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  • Do., 06. Oktober 2022, 12:42 Uhr
    245 Künstler geben sich im Rhein-Neckar-Delta sechs Wochen lang die Klinke in die Hand

    Enjoy Jazz gestartet

    Von Rudolf Uhrig › Ach, es ist doch schön wenn Bonnie Tyler ihren Hit aus 1982 „Total Eclipse of the Heart“ in Worms auf dem Marktplatz anstimmt und hunderte ihr Handy zücken… (übrigens auf der Vinyl-Scheibe von damals bediente kein geringerer als Max Weinberg, Mitglied der legendären E-Street-Band von Bruce Springsteen, die Hi Hats). Ja, Worms: Jazz & Joy macht einfach Spaß – drei Tage und Abende lang im Sommer.

    Ein anderes Kaliber hingegen ist „Enjoy Jazz“ nun im Herbst; und Indoor. Ein städte- und sogar länderübergreifender Konzertreigen im Rhein-Neckar-Delta. Das internationale Festival für „Jazz & Anderes“ startete fulminant mit der Kora-Spielerin Sona Jobarthen im Königssaal des Heidelberger Schlosses am Sonntagabend (2.10.)
    In 2022 findet das Festival zum 24. Mal statt. In rund sechzig Konzerten kommen Jazzliebhaber, aber auch die, die Weltmusik, Hip Hop, Elektro, Klassik, Rock und Pop lieben auf ihre Kosten. Bekannte internationale Künstlerinnen und Künstler, aber auch Newcomerinnen und Newcomer, werden sich in Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg die Klinke von Kulturtempeln, aber auch von sakralen Gotteshäusern in die Hand geben; wenn der Veranstalter richtig gezählt hat sind es 245.

    Mit der Kora, der 21-saitigen Stegharfe aus Westafrika begann es und mit ihr wird es auch am 12. November mit dem Konzert von Youssou N’Dour im BASF-Feierabendhaus in Ludwigshafen enden.
    Üblicherweise wird das Griot-Instrument ausschließlich von Männern gespielt, die die Spieltechnik an ihre Söhne weitergeben. Jobarteh ist in einer Griotfamilie in London aufgewachsen, wo sie auch Musik und Afrikanistik studierte. Heute lebt sie in Gambia und komponierte dort auch die Hymne des westafrikanischen Staates zu dessen Unabhängigkeitsfeier 2015.

    Auch die Komposition „Mannenberg“ von Abdullah Ibrahim galt unter dem Apartheid-Regime zeitweise als Hymne der nicht-weißen Bevölkerung Südafrikas
    Der 1934 in Kapstadt geborene Pianist, der heute in seiner Wahlheimat im Chiemgau lebt, hieß vor seiner Konvertierung zum Islam Adolphe Johannes „Dollar“ Brand. Er gastierte vor begeistertem Publikum im Pfalzbau in Ludwigshafen.

    Die aus Chicago stammende Sängerin und Klarinettistin Angel Bat Dawid, die 2019 ihr Debütalbum „The Oracle“ veröffentlichte und bereits im letzten Jahr das Festival bereichern sollte, präsentierte ihren Mix aus Gospel, Hip-Hop und Spiritual Jazz am Dienstag, 4. Oktober im Heidelberger Karlstorbahnhof. Davids Themen kreisen mehr oder weniger um black empowerment, black consciousness und black spirituality.
    Das Festival geht spannend weiter bis zum 12. November. Wer Lust und Laune verspürt kann sich hier informieren unter https://enjoyjazz.de/veranstaltungen/

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