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  • Fr., 07. Juli 2023, 10:52 Uhr
    WORMS: SPD kritistiert ausgedünntes Filial- und Geldautomatennetz / Hochheimer Ortsverein überlegt Unterschriftenaktion

    „Erneute Schließung von Sparkassenfilialen ist die falsche Entwicklung“

    „Wir sind mehr als unglücklich über den weiteren Abbau von Filialen und Geldautomaten der Sparkasse.“ So reagieren SPD Vorsitzende Maria Unterschütz und Fraktionsvorsitzender Dirk Beyer auf die Ankündigung der Sparkasse, die Filialen in Herrnsheim, Horchheim und im Liebenauer Feld zu schließen. Zudem werden noch einige Geldautomaten wegfallen. Beide sind sich einig, dass dies erneut ein Verlust an Servicequalität insbesondere für ältere Menschen bedeutet.

    „Für Kundinnen und Kunden, die ihre Bankgeschäfte direkt mit einem Berater erledigen möchten, werden die Wege jetzt weiter“, bedauert Unterschütz. Dirk Beyer, auch SPD-Fraktionssprecher im Herrnsheimer Ortsbeirat ergänzt: „Dieser Schritt hat sich angedeutet und nun wurde er leider umgesetzt. An anderen Standorten hat es auch mit einer Filialschließung begonnen. Dann wurden nach einer gewissen Zeit auch Geldautomat oder SB-Terminal entfernt und die Möglichkeit der Erledigung von Bankgeschäften und Bargeldversorgung vor Ort war verschwunden oder massiv verschlechtert. Ich hoffe, dass sich das nicht wiederholt.“

    Beide Sozialdemokraten betonen, dass mit diesen Maßnahmen die Sparkasse ein Stück weit mehr zu einer Bank, wie viele andere wird. Bei der Bevölkerung entstehe der Eindruck, dass die Fusion zur Rheinhessen Sparkasse zur Verschlechterung des Serviceangebots beigetragen habe. Das sei eine schlechte Entwicklung für die Sparkasse, die einen Versorungsautrag habe – und eine schlechte Entwicklung vor allem für die Stadtteile.

    Kritik auch aus Hochheim

    Exemplarisch bezieht auch der Hochheimer SPD-Ortsverein Stellung und zeigt hierbei keinerlei Verständnis für das Ende der Sparkassen-Filialen und der SB-Stellen. „Als die Filiale in Hochheim geschlossen wurde, hat sich unser damaliger Ortsvorsteher Timo Horst vehement dafür eingesetzt, dass wenigstens der Automat erhalten bleibt. Die Filiale im Liebenauer Feld nahm die ehemaligen Kunden aus Hochheim auf. Nun sollen Geldautomat und Filiale geschlossen werden. Das ist mehr als ärgerlich“, so die Ortsvereinsvorsitzende Maria Hilberg.

    Der Ortsverein sieht zudem ältere Menschen oder Menschen, die nicht technikaffin sind oder dem Online-Banking nicht trauen, aber auch behinderte Menschen, künftig stärker ausgegrenzt.

    Weniger Service, höhere Vorstandsgehälter

    „Der SB-Automat in Hochheim ist an einer Außenmauer angebracht. Das kann ja wohl für die Sparkasse nicht so teuer sein. Jedenfalls nicht so teuer wie die höheren Gehälter in der Chefetage der Sparkasse nach der Fusionierung“, ärgert sich Hilberg. Mit der Fusion wurden Kunden mehr Service versprochen. Das Resultat könne man nun sehen: Fast der gesamte Wormser Westen verliert seine Sparkasseninfrastruktur.

    Öffentlich-rechtliche Privilegien in Frage gestellt

    Der Unterschied zwischen dem regionalen Kreditinstitut Sparkasse und einer Direktbank ohne Filialnetz wird immer geringer, so die Sozialdemokraten. „Dann soll die Sparkasse ihre öffentlich-rechtlichen Privilegien aufgeben und wie eine privatrechtliche Bank agieren“, so Hilberg. Auch überlege sich die Hochheimer SPD Unterschriften gegen den Kahlschlag oder weitere politische Initiativen zu starten.

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