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So., 15. Februar 2015, 21:29 Uhr
Trotz der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank erwirtschaftete die Sparkasse Worms-Alzey-Ried einen Überschuss von 5,5 Millionen Euro
Erfolgreiches Geschäftsjahr in schwierigem Umfeld
Sparkassenvorstand präsentiert Bilanz. Von links: Wolfhard Hensel, Dr. Marcus Walden und Norbert Zubiller. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Sparkasse Worms-Alzey-Ried hatte am Freitagnachmittag zur jährlichen Bilanzpressekonferenz geladen. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Marcus Walden nahm dabei eine positive Bewertung des gerade abgelaufenen Geschäftsjahres vor: „Angesichts der besonderen Herausforderungen durch das anhaltende Niedrigzinsniveau sind wir mit dem Geschäftsergebnis 2014 insgesamt zufrieden. Kundeneinlagen wie Kredite sind erfreulich gewachsen, der Zinsüberschuss dagegen erwartungsgemäß weiter leicht gesunken.“
Bilanzsumme unverändert
Schaut man auf die nackten Zahlen, lässt sich das Gesagte leicht nachvollziehen, so ist die Bilanzsumme der Sparkasse mit 2,86 Milliarden Euro nahezu unverändert zum Vorjahr. Es gab lediglich einen kleinen Rückgang um vier Millionen Euro. Das Betriebsergebnis vor Bewertung beläuft sich auf 27 Millionen Euro, was zu einem Jahresüberschuss, also einem Gewinn, von 5,5 Millionen Euro. Die 5,5 Millionen Euro fließen zu 100 Prozent in das Eigenkapital der Sparkasse, das sich damit 2015 auf rund 276 Millionen Euro belaufen wird.
Niedrigzinspolitik
Erschwert wurde das Geschäft der Sparkasse durch die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). So bewegt sich der Zins nur noch knapp über der Null-Prozentgrenze, was bedeutet, die Sparkasse verdient an verliehenem Geld nur noch wenig. Auf der anderen Seite war es natürlich noch nie so günstig, sich Geld zu leihen, wovon rege Gebrauch gemacht wurde. Besonders Baufinanzierungen sind nun sehr attraktiv. Die Sparkasse konnte daher ihren Bestand an Krediten und Darlehen in 2014 um 30 Millionen Euro auf insgesamt Kredite 1.719 Millionen Euro erhöhen. Neben den Häuslebauern und Unternehmen machten besonders die Kommunen von den billigen Krediten Gebrauch.
Fehlanzeige bei Aktien
Die Hauptleidtragenden der Niedrigzinspolitik sind die Sparer, denn auf Tagesgeld oder normale Sparbücher gibt es praktisch kein Zinsen mehr, rechnet man die Inflationsrate noch ab, droht bei vielen klassischen Geldanlagen sogar ein Realverlust. Sparkassenvorstand Norbert Zubiller wies in diesem Zusammenhang auf den Kauf von Wertpapieren hin. Zwar seien Aktien kein Allheilmittel, doch böten sie gerade in der Niedrigzinsphase gute Chancen und sollten eigentlich eine Beimischung im Anlage-Portefeuilles sein. Allerdings würden die Deutschen, so Zubiller, wenig in Aktien investieren, anders etwa als Angelsachsen. So laufe der DAX, also die 30 Top-Werte des Deutschen Aktienindexes, seit 2008 nur in eine Richtung, nämlich nach oben, und habe in 2014 einen gewaltigen Sprung gemacht. Aber auch bei der Sparkasse würden die Kunden diese Anlageform scheuen. Dies sei auch, so der Sparkassenvorstand, eine Folge aus den Jahren 2000 bis 2003 als viele Anleger ihr Geld in Aktien des „Neuen Marktes“ steckten und dabei teilweise viel Geld verloren hätten. Nun würden die Anleger selbst Fonds und Standardwerte scheuen. Hier empfahl Zubiller den Sparern das Gespräch mit den Beratern der Sparkasse zu suchen.
Digitale Sparkasse
Dr. Marcus Walden betonte,dass die Sparkasse ihre digitalen Angebote weiter ausbauen wolle. Natürlich behalte man ein großes Filialnetz und bleibe mit Beratern vor Ort präsent, doch gewinne die digitale Erreichbarkeit immer größere Bedeutung, wobei dies auch eine Generationssache sei. Während ältere Menschen tendenziell den Besuch der Filiale favorisierten, würden Jüngere mehr und mehr auf digitale Kommunikation wie Online-Banking, Telefon, Skype und Chatten setzen. Hier wolle die Sparkasse weiter vorangehen. Mustergültig verknüpft würden beide Angebotsformen, digitale und persönliche Betreuung, etwa in der neu gestalteten Filiale in Pfiffligheim.
Partner der Region
Die Sparkasse Worms-Alzey-Ried ist auch 2014 seiner Bedeutung als Förderer und Sponsor für die unterschiedlichsten Initiativen, Vereine, Veranstaltungen, Kitas und Schulen gerecht geworden. So floss eine Millionen Euro ans Spendengeldern in die diversen Einrichtungen Region. Darüber hinaus engagiert sich die Sparkasse mit ihrer Stiftung „Gut.für die Region“ aktiv.
Arbeitgeber
Mit 608 Mitarbeitern, davon 191 in Teilzeit, ist die Sparkasse auch ein wichtiger Arbeitgeber der Region. Mit 44 Auszubildenden ist die Sparkasse zudem ein wichtiger Ausbildungsbetrieb. Insgesamt erhielten die Mitarbeiter 31 Millionen Euro an Gehältern ausgezahlt. An Steuern flossen 7,2 Millionen Euro in die öffentliche Kasse.