Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt vergleichsweise ruhig / Arbeitslosenquote sank von 8,3 Prozent auf 8,2 Prozent
Erst moderater Anstieg, jetzt moderater Rückgang
Die Arbeitslosenquote in Worms sank im Februar gegenüber dem Vormonat von 8,3 Prozent auf 8,2 Prozent Archivbild: Robert Lehr
Auf dem Wormser Arbeitsmarkt verlief die Entwicklung seit Jahresbeginn vergleichsweise ruhig. Nach einem verhältnismäßig moderaten saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar fiel auch der erwartete Rückgang der Arbeitslosenzahlen im Februar etwas schwächer aus als in den Vorjahren. Belastet wurde der Arbeitsmarkt vor allem durch Arbeitslosmeldungen aus dem Dienstleistungssektor, dem Baugewerbe und dem Handel. Hinzu kamen zahlreiche Personen, die nach Beendigung einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme auf der Suche nach einer Anschlussbeschäftigung waren. Gleichzeitig gelang es im Vergleich zum Vorjahr weniger Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Beschäftigung zu beenden.
„Die hohe Zahl an Stellenmeldungen, die uns Monat für Monat aus der Wirtschaft erreicht, zeigt uns, dass der Markt grundsätzlich aufnahmefähig ist“, erläutert Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur die neuen Zahlen. „Allerdings nehmen die Passungsprobleme zwischen Angebot und Nachfrage zu. Wir setzen deshalb verstärkt auf Weiterbildung und Qualifizierung der Jobsuchenden.“ Aber auch nach Abschluss einer Qualifizierungsmaßnahme dauere es oftmals noch eine Zeit, bis der passende Job gefunden sei. Vor dem Hintergrund der guten konjunkturellen Daten rechnet die Agenturleiterin für die kommenden Monate aber mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit.
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im Februar waren in Worms insgesamt 3.649 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 51 weniger als im Januar und 216 oder 5,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vormonat von 8,3 Prozent auf 8,2 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Arbeitslosenquote 8,7 Prozent betragen. Von den 3.649 Arbeitslosen im Februar wurden 1.227 von der Arbeitsagentur und 2.422 vom Jobcenter Worms betreut. Der Rückgang im Februar entfiel ausschließlich auf die vom Jobcenter betreuten Arbeitslosengeld-II-Empfänger. Ein wesentlicher Grund hierfür liegt in einer gesetzlichen Änderung, nach der ab Januar 2017 die so genannten Aufstocker, das heißt Personen die parallel zum Arbeitslosengeld I auch Leistungen des Arbeitslosengeldes II beziehen, nicht mehr vom Jobcenter, sondern von der Arbeitsagentur betreut werden.
In der Personengruppe der unter 25-jährigen stieg die Arbeitslosigkeit im Februar leicht an, während sie in den übrigen Altersgruppen nahezu konstant bleib. Die Zahl der Arbeitsuchenden im Kontext von Fluchtmigration stieg im Februar auf 640. Der Anteil an allen Arbeitsuchenden betrug damit knapp 16 Prozent.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften auf dem ersten Arbeitsmarkt war im Februar weiterhin hoch. Die Arbeitgeber meldeten 245 offene Stellen, 4 mehr als im Januar und 26 weniger als vor einem Jahr.
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit auf den regionalen Arbeitsmärkten Rheinhessens verlief im Februar uneinheitlich. Während die Städte Mainz und Worms einen leichten Rückgang verzeichneten, kam es in den Landkreisen Mainz-Bingen und Alzey-Worms zu einem leichten Anstieg. Die Arbeitslosenquoten veränderten sich wie folgt: Stadt Mainz von 6,6 auf 6,5 Prozent, Stadt Worms von 8,3 auf 8,2 Prozent und Landkreis Alzey-Worms von 4,3 auf 4,4 Prozent. Im Gesamtbezirk und im Landkreis Mainz-Bingen blieben die Quoten konstant bei 5,5 bzw. 4,0 Prozent.