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  • Mo., 27. Januar 2020, 15:29 Uhr
    GEDENKSTÄTTE OSTHOFEN: Landtag bei Holocaust-Gedenken in ehemaligem Konzentrationslager

    Erstmals im Zeichen homosexueller Menschen

    Der rheinland-pfälzische Landtag hat aus Anlass des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar in diesem Jahr an die Verfolgung der Homosexuellen im Dritten Reich erinnert. In der Gedenkstätte KZ Osthofen sprachen Landtagspräsident Hendrik Hering und Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die Gedenkrede hielt  Professor Michael Schwartz vom Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. Der Musik-Leistungskurs der Jahrgangsstufe 11 des Gymnasiums am Römerkastell Alzey unter der Leitung von Christian Follmann gestaltete die Gedenksitzung musikalisch mit. Foto: Landtag Rheinland-Pfalz/Torsten Silz


    Der Landtag erinnerte heute an die Opfer des Nationalsozialismus - erstmals stand dabei die Verfolgung Homosexueller im Mittelpunkt. Die Sitzung fand in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Osthofen statt. Der Historiker und Theologe Michael Schwartz vom Institut für Zeitgeschichte hielt die Hauptrede. Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Landtagspräsident Hendrik Hering (beide SPD) spachen ebenfalls. Anschließend wurde in der ehemaligen Häftlingshalle ein Kranz niedergelegt.

    „Schwulen-Paragraf“ erst 1994 abgeschafft
    Unter dem nationalsozialistischen Regime drohte Homosexuellen Haft im Konzentrationslager und Kastration. Doch auch nach 1945 hielt ihre Verfolgung an. Der schon seit 1872 geltende „Schwulen-Paragraf“ 175 wurde erst 1994 abgeschafft. Dafür hatte sich der rheinland-pfälzische Landtag im Jahr 2012 entschuldigt. Einen Forschungsbericht zur Verfolgung und Diskriminierung Homosexueller in Rheinland-Pfalz im Zeitraum 1946 - 1975 unterstützte der Landtag bereits. Die drei Ampelfraktionen und die oppositionelle CDU fordern in einem gemeinsamen Antrag allerdings, den damit begonnen Aufarbeitungsprozess fortzuführen.

    Konzentrationslager Osthofen
    1933 wurde in Osthofen das erste Konzentrationslager im damaligen Volksstaat Hessen errichtet. Gefangene waren Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter, Parteilose, Juden, Christen, Atheisten, Sinti und Roma. Für viele stand das KZ Osthofen am Anfang des Weges in andere Konzentrationslager wie Dachau, Papenburg, Auschwitz und Majdanek. Auch in anderen Städten des Landes gab es Gedenkveranstaltungen. Bundesweit wurde heute an die Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Anlass ist die Befreiung des Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau vor 75 Jahren durch die Rote Armee. Allein in Auschwitz töteten die Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen.

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