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  • Do., 09. Mai 2019, 16:12 Uhr
    Verwaltung investiert in Digitalisierung und E-Government / Kompetenzen bei der Stadt ausbauen / Online-Lösungen anbieten

    „Erheblicher Aufwand in allen Bereichen“

    VON STEFFEN HEUMANN Um das Thema „Digitalisierung und E-Government bei der Stadtverwaltung Worms“ voranzubringen, soll durch die Anschaffung der Prozessbibliothek „civento“ nach und nach in allen Bereichen der Verwaltung das digitale Zeitalter Einzug halten. Rund 50.000 Euro müssen jährlich für die Software-Nutzung veranschlagt werden. Damit die Sachbearbeitung und Umsetzung digitaler Prozesse optimiert werden kann, wird auch das Budget für zentrale Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen im Rahmen einer zukunftsorientierten Personalentwicklung und insbesondere für den Ausbau digitaler Kompetenzen schrittweise von 75.000 auf 120.000 Euro jährlich erhöht.

    Entlastung für Bürger und Verwaltung

    Denkbar ist, dass schon bald der Antrag eines neuen Anwohnerparkausweises ohne einen Besuch bei der Verwaltung abläuft. Nicht realistisch bleibt die Ausstellung von Dokumenten wie dem Personalausweis oder Reisepass. Aufgrund sensibler und biometrischer Daten bleibt der Behördenbesuch alternativlos. „Das wäre rechtlich nicht machbar“, erläuterte Angelika Zezyk, Bereichsleitung Sicherheit und Ordnung. „Es gibt Vorgaben von Bund und Land, die den technischen, aber auch rechtlichen Rahmen vorgeben“, so Werner Zehe, EDV-Abteilungsleiter. Darauf habe die Verwaltung keinerlei Einfluss, wie Zehe ergänzt. Ansonsten habe man durchaus Spielraum, um Fachverfahren durch digitale Prozesse trotz der komplexen Anwendung zu vereinfachen. So sollen auch Bezahlvorgänge voll automatisiert ablaufen.

    Ziel sei es, für einfache Verwaltungsprozesse Online-Lösungen anzubieten, erklärte Holger Zutavern, Abteilungsleiter Personal und Organisation. Dadurch entzünden auch intern Effizienzgewinne. Zutavern schätzt, dass in den kommenden 10 Jahren rund 300 Mitarbeiter in der Verwaltung altersbedingt ausscheiden. Es sei äußerst schwer, diese zu ersetzen. Durch die Digitalisierung sei aber kaum mit einem Abbau von Arbeitsplätzen zu rechnen. Mehr Home-Office-Angebote, für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, könnten für die Stadt als attraktiven Arbeitgeber sprechen. Auch Bürokapazitäten könnten als Nebeneffekt eingespart werden.

    Realisiert werden soll, was machbar ist. Allerdings soll auch nach wie vor der persönliche Kontakt erhalten bleiben. Sofern die Mitarbeiter mehr nach Terminen arbeiten, lasse sich der Bürgerservice ebenfalls effizienter gestalten, weiß Angelika Zezyk um Einsparpotentiale. Allerdings gäbe es auch ständig neue Aufgaben zu bewältigen, so Oberbürgermeister Michael Kissel, der darauf verwies, dass mit einem erheblichen Aufwand in allen Bereichen zu rechnen sei. Daher sollen durch einen Sachbearbeiter und einen Digitalisierungsbeauftragten („Chief Digital Officer“ - CDO) angemessene Ressourcen geschaffen werden.

    „Nur ein Schrittchen, kein Schritt“, wertete Mathias Englert, FWG/Bürgerforum, den Beschluss und die Maßnahmen als längst überfällig. Timo Horst, SPD, verbindet mit dem Einzug des digitalen Zeitalters auch die Hoffnung auf das Ende der „Zettelwirtschaft“ im Konzern Stadt.

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