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Do., 03. März 2016, 01:10 Uhr
Die Mannheimer Kufencracks unterliegen mit 3: 4 Toren gegen Iserlohn und enttäuschen maßlos gegen einen schwachen Gegner
Erneute Pleite! Adler zurück im Verlierer-Modus
Eine heftige Massenkeilerei beendet das Match der Adler Mannheim gegen die Iserlohn Roosters. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Fast alle Hoffnung und Euphorie des Wochenendes, als die Adler zweimal siegten, ist wieder dahin und die Tristesse ist in die SAP-Arena zurückgekehrt. Die Mannheimer Adler unterlagen am Mittwochabend nach einer enttäuschenden Leistung mit 3:4 (1:2/2:0/0:2 ) Toren ihr Heimspiel gegen die Iserlohn Roosters. Glaubten viele Fans nach dem Wochenende noch an die Wende und ein Erwachen in den Pre-Play-Offs, machte sich am Mittwoch wieder Frust und Enttäuschung breit. Dabei spielte Iserlohn gar nicht mal gut, sondern zeigte eine eher schwache Partie. Aber selbst gegen blasse Roosters reichte es bei den Mannheimern nicht mehr zum Sieg. Und dies ist keine Häme, es ist schlicht weg eine Situationsbeschreibung.
Was Iserlohn in dem insgesamt faden Match besser machte als Mannheim, es nutzte seine Chancen zum Sieg, die Adler schenkten ihre hingen - wie schon so oft in dieser Saison - leichtfertig her. Dabei erlebten die Zuschauer ein Wechselbad der Gefühle. Erst lagen die Adler nach dem ersten Drittel mit 1:2 Toren zurück, dann führten sie nach dem zweiten Abschnitt mit 3:2 Toren, um im letzten Drittel quasi die Arbeit und das Schlittschuhlaufen einzustellen, und so dem Gegner den 4:3 Sieg zu ermöglichen.
In der Tabelle stehen die Adler jetzt auf Rang acht bei noch zwei ausstehenden Begegnungen. Ob die Mannheimer in die Pre-Play-Offs kommen, ist noch nicht sicher. Dies wird sich am Wochenende zeigen.
Die wohl meist gestellte Frage in dieser Saison: „Warum verlieren die Adler so oft und wo bleibt das Aufbäumen?“ Die Antwort ist recht simpel und trifft auch auf das Match gegen Iserlohn zu: Die Stürmer treffen nicht, sie brauchen zu vielen Gelegenheiten, um Tore zu machen. Dazu kommen Leichtsinnsfehler in der Abwehr und der Spielaufbau ist viel zu kompliziert. Es fehlt die Gradlinigkeit und Cleverness. Das Hauptmanko jedoch, man vermisst die Leidenschaft, jegliche Emotion und die Kampfbereitschaft. Jeder im Team scheint so seinen Stiefel runterzuspielen. Ein wirkliche Mannschaft, die an sich glaubt und die etwas erreichen will, scheint jedenfalls nicht auf dem Eis zu stehen. Zumindest wirkt sie nicht so. Der einzige Adler, von dem zurzeit wirkliche Torgefährlichkeit ausgeht, ist Ryan MacMurchy. Doch dies ist zuwenig, um ein Top-Team zu sein.
