
Von Marcus Diehl › Die Herren der TG Osthofen hatten zum zweiten Mal ein ungleiches Duell vor sich, was die Voraussetzungen betraf. Mit dem TV Homburg kam ein weiterer Absteiger aus der dritten Liga in die Wonnegauhalle. Gepaart mit einem sehr großen Etat und einem halben Profi-Kader. „Genau das macht doch den Reiz aus, sich gegen solche Teams messen zu dürfen“, sagte TGO‑Coach Sebastian Bösing. Dass am Ende eine 28:33-(15:17)-Niederlage dabei heraussprang, machte die Sache tragischer. Denn die Herren waren ganz nah dran, die Überraschung zu erzielen.
Mannschaftliche Geschlossenheit
„Der Auftritt macht mich schon stolz. Wie das Team kämpferisch dagegengehalten hat, war schon klasse“, so der Coach. Das Team war von der ersten Sekunde an voll auf der Höhe. Der Umstand, dass mit Julius Herbert, Ales Muhovec und den Knobel Brüdern der gesamte Mittelblock ausgefallen war, konnte egalisiert werden. Dazu fehlte noch Torhüter Rouven Hahn. Der Deckungsverband wechselte von einer defensiven zu einer offensiveren Ausrichtung. Durch eine tolle, mannschaftliche Geschlossenheit stand die TGO mit den Gästen auf einem Level. Nach 21. Minuten führte die TGO mit 13:11. Die nächsten sieben Minuten konnte sie aber keinen Treffer erzielen, sodass sich die Partie in einen 13:16-Rückstand drehte. Bis zur Pause konnte noch ein Tor aufgeholt werden.
Nach der Pause wurde beim 23:23 (44. Minute) der Gleichstand erreicht. Die Halle bebte. Gegen solche Topteams dürfen sich keine Fehler einschleichen. Genau in der Phase, als die Crunchtime eingeläutet wurde, passierten die entscheidenden Fehler. In Unterzahl nahmen die Gäste ihren Torhüter vom Feld, um weiterhin mit sieben Feldspielern zu agieren. Gleich zweimal passierte das Missgeschick, dass die TGO den Ball nicht im leeren Tor unterbringen konnte. Dazu noch ein verworfener Siebenmeter, und Homburg zog die Partie an sich. Letztendlich waren kleine Nuancen entscheidend. Am Ende war es eine gute Leistung der TGO‑Herren gegen ein abgezocktes Spitzenteam und dem Wissen, dass sie gegen jeden Gegner mithalten können.
Jetzt kommen einige Partien, in denen gepunktet werden kann. Am Sonntag geht es um 18 Uhr nach Eppelborn, gegen die MSG HF Illtal. Die Gastgeber agieren schon seit Jahren in der Regionalliga. Ihr bisheriger Saisonverlauf ist fast identisch mit der TGO. Sie kassierten ebenfalls drei Niederlagen in Folge. Nur am ersten Spieltag spielten sie unentschieden, während die TGO siegreich war. Mit den bisher gezeigten Leistungen sollten die Herren in der Lage sein, etwas Zählbares zu holen. Dennoch gelten sie als Außenseiter.