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  • Mo., 15. April 2013, 01:09 Uhr

    Erfolgreiche Integration als Erfolgsfaktor für Firmen

    Eine interessante Veranstaltung zeigte den Nachholbedarf auf, brachte aber auch positive Erkenntnisse zum Stand der Integration in Wormser Unternehmen


    VON GERNOT KIRCH  Bauchen wir überhaupt Integration und wenn ja, wo stehen wir damit? Zwischen der Meinung, es sei alles gescheitert, bis hin zum Glauben, die Assimilation sei ein Selbstläufer und in ein paar Jahren gebe es in unserer Gesellschaft kaum noch Unterschiede, gibt es wohl eine große Bandbreite an Auffassungen.

    Die Veranstaltung „Vielfalt schätzen – interkulturelle Öffnung in Unternehmen“ im Wormser Rathaus am vorgegangenen Dienstag zeigte die Notwendigkeit zur aktiven Integration auf, deckte aber auch die Schwierigkeiten auf diesem Weg auf.

    In ihren Einführungsworten wies die Integrationsbeauftragte bei der Stadt, Elisabeth Gransche, auf die Charta der Vielfalt hin, die von der Stadtverwaltung Worms sowie von Fiege, der FH, dem EWR und dem Klinikum unterzeichnet worden ist. Im Kern geht es hierbei darum, ein tolerantes Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen aufgrund von Region, Nationalität, Hautfarbe oder Geschlecht ist. Elisabeth Gransche wies hier auf den bundesweiten Diversity-Tag hin, der am 11. Juni bundesweit durchgeführt wird.

    Das erste Referat hielt die Kulturanthropologien Alexandra von Bose. Sie zeigte auf, dass Deutschland gar kein andere Chance habe, als sich interkulturell zu öffnen, will es auf den Weltmärkten erfolgreich sein. Nur international gemischte Teams hätten die Fähigkeit, in unterschiedlichen Kulturräumen geschäftlich erfolgreiche Abschlüsse zu tätigen. Denn nur wer verstehe, wie der andere „ticke“ und denke, sei in der Lage Produkte oder Dienstleistungen so zu stricken, dass sie angenommen werden.

    Und bisher, fügte von Bose an, habe Deutschland in der Welt keinen besonders guten Ruf, wenn es um interkulturelle Offenhielt gehe. So würde sich nur wenige Fach- und Führungskräfte von Deutschland als „Arbeitsplatz“ angezogen fühlen. Vielmehr würden sie eher einen Bogen um unser Land machen.

    Eine letzte Zahl von Alexandra von Bose machte aus einem anderen Blickwinkel deutlich, dass auch Worms nicht um eine Öffnung herumkomme. So liege der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund zwischen 20 und 25 Prozent. Was bedeute, Firmen müssen immer mehr auf Jugendliche mit Migrationshintergrund zurückgreifen, wollen sie noch Lehrlinge ausbilden. Bei den Bemühungen, für diese Gruppe attraktiv zu sein, hätten manche Unternehmen noch Nachholbedarf.

    Nachdem Leyla Centintas von der Handwerkskammer zum Thema „Handwerk integriert Migranten“ vorgetragen hatte, sprach der Regionaldirektor der Firma Fiege Logistik, Michael Suden. Er zeigte in beeindruckender Art und Weise auf, inwieweit sich sein Unternehmen schon der Hersausforderung interkultureller Vielfalt stelle und diese aktiv lebe. Ein wichtiger Grund sei dabei, so Suden, um qualifizierten Nachwuchs gewinnen zu können, den man brauche, da Logistik weit mehr als nur Konfektionieren sei.

    Bei den Azubis hätten daher bereits 20 Prozent der Lehrlinge einen Migrationshintergrund. Im ganzen Unternehmen seien es 23 Prozent, die sich aus 37 Nationalitäten zusammensetzten. In vielfältiger Weise gehe man auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Religionsgruppe ein, so sei es etwa kein Problem für Muslime ihr Freitagsgebiet in Firmenräumlichkeiten durchzuführen. Auch würde man im Ramadan die Schichteinteilung besonders gestalten.

    Abschließend sagte Michel Suden, dass es für sein Unternehmen keine Alternative zu dem eingeschlagenen Weg gebe, denn nur so könne man erfolgreich am Markt bestehen.

    Von Links: Susanne Müller, Alexandra von Bose, Leyla Cetintas, Elisabeth Gransche und Michael Suden. Foto: Gernot Kirch


     

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