
Von Marcus Diehl › Der Geist war willig, aber das Fleisch war schwach. Es gab zwar am Samstag eine starke Anfangsphase in der Heimpartie gegen den TuS Koblenz, die gekrönt wurde von einem Super-Tor von Nico Jäger. Mehr war im weiteren Spiel nicht möglich. Mit einem 1:4 (1:3)-kassierte der VfR Wormatia Worms seine erste Heimniederlage in der Oberliga Südwest.
Dabei wurde er unter Wert geschlagen, aber dies völlig verdient. Die Frische hat einfach gefehlt, um gegen ein ausgeruhtes Spitzenteam der Liga zu bestehen. Vor allem bei den Gegentoren in der ersten Hälfte war das Wormser Team nicht mit allen Gedanken auf dem Platz. Drei Standards flogen ihm um die Ohren, die normalerweise zu verteidigen gewesen wären. Die Wormatia erweckte zunächst den Eindruck, die Kraft und vor allem den Kopf zuhaben, um bereit zu sein für ein weiteres Spitzenspiel nach dem Nackenschlag unter der Woche.
Nach drei Minuten führte der VfR dank eines Supertreffers. Ein Zuckerpass von Luca Baderschneider in die Schnittstelle erreichte den von rechts einlaufenden Nico Jäger. Frei vor Torhüter Michael Zadach, behielt er seine Ruhe und traf zur Führung. Der VfR war gut im Spiel, wobei die Gäste sehr kompakt in der Defensive standen. Sie wollten erst einmal abtasten, was die Wormatia zu bieten hatte. Mit dem ersten Torschuss kam direkt der Ausgleich. Bei einem Eckball wurde der erste Ball nicht verteidigt, die Verlängerung kam am langen Pfosten zu Denis Vyrych und der schob ohne Gegenspieler ein.
Nächster Standard – nächster Gegentreffer: Diesmal war es ein Freistoß. Es gab keine gute Zuordnung in der Deckung und Vyrych war wieder zur Stelle. War das erste Tor noch leicht abseitsverdächtig, lag beim dritten Gegentreffer der Linienrichter total daneben. Ein langer Freistoß aus der eigenen Koblenzer Hälfte, die Wormatiadefensive stand auf einer Linie, und der durchbrechende Igor Blagojevic zu weit vorne. Trotzdem blieb die Fahne unten. Sehr effektiv waren die Gäste, die bei drei Versuchen dreimal erfolgreich waren.
Jetzt die Partie noch zu drehen, war eine aussichtslose Sache. Schon zu diesem Zeitpunkt war zu spüren, dass es ein gebrauchter Tag sein könnte. Die Mannschaft probierte aber wirklich alles, Sie hat alles rausgehauen, was möglich war. Der Einsatz und der Wille stimmten auf jeden Fall. Es waren nicht nur die 120 Minuten Spielzeit vom Mittwoch zu verkraften, sondern auch die Enttäuschung aus dem Resultat.
Das alles gegen ein gut aufgelegtes Koblenz. Kurz vor dem Halbzeitpfiff traf Noah Maier zum angeblichen Anschlusstreffer. Doch in dieser Szene ging die Fahne nach oben, allerdings auch zu Recht. Kurz danach brachte Maier nach einer Hereingabe den Fuß nicht richtig an den Ball. Seine Klasse zeigte Torhüter Tobias Edinger bei einer Rettungstat gegen Igor Blagojevic.
Die erste Szene in der zweiten Hälfte gehörte wieder der Wormatia. Mit etwas mehr Genauigkeit und Konsequenz hätte das Signal zur Aufholjagd durch Nico Jäger geblasen werden können. Er scheiterte aber am Torhüter. Das war auch gleichzeitig die letzte gefährliche Szene im TuS-Strafraum. Spätestens nach dem 1:4 durch Massahiro Fujiwara nach einem mustergültigen Konter, war die Partie nach knapp einer Stunde entschieden.
Die Begegnung plätscherte nur noch so dahin. Erst am Ende, als gar keine Kräfte mehr beim VfR da waren, durfte Tobias Edinger zwei Konterchancen entschärfen. Für TuS-Trainer Michael Stahl drei wichtige Punkte für den Tabellenstand. Er hatte vor dem Anpfiff darauf spekuliert, dass im Laufe der Partie die Wormatia abbauen würde.
Trainer Anouar Ddaou resümierte: „Maximal bitter war diese Woche, das haben wir uns anders vorgestellt.“ Jetzt gilt es zu regenerieren und neuen Mut zu fassen. Das Team hat in dieser Saison schon gezeigt, wessen es fähig sind. Am Sonntag um 14.30 Uhr in Eppelborn gilt es eine neue Serie starten und die letzte Woche vergessen zu machen.