PARKHAUS AM DOM: Nach Mängeln in der Ausführung müssen Arbeiten neu ausgeführt werden / Rechtsverfahren laufen
Eröffnung jetzt für Juni 2020 geplant
Auf den rund 9.200 Quadratmetern Parkfläche müssen in Teilen der Beton neu und im Ganzen die Beschichtung aufgetragen werden, ehe das Parkhaus in Betrieb gehen kann. Das soll frühestens im Juni 2020 der Fall sein, wie Dezernent Uwe Franz am Donnerstag informierte. Mehrkosten sollen für das Projekt, das zuletzt auf rund 9 Millionen Euro kalkuliert wurde, ursprünglich jedoch für unter 7 Millionen Euro realisiert werden sollte, durch die erneute Verzögerung nicht entstehen. Foto: Steffen Heumann
VON STEFFEN HEUMANN | Was wie eine unendliche Geschichte anmutet, soll im Juni 2020 endlich Realität sein. Die Rede ist von der Eröffnung des Parkhauses am Dom in der Koehlstraße. Geplant war die Inbetriebnahme bereits für Ende 2016, um gemäß dem Wunsch des Einzelhandels für das Weihnachtsgeschäft ausreichend innerstädtischen Parkraum zu bevorraten.
Die Rechnung hatten alle Beteiligten ohne die von den ausführenden Firmen verursachten Mängel beim Betonieren und Grundieren gemacht. Laut Gutachten wurden ihre Gewerke nicht ordnungsgemäß erledigt. Pflichtgemäß hatte das die Bauverwaltung beanstandet und eine Kettenreaktion ausgelöst, deren Ende nicht absehbar ist.
Kein Vorwurf an Verwaltung
Am Donnerstag erläuterte Baudezernent Uwe Franz vor Ort den aktuellen Sachstand. Trotz aller Kritik im Vorfeld, betonte Franz, dass der Verwaltung keinerlei Vorwurf zu machen sei. Handlungsspielraum gab es nicht. Das Aufbringen des Betons erfolgte zu schnell. Es verbleib zu viel Feuchtigkeit. Beim Folgegewerk wurde zudem auf eine Aufrauhung verzichtet, was zur Folge hatte, dass die Verbindung zwischen Beton und Beschichtung nicht die benötigte Haftung vorwies. Dann wurden Gutachten in Auftrag gegeben. Mittlerweile sind zwei Rechtsverfahren anhängig, deren Ausgang trotz der Expertisen zu Gunsten der Verwaltung noch offen ist. Jetzt seien Fristen verstrichen und das Heft des Handelns liege wieder bei der Verwaltung. Ausschreibungen für die noch ausstehenden Arbeiten folgen. Läuft alles nach Plan, könnten in diesem Jahr noch Fräsarbeiten und Vorarbeiten für das Auftragen der Beschichtung beginnen.
Betonschicht muss in Teilen erneuert werden
Auf rund 9.200 Quadratmetern Parkfläche muss der Beton in Teilen neu und die Beschichtung im Ganzen aufgetragen werden. Eine Aufführung des letzten großen Gewerkes könne aber erst bei Außentemperaturen von konstant über 8 Grad Plus erfolgen, verwies Abteilungsleiterin Verkehrsinfrastruktur und Mobilität Annett Böttner, auf die Faktenlage. Eine frühere Nutzung sei nicht möglich, fügte Annett Böttner an. Vor allem deshalb, weil Pkw im Winter jede Menge Feuchtigkeit und Salze in das Parkhaus einbringen würden. Das reine Beschichten und Trocknen würde rund 8-10 Wochen in Anspruch nehmen. Ein Eröffnungstermin im Juni 2020 sei daher realistisch, so die Verwaltung. Abschließend würden noch Malerarbeiten und das Aufbringen der Bodenmarkierungen sowie kleinere Schlosserarbeiten folgen.
Ausgang des Rechtsverfahrens offen
Auf ein „Nullsummenspiel“ hofft Dezernent Uwe Franz. Bislang ist an die Firmen, die die Mängel verursacht haben, kein Geld geflossen. Diese Mittel stünden theoretisch auf Abruf, sofern die ausstehenden Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt werden. Aufgrund der Verzögerungen werden Ausfallkosten geltend gemacht. Ob und in welcher Höhe, wird der Ausgang des Rechtsverfahrens zeigen. Mit Mehrkosten seien nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu rechnen. Aus Erfahrung weiß Bereichsleiter Planen und Bauen Thomas Rudolph, dass es Jahre in Anspruch nehmen kann, bis ein Urteil gesprochen wird. In diesem Jahr muss der innerstädtische Einzelhandel also mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft das Parkaus am Dom nochmals aussparen.