Osthofens Bürgermeister Itzerodt bezieht nach zehnmonatiger Umbauphase sein endgültiges Domizil im alten Rathaus
Erstbezug nach Sanierung
Bürgermeister Wolfgang Itzerodt (links) und Architekt Jörg E. Deibert mit einem Model der „Alten Mitte“ im Sitzungssaal des sanierten Osthofener Rathauses. Foto: Gernot Kirch
VON CHANI SCHÄFER Am nächsten Montag nimmt der amtierende, ehrenamtliche Bürgermeister der Stadt Osthofen, Wolfgang Itzerodt, im sanierten Rathaus in der Friedrich-Ebert-Straße seine Arbeit auf. Der Umbau wurde von den Architekten in Bürogemeinschaft (a.i.b), Thomas Horn und Jörg E. Deibert, mit viel Liebe zum Detail durchgeführt.
Das Rathaus, welches im Jahre 1581 gebaut wurde und damals die Ortsmitte markierte, blickt auf eine spannende Zeit mit wechselnden Besitzern zurück. So war es in den Anfängen in Besitz von Vögten und später in der Kurpfälzischen Zeit das Eigentum einiger Schultheiße. Die Freude an dem prachtvollen Rathaus wehrte jedoch nicht lange, da dieses durch einen Brand 1621 fast vollständig zerstört wurde. Das Einzige was blieb, waren einerseits das steinerne Erdgeschoss und der massive Treppenturm. Ab dem Jahre 1621 bis zur Wiederherstellung und Neueröffnung durch die Lutheraner 1739 lag das Gebäude in ruinösem Zustand brach. Die Kirchengemeinde stockte das steinerne Treppenhaus zu einem Glockenturm auf, sodass die Mitglieder das Gebäude als Kirche nutzen konnten. Durch die Luthergemeinde inspiriert, bauten die Bürger Osthofens 1738 direkt angrenzend an die Kirche, Wand an Wand, ein für sie neues Rathaus. Das spätbarocke Anwesen tat seinen Dienst als Rathaus bis 1972, in dieser Zeit wurde nach Westen hin die restliche Fläche des alten Kirmesplatzes mit einem Gebäude für die Feuerwehr bebaut. Das Feuerwehrhaus wurde im ersten Stock über einen Gang mit dem Rathaus verbunden, der auch heute noch genutzt wird. Von 1972 bis 2012 stand das Gebäude leer. Nur vereinzelt wurde das Haus in dieser Zeit von verschieden Institutionen kurzzeitig verwendet.
Um so erfreulicher, dass das Rathaus durch seinen neuen Besitzer, Jörg Deibert, einen engagierten und an der Erhaltung interessierten Eigentümer gefunden hat. Die Sanierungsarbeiten begannen im Oktober 2012 und dauerten bis zu Fertigstellung im Juli diesen Jahres fast zehn Monate. Bei der Sanierung wurde speziell darauf geachtet „alte Schätze“ zu waren. So sind zum Großteil Treppenhäuser, Vertäfelungen und die Einrichtung aufwendig erneuert und erhalten geblieben. Ein besonderes Schmuckstück ist der im Konferenzraum hängende massive Kronleuchter, der dort schon vor vielen Jahren installiert wurde. Bürgermeister Itzerodt, welcher in diesen Tagen mit einer Mitarbeiterin in den 1. Stock des 3. Stockigen Rathauses und des angrenzenden Feuerwehrhauses gezogen ist, freute sich sehr über die hervorragend gelungenen Arbeiten. In dem Erdgeschoss hat ein Optiker, eine Gartentechnikfirma und ein Fußpflegestudio ihren Platz gefunden. Im 3. Stock ist die Firma a.i.b. beheimatet. Für eine Belebung der alten Osthofener Mitte ist somit der Stein ins Rollen gebracht. Bürgermeister Itzerodt und Architekt Deibert wünschen sich, dass noch viele Privatinvestoren dem Beispiel folgen und sich mehr an der alten Mitte Osthofens begeistern, um diese wieder mit Ihren Geschäften zu beleben. Die Bevölkerung hat dadurch die Möglichkeit in unmittelbarere Nähe einzukaufen, einen schönen Tag zu verleben und in stilvollem Ambiente sich zusammenzufinden und Freude an Ihrer Heimat zu haben.
Abriss des Schleckergebäudes Zur Abrundung der alten Mitte soll nach Abriss des Schleckergebäudes, das bereits im Besitz der Stadt Osthofens ist, dort ein offener Rathausplatz entstehen. Dieser Platz soll für Veranstaltungen zur Verfügung stehen und für dringend benötigte 20 bis 30 Parkmöglichkeiten genutzt werden. Gerade durch die entstehenden Stellplätze soll die Parksituation in der Mitte Osthofens entschärft werden und sich die Innenstadt attraktiver für neue Geschäftsleute zeigen. Aber nicht nur die Gewerbetreibenden sollen in der alten Mitte ein neues Zuhause für ihr Läden finden, sondern auch alteingesessene und neuzugezogenen Bürger sollen sich durch die alte Mitte mehr mit „Ihrer Stadt“ identifizieren. Das Konzept erfolgt nach dem Motto „Innen- vor Außenentwicklung“.
Umwandlung des Schillgeländes
Schaut man in die weitere Zukunft, könnte die alte Mitte in Osthofen durch die Umwandlung des nicht mehr genutzten Industriegeländes der Firma Schill wachsen, weil damit eine immense Bauflächenzugewinnung realisiert wird. Hier kann das Herz der Stadt nach den Ideen der Bürger und der Politik gestaltet werden. Man sei erst in der Überlegungsphase, konkrete Konzepte würde es noch keine geben, so Itzerodt.
Der erste Schritt hin zu einem „wir Gefühl“ ist somit getan, ob und wie sich die alte Mitte weiter entwickelt, wird sich zeigen.