeichen von Corona, d.h. physische Präsenztreffen waren nur eingeschränkt möglich, sodass die Vorbereitungen weitgehend über Videokonferenzen laufen mussten.
Positives Bilanz
Aus Sicht des DRK-Kreisverbands Worms ziehen die Kreisbereitschaftsleiterin Nicole Gotschy und der Katastrophenschutz-Beauftragte Christoph Kling eine erfreulich positive Bilanz in Punkto „Aufstellen eines engagierten und qualifizierten Sanitätsdienstes“. Innerhalb von nur zwei Tagen wurde in zahlreichen Videokonferenzen und Telefonaten durch die gut vorbereiteten Einsatzleiter am Samstag eine Einsatzzeit von 8.30 Uhr bis 17 Uhr gewährleistet. Sowohl Logistik als auch Helfer waren vorbildlich, so die positive Rückschau des Deutschen Roten Kreuzes. Die Sicherheit war durch die zahlreichen Polizeibeamten der Bereitschafts- und Bundespolizei gewährleistet. Die Verpflegung durch das Technische Hilfswerk (THW) wurde allseits geschätzt. Auch die bei zahlreichen Großveranstaltungen schon eingespielte Kooperation mit dem ASB-Kreisverband Worms/Alzey verlief wie immer reibungslos.
Punktuelle Unterstützung
Die drei DRK-Ortsvereine Altrhein, Südlicher Wonnegau und Worms erhielten punktuelle Unterstützung von den Kreisverbänden Kaiserslautern-Land, Mainz- Bingen, Südwestpfalz und Vorderpfalz. Die insgesamt 64 DRK-Einsatzkräfte waren rein ehrenamtlich im Dienst und erhielten für ihre Tätigkeit im öffentlichen Interesse wie immer keinerlei Vergütung oder Aufwandsentschädigung. Dem Einsatzstab unter der Führung der Kreisbereitschaftsleiterin Nicole Gotschy gehörten u.a. an: Zugführer Christian Brand (Sachgebiet Lage), Zugführer Benjamin Fischer (Disposition Sanitätsdienst), Zugführer Dennis Hübinger (Sachgebiet Einsatz), Katastrophenschutz-Beauftragter Christoph Kling (Verbindungsperson Technische Einsatzleitung), Zugführer Martin Mayer (Abschnittsleitung Schnelleinsatzgruppe), Gruppenführer Karl-Heinz Menne (Sachgebiet IuK), Zugführer Patrick Pillipan (Abschnittsleitung Sanitätsdienst), Führungsgehilfe Markus Roughton (Sachgebiet Versorgung), Gruppenführer Torsten Stephan (Sachgebiet Personal). Im Einsatz waren zudem Kreisbereitbereitschaftsarzt Dr. Günter Rink und DRK-Arzt Dr. Hans- Joachim Bischoff.
Uneigennützige Hilfe
DRK-Kreisgeschäftsführer Eric Graetz stellte lobend heraus, dass die Schnelleinsatzgruppe und der zusätzlich aufgestellte Sanitätsdienst in dieser krisenhaft gezeichneten Zeit von Corona und vor dem Hintergrund der zahlreich gemeldeten Demonstrationen mit Gegendemonstrationen dem Ehrenamt mehr als alle Ehre gemacht haben. Bei dieser Demonstration waren alle Freiwilligen selbstlos auch auf das Risiko hin dienstbereit, selbst in gefährliche Situationen zu geraten. In den Besprechungen im Vorfeld der politisch umstrittenen Demonstration war es dem Einsatzstab wichtig, gerade den Grundsätzen des Roten Kreuzes gerecht zu werden. Dabei ging es vor allem um uneigennützige Hilfe ohne jedes Gewinnstreben, Enthaltung von Feindseligkeiten wie auch Neutralität zu jeder Zeit bei politischen, rassischen, religiösen oder ideologischen Auseinandersetzungen. Bei der in Worms angekündigten Demonstration hatte man ernsthaft mit Ausschreitungen und mit Gefahr für Leib und Leben gerechnet; das große Polizeiaufgebot spiegelte die Sorge um den Verlauf der Demonstration. Für die Wormser Ehrenamtlichen stand daher der Schutz von Leben und Gesundheit im Mittelpunkt und zwar unabhängig von möglichen ideologischen Auseinandersetzungen, erläuterte die DRK-Pressesprecherin Dr. Angela Scheugenpflug. Außerdem gehe es ja stets um den Dienst an möglicherweise völlig unbeteiligten Verletzten oder an möglicherweise verletzten Polizeikräften. „Wir haben diesen Sanitätsdienst am Samstag in kürzester Zeit auf die Beine gestellt und können alle sehr stolz sein“, so der einhellige Tenor von Kreisbereitschaftsleiterin Nicole Gotschy und dem Katastrophenschutz-Beauftragten Christoph Kling.