Zur Chronologie
1. Drittel
Die Iserlohner mit dem druckvolleren Beginn. In der zweiten Minuten ein gefährlicher Schuss von Roosters-Angreifer Luigi Caporusso. In der Folge war Mannheim optisch dominierend, aber die Roosters blieben mit ihrem gradlinigen Konterspiel gefährlich. Der Druck der Blau-Weiß-Roten nahm aber stetig zu. Steve Wagner (8. Min), Glen Metropolit (9. Min) und Mathieu Carle (9.Min) mit guten Gelegenheiten. Ab der 10. Minute die Iserlohner dann in Überzahl. Chad Bassen nutzte diese zur 1:0 Führung für die Roosters. In der Folge die Adler mit einem Mann mehr auf dem Eis. Dreimal zog Ryan MacMurchy ab und zweimal Sinan Akdag, aber der Puck wollte nicht ins Roosters -Gehäuse gehen. Aber gerade als Iserlohn wieder komplett war, musste erneut ein Sauerländer hinaus. Und diesmal traf der Top-Stürmer der Ader, Ryan MacMurchy, in der 15. Minute zum 1:1 Ausgleich. Als alle schon dachten, mit diesem Resultat geht es in die Pause, traf in der 19. Minute Bobby Raymond zum glücklichen 2:1 Führungstreffer für Iserlohn. Fazit: Kein spektakuläreres, aber ein gutes Drittel mit einer glücklichen 2:1 Führung für Iserlohn. Torschüsse: Mannheim 15 - Iserlohn 8
2. Drittel
Das zweite Drittel gehört den Adlern. Zwar war der Auftakt für die Mannheimer etwas holprig, aber je länger die Partie ging, umso mehr nahmen die Nordbadern das Zepter in die Hand. Iserlohn hingegen zu passiv. Der Ausgleichstreffer zum 2:2 in der 28. Minute durch Verteidiger Steve Wagner war zwar glücklich für Mannheim, aber verdient. In der Folge marschierten nur mehr die Blau-Weiß-Roten. Begünstigt wurden die Cracks aus der Quadratestadt, weil die Iserlohner nun viele Strafzeiten kassierten. In der 35. Minute schließlich der 3:2 Führungstreffer für Mannheim erneut durch Steve Wagner. Fazit: Dominierende Adler gehen zurecht mit 3:2 in Führung. Torschüsse: Mannheim 15 - Iserlohn 6
3. Drittel
Direkt nach Wiederanpfiff hatten die Adler die riesige Gelegenheit ihre Führung auszubauen, doch letztlich vertändelte Jochen Hecht und vergab die Chance. Und dies sollte sich bitter rächen. Eine Szene übrigens, die symptomatischen für das Adler-Spiel ist: Selbst beste Gelegenheiten, bei denen quasi drei Mannheimer Stürmer auf den gegnerischen Torwart zufahren, werden verschenkt.
In der 44. Minute erhielt Adler-Stürmer Ryan MacMurchy eine Strafzeit und der Iserlohner Jason Jaspers nutzte die numerische Überlegenheit zum 3:3 Ausgleichstreffer. Knapp eine Minute später gingen die Roosters durch Brooks Macek gar mit 4:3 in Führung. Die Adler nun um den Ausgleich bemüht, ohne dabei aber den ganz großen Druck entfalten zu können. Alles blieb Stückwerk. In der 54. Minute Ryan MacMurchy mit einer dicken Chance, aber er scheiterte knapp. Dann waren noch fünf Minute zu spielen und die Adler in Überzahl. Aber das Powerplay verpuffte ergebnislos und es waren nur noch drei Minuten zu spielen. Die Blau-Weiß-Roten weiterhin bemüht, aber ohne Durchschlagskraft und mit viel zu vielen Einzelaktionen. 45 Sekunden vor Spielende wurde dann der Iserlohner Luigi Capurosso für zwei Minuten vom Eis gestellt. Nur 30 Sekunden später folgte ihm sein Mannschaftskamerad Colten Teubert, sodass 5 Mannheimer gegen drei Iserlohner spielten. Die Adler nahmen jetzt sogar zusätzlich ihren Torhüter vom Eis, aber es gelang ihnen nicht mehr, ein Tor zu erzielen. Somit endete das Spiel mit dem Sieg der Roosters.
Kurz nach dem Abpfiff kam gerieten zunächst Jochen Hecht und der Iserlohner Torsteher Chet Picard aneinander. Daraus entwickelte sich eine heftige Massenschlägerei in die fast alle Spieler irgendwie beteiligt waren. Sehr unsportlich verhielten sich nach dem Match einige Iserlohner Spieler, als sie provozierende Gesten in Richtung der Mannheimer Zuschauer machten. Fazit: Adler schenken einen Sieg gegen keineswegs überzeugende Roosters her. Torschüsse: Mannheim 8 - Iserlohn 8
Statistik
Mannheim : Iserlohn 3:4 (1:2/2:0/0:2)
Tore: 0:1 (09:38) Bassen (Button/ Jaspers) - PP1; 1:1 (14:34) MacMurchy (Carle/Hospelt) - PP1; 1:2 (18:33) Raymond (Petersen/York) - EQ; 2:2 (27:15) Wagner (Raedeke/Hospelt) - EQ: 3:2 (34:14) Wagner (Hecht/MacMurchy) - EQ; 3:3 (44:33) Jaspers (Button/Capurosso) - PP1; 3:4 (45:15) Macek (Capurosso/Jaspers) - EQ; Schiedsrichter: Rohatsch / Steinecke Strafen:Mannheim 10 Min + 5 Min + 20 Min Yip + 5 Min + 20 Min Buchwieser - Iserlohn 20 Min + 5 Min + 20 Min Teubert + 10 MinRaymond Torschüsse: Mannheim 38 - Iserlohn 22 Zuschauer: 10.500