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  • Mi., 11. Dezember 2019, 09:20 Uhr
    Stadtmission Worms: Erfolgreicher kultureller Abend im Eri-Cafe / An drei Sonntagen im Monat

    Eritrea – Begegnung mit einer der urchristlichen Kulturen 

    Vergangenen Sonntag lag etwas anderes als üblich in der Wormser Luft. Rund um die Stadtmission Worms waren afrikanische Gerüche zu er schnuppern. 

    Das Eri-Café, das an drei Sonntagen im Monat ab 17 Uhr in den Räumen der Stadtmission seine Türe öffnet, hatte zu einem kulturellen Abend eingeladen. Viele Eritreer, deutsche Mitbürger und Freunde aus der Umgebung waren der Einladung gefolgt. 

    Traditionelles Essen in der Fastenzeit, die noch bis 6. Januar andauert mit Inschera, Linsen, Kartoffeln,  Spinat und Salat erfreuten die Gäste. Abgerundet wurde das ganze mit eritreischem Kaffee, der frisch geröstet an Ort und Stelle angeboten wurde.

    Angeregter Austausch
    So kamen durch das gemeinsame Essen und anregenden Austausch Eritreer und Deutsche sich näher. Eines der Ziele dieses Abends war es, Begegnungen zu schaffen. Menschen, die noch nie vorher miteinander gesprochen hatten, lernten sich kennen. Mit etwa 70 Personen war der Bistroraum der Stadtmission zu klein geworden, so dass im den großen Saal zusätzlich Tische aufgestellt werden mussten.

    Mit Lied und Tanz der Dankbarkeit Gott gegenüber und einem Solo von Abiel Fuzum wurde zu einem Interview eingeleitet. Hier sprachen eritreische Wormser zu einer interessierten Zuhörerschaft. Sie berichteten über Fluchtgründe und persönliche Schicksale berührten die Anwesenden. 

    Nordkorea in Afrika
    Eritrea gilt als das Nordkorea in Afrika. Politisch oder religiös Verfolgte werden in unterirdischen Gefängnisse ohne Gerichtbeschluss eingekerkert. Militärdienste können sich über Jahrzehnte hinausziehen mit einem kleinen Sold, wodurch es unmöglich wird, eine Familie zu versorgen und sich eine Zukunft zu bauen. Seit 2014 haben viele junge Menschen das Land verlassen, um in Äthiopien, im Sudan, in Ägypten oder Europa Schutz vor Repressalien zu suchen oder um eine neue Existenz zu gründen.

    Inzwischen sind die meisten als Lageristen, Kommissionierer oder Staplerfahrer in den umliegenden Firmen beschäftigt oder in Ausbildung als Altenpfleger/in.

    Eine Frage bewegte am Schluss die Eritreische Gruppe: Was erwarten Deutsche von Eritreern bzw. was erwarten Eritreer von Deutschen?

    Die letzte Frage war schnell beantwortet: Ein offenes Herz.

    Offenes Herz erleben
    Nicht nur in der Stadtmission Worms ist dieses offene Herz zu erleben. Durch die finanzielle Unterstützung von „Demokratie Leben“ sowie der Hilfe von Claudia Koch und Veronik Heimkreitner von der Stadt Worms  war dieser besondere Abend möglich geworden.

    Am Ende dieses langen Abends sind die Besucher betroffen, aber zugleich auch ermutigt nach Hause gegangen. Gegenseitig ausgesprochene Einladungen werden die Begegnungen, die geknüpft wurden, fortsetzen. 

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