Fünf neue Glocken, die das bald nach dem Krieg angeschaffte dreistimmige Domgeläut ergänzen sollen, sind das Geburtstagsgeschenk des Dombauvereins an den Wormser Dom, der im kommenden Jahr 1000 Jahre alt wird. Nicht lauter, sondern harmonischer und voller werde das künftige Domgeläut, verspricht der Vorsitzende des Dombauvereins Dr. Udo Rauch. Und der Propst am Dom freut sich, dass das Geläut perfekt auf die umliegenden Innenstadtkirchen abgestimmt ist und so ein eindrucksvolles ökumenisches Stadtgeläut entstehe.
Nach altem Brauch erhalten die neuen Glocken auch jeweils einen Namen und ein besonderes Anliegen. „Es war uns wichtig, als Glockenpatrone Heilige auszuwählen, die einen besonderen Bezug zu Worms und zum Dom haben“, erläutert der Propst. Die heiligen Wormser Bischöfe Amandus und Rupert wurden daher genauso ausgewählt wie das Herrscherpaar Heinrich und Kunigunde, die bei der Weihe des Doms vor tausend Jahren in Worms weilten. Weitere Glockenpatrone sind der aus Worms stammende Kölner Erzbischof Heribert, ein Zeitgenosse Bischof Burchards, sowie der Wormser Bischof Hanno. Schließlich ist der erst kürzlich von Papst Franziskus heiliggesprochene Jesuit Petrus Faber unter den Glockenpatronen: „Er war als Sekretär des päpstlichen Legaten bei den Religionsgesprächen 1540 in Worms und galt als ein aufgeschlossener und auf Versöhnung bedachter Theologe. Petrus Faber ist daher in der Lutherstadt Worms ein guter Patron für die Ökumene“, erläutert Propst Schäfer.
Nicht nur mit einer Inschrift, sondern auch in künstlerischer Gestaltung sollen die Patrone auf den jeweiligen Glocken verewigt werden. Dombauverein und Domgemeinde haben darum den Wormser Künstler Klaus Krier beauftragt, die Glockenzier zu entwerfen. Für Krier ist dieser Auftrag eine besondere Herausforderung, erfordert doch die Gestaltung von Glocken eine ganz eigene Technik. „Die Bilder und Inschriften werden in Wachsreliefs auf die Glockenform aufgebracht und später ausgebrannt, so dass ein Hohlraum entsteht, der beim Guss von der Glockenbronze ausgefüllt wird“, erläutert er. Mehrfach war Krier mittlerweile schon in der Glockengießerei Rincker in Sinn, die mit dem Glockenguss beauftragt ist, um sich abzusprechen. Nun sollen seine Entwürfe für die Glockenzier auch der Öffentlichkeit im Rahmen einer Ausstellung präsentiert werden. Die Domgemeinde und der Dombauverein laden dazu am 2. Adventssonntag, dem 10. Dezember um 11 Uhr in das Liobahaus ein. Hier werden im Anschluss an den 10:00 Uhr-Gottesdienst im Dom die Entwürfe präsentiert. Gleichzeitig laden die Jugend von Dom und St. Martin und die Messdiener zum traditionellen Adventsbasar ein. Ab Montag, den 11. Dezember bis Weihnachten werden die Entwürfe Kriers dann im südlichen Querhaus des Domes ausgestellt sein.
Der Glockenguss der 5 Glocken wird in zwei Etappen erfolgen: die ersten drei Glocken werden am Freitag, dem 2. Februar, die beiden übrigen Glocken am Freitag, dem 2. März in Sinn in Oberhessen gegossen. Die Domgemeinde plant jeweils eine Busfahrt zum Glockenguss.