Sa., 26.09.2026
Die Gratiszeitung für Worms und das Nibelungenland
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Do., 12. Mai 2016, 12:38 Uhr
    Treffen des kriminalpräventiven Rates der Stadt Worms

    Enormer Anstieg an Wohnungseinbruchdiebstählen

    Um 8,7 Prozent haben die Straftaten in Worms im Jahre 2015 zugenommen, berichtete Werner Schamberger, Leiter der Polizeidirektion Worms, beim diesjährigen Treffen des kriminalpräventiven Rates der Stadt Worms. Die Aufklärungsquote lag dabei bei 61,1 Prozent.


    Besonders auffällig ist die Zunahme an Wohnungseinbruchdiebstählen. Sie stieg erheblich an: um ganze 96,2 Prozent, wie Schamberger erläuterte. „Diese Entwicklung macht uns sehr zu schaffen“, so der PD-Chef. In ganz Rheinland-Pfalz sei ein solch enormer Anstieg zu verzeichnen.


    Erfreulich hingegen: Die Anzahl der Rauschgiftdelikte ging um 11,2 Prozent auf 448 erfasste Fälle zurück. Und auch die Anzahl an Delikten, in denen Asylbewerber als Tatverdächtige verzeichnet sind, ist nicht auffällig  - sie liegt bei 61. „Im Vergleich zur Gesamtzahl der in Worms lebenden Flüchtlinge sind die Straftaten vergleichsweise marginal, was zeigt, dass das soziale Miteinander und die Betreuung funktionieren“, lobte Oberbürgermeister Michael Kissel. Nichts desto trotz weiß der Stadtchef um die schwierige Situation der Polizeibeamten: „Bei allem staatsbürgerlichen Selbstbewusstsein darf der Respekt gegenüber Polizei und Rettungskräften nicht zu kurz kommen. Die Bedingungen, unter denen die Kräfte heute zum Teil arbeiten müssen, sind leider beklagenswert“, bedauert Oberbürgermeister Michael Kissel.


    Christian Bub aus dem Büro des Oberbürgermeisters berichtete über den Sachstand des Konzepts der Stadt gegen Alkoholmissbrauch. Darin enthalten sind drei Themensäulen: ein repressiver, ein reaktiver und ein proaktiver Bereich. Der Schwerpunkt liegt auf der reaktiven Säule, bei der das Bundesprojekt „HaLT“ (Hart am Limit) zum Tragen kommt. Zentraler Ansatzpunkt sei das so genannte freiwillige „Brückengespräch“ des betroffenen Jugendlichen direkt am Krankenbett durch HaLT-Mitarbeiter. Bisher sei das Projekt allein durch Spenden finanziert worden, seit dem vergangenen Jahr gebe es eine Kostenbeteiligung durch die Krankenkassen, erläuterte Christian Bub.


    Von 57 stationär aufgenommenen Jugendlichen waren im letzten Jahr 38 bereit zu einem Brückengespräch, das an eine Schweigepflichtentbindung gekoppelt ist, hinzukommen 21 Elterngespräche. Das Brückengespräch soll am Klinikum fester Bestandteil der Behandlung von alkoholisierten Jugendlichen werden.


    Im Bereich der Präventionsarbeit bot die Präventionsfachstelle im vergangenen Jahr 38 Aktionen an, darunter ein Event unter dem Motto „Tanzrausch statt Vollrausch“ im Rahmen der Aktionswoche Alkohol.


    Neben den bekannten „Trinkgelegenheiten“ wie den Weinfesten soll nun auch ein Zusammenhang zwischen vermehrten Vollrauschen und den Weihnachtsmärkten überprüft werden.


    Man müsse den Pflegern und Ärzten des Klinikums dankbar für ihre Arbeit sein, denn die Behandlung derart stark alkoholisierter Menschen sei alles andere als angenehm, unterstrich der OB. Die reaktive Arbeit unmittelbar im Anschluss sei ein wichtiger Ansatzpunkt, um künftige Alkoholabstürze zu verhindern.


