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  • Mo., 29. Juli 2024, 08:22 Uhr
    Nibelungen-Festspiele 2024: Verantwortliche ziehen positive Bilanz nach 16 Aufführungen von „Der Diplomat“ / Auslastung etwas geringer als im Vorjahr

    Erfolgreiche Inszenierung eines aktuellen und anspruchsvollen Themas

    Ein Bild mit historischer Bedeutung, denn in dieser Konstellation wird es dies so wohl nicht mehr geben: Sascha Kaiser (links), der Geschäftsführer der Nibelungenfestspiel gGmbH und der KVG wird diese nach 18 Jahren in Richtung Privatwirtschaft verlassen. Petra Simon, die Künstlerische und Technische Betriebsdirektorin (rechts) wird seine Stelle einnehmen. Gemeinsam zogen sie mit Adolf Kessel am Sonntagabend Bilanz der diesjährigen Nibelungen-Festspiele. Foto: Rudolf Uhrig


    Von Rudolf Uhrig › „Der Diplomat“, geschrieben von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel, wurde an 16 Abenden an der Nordseite des Wormser Doms aufgeführt; seit Sonntagabend sind die Nibelungen-Festspiele 2024 Geschichte. Allerdings ohne den Erfolgsautor Roger Vontobel, der zum dritten Male in Worms Regie führte, ging die Dernière über die von Blut und Schlamm bedeckte Bühne zu Ende. Nach anstrengenden Proben hatte sich der 47-jährige Schweitzer bereits in die Ferien verabschiedet.

    Sascha Kaiser, als Geschäftsführer der ausrichtenden Kultur- und Veranstaltungs GmbH, der Wormser Oberbürgermeister Adolf Kessel und Petra Simon, die Künstlerische und Technische Betriebsdirektorin, zogen vor der ausverkauften letzten Vorstellung Bilanz. Und die fiel in jeder Hinsicht positiv aus.

    Adolf Kessel stellte fest, dass es in allen Medien gute Kritiken gab, auch die Resonanz seitens der Besucherinnen und Besucher sei durchaus positiv gewesen. Das Stück sei hoch aktuell und anspruchsvoll, denn Krieg und Frieden seien leider auch das allseits beherrschende Thema unserer Tage.

    Auslastung von 87 Prozent
    20.000 wollten „Der Diplomat“ sehen, somit tausend Gäste weniger als im letzten Jahr. Dies entspricht einer Auslastung von 87 Prozent. „Damit bin ich auch aus wirtschaftlicher Sich sehr zufrieden“, so Sascha Kaiser. OB Kessel bezeichnete die WetterApp „als Fluch und Segen zugleich…, denn bevor man vielleicht Karten für die Vorstellung kauft, schaut man heute zuerst auf diese App.“ Insofern machten auch alle drei am Podium die Wetterkapriolen für eine leicht geringere Auslastung mit verantwortlich. Am Stück, dem Stoff und der Inszenierung, so alle unisono, habe es keinesfalls gelegen. Glücklich und froh sei man auch darüber, dass alle Vorstellungen zu Ende gespielt werden konnten.

    Sascha Kaiser und Petra Simon betonten, dass man in all den Jahren eine hervorragend funktionierende Struktur aufgebaut habe: Ein Team, das mit großer Lust an die Arbeit gehe und gerade bei Herausforderungen, die es auch in diesem Jahr zu stemmen galt, über sich hinauswachse. „Sicherheit und ein kühlen Kopf“ seien, so die Theaterprofis, „entscheidende Maxime“. Auch habe man wiederum mit den tollen Effekten auf Bühne und an der Domfassade selbst gepunktet.

    „4.000 Flanierkarten habe man für den Heylshofpark wiederum auch in diesem Jahr verkauft. Subsumiere man dies alles“, so Kaiser, „stelle man fest, ohne jetzt repräsentative Umfragen, da teuer, umfangreich und Personal intensiv, heranzuziehen, dass wir mit den Festspielen eine Dachmarke geschaffen haben, die das kulturelle und touristische Leben in Worms bereichere“.

    Große Resonanz für Rahmenprogramm
    Petra Simon, die auch das Kulturprogramm der Festspiele inhaltlich kuratiert, freute sich, dass auch zu diesen Vorstellungen aus Musik, Lesung und Theater eine große Resonanz zu verzeichnen war.

    Sascha Kaiser wird nach fast zwei Jahrzehnten Tätigkeit bei den Nibelungenfestspielen und der KVG das Unternehmen in Richtung Privatwirtschaft in den nächsten Monaten verlassen (Der NK berichtete). Adolf Kessel dankte dem Geschäftsführer für sein großes Engagement. Ihm sei auch die große Schar an Sponsoren zu verdanken.

    Kaiser selbst war es wichtig, sich auch in diesem Zusammenhang nochmals bei den Geldgebern und Sponsoren zu bedanken, denn ohne deren Zuwendungen wäre ein solcher kultureller Event nicht zu realisieren.

    „See aus Asche – Das Lied der Nibelungen“ im nächsten Jahr
    Einen Ausblick auf die Festspiele im nächsten Jahr, die vom 11. bis 27. Juli stattfinden werden, gab Petra Simon ebenfalls schon. Roland Schimmelpfennig wird es unter dem Titel „See aus Asche – Das Lied der Nibelungen“. Wobei Simon sagte, dass es nach ein paar freien Tagen bereits wieder an die Planungen gehen wird – und damit hat sie die Nibelungen-Festspiele 2025 bereits fest im Blick.

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