    Ein anderes wichtiges Projekt zielt auf ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander ab. „Demokratie leben!“ aus dem Bundesprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet verschiedene Programmbereiche an. Worms gehört zum Bereich „Partnerschaft für Demokratie“, wo insbesondere die Demokratie gefördert und Extremismus vorgebeugt werden soll. Im Jahre 2015 wurden in Worms insgesamt elf Projekte gefördert, darunter auch mehrere Angebote für Kinder und Jugendliche wie etwa die Schmiedewerkstatt in der Spiel- und Lernstube im Wormser Norden oder der Regie-Wettbewerb „Worms macht die Klappe auf!“. „Das Projekt scheint in Worms sehr gut anzukommen und die Tatsache, dass nun die Fördermittel erhöht wurden, zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so der OB.


    Einem ganz anderen Thema widmet sich Norbert Hierse. 31 Vorträge bot der Sicherheitsberater für Senioren 2015 im Wonnegau an. In diesem Jahr habe er bereits 15 Vorträge gehalten, davon 13 zum Thema Einbruch. „Die Senioren reagieren auf die aktuellen Entwicklungen“, weiß Hierse. Bedrückend sei jedoch, dass in Worms nur wenige Vorträge angeboten würden – 2015 seien es in Worms lediglich drei gewesen. Der Sicherheitsberater bietet den Senioren eine umfängliche Beratung im Hinblick auf Präventionsmaßnahmen an, nicht nur bezüglich Wohnungseinbrüche.


    Ältere Menschen schämten sich oftmals, wenn sie Opfer von Betrügern geworden seien, weiß Hierse, und würden unter Umständen deshalb sogar auf eine Anzeige verzichten. Auch Jean Frank, Amtsgerichtsdirektor a.D. und Präventionsbeauftragter der Stadt, weiß ob der Findigkeit der Betrüger.


    Wolfgang Schneider, Polizeidirektor a.D, berichtete der Runde in seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins Sicheres Worms (SiWo) von dessen Arbeit im Jahre 2015. Der Verein unterstützt zahlreiche Präventionsprojekte, unter anderem „HaLT“ für Jugendliche oder – als größte Spende 2015 – das Schachfeld im Albert-Schulte-Park mit 4.500 Euro. Zehn Puppenspieler der SiWo-Puppenbühne erreichten im vergangenen Jahr mit dem Stück „Echt stark“ 1.295 Kinder. Inhaltlich handelt das Stück von sexuellem Missbrauch an Kindern im eigenen sozialen Umfeld. „Wir wollen damit die Kinder auffordern, im Fall der Fälle stark genug zu sein, um Nein zu sagen“, betonte Schneider.


    Die Kinder sehen das Stück erstmals in der Vorschulgruppe des Kindergartens und dann nochmals in der Grundschule. Im Anschluss erhalten sie ein Malbuch, in dem die Themen zusammengefasst sind. Die Gruppe suche derzeit männliche Puppenspieler, so Schneider. Eine weitere erfolgreiche Aktion des vergangenen Jahres sei die Präventionsveranstaltung zum Thema Wohnungseinbruch in Zusammenarbeit mit dem kriminalpräventiven Rat, dem Präventionsbeauftragten Jean Frank, den Senioren-Sicherheitsberatern und der Polizei im November auf dem Obermarkt gewesen. Der Stand sei nahezu überrannt worden, berichtete Schneider.


    „Ich bin sehr froh, dass mit dem Verein SiWo nicht nur eine von bürgerschaftlichem Engagement getragene Einrichtung entstanden ist, sondern dass wir damit auch einen wichtigen Förderer für Präventionsprojekte gewonnen haben“, unterstrich der Stadtchef. Besonders am Herzen liege ihm die Puppenkiste, durch die Kinder lernten, Nein zu sagen und Selbstbewusstsein zu entwickeln. Der Erfolg des Vereins sei eng verknüpft mit Wolfgang Schneider und Jean Frank. Das ehrenamtliche Engagement der beiden verdiene Anerkennung und Respekt.

    Beitrag aus der Rubrik

    » Worms und Ortsteile
    Anzeige Reifen Mast KN10123Anzeige Platten NOLLAnzeige Online StellenmarktAnzeige VHS
    Anzeige das WormserAnzeige Cecil Cycle KN18256Anzeige Tip Südhessen
    Anzeige TicketshopAnzeige AmtsblattAnzeige 3 Füller 1