Stadtmarketing und IHK informierten im Rahmen einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung über die Herausforderungen des Internethandels
Es geht nicht mehr weg - was tun?
Dr. Joachim Stoll hielt einen spannenden Vortag über den Internethandel. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Klammert man den Nahrungsmittelbereich einmal aus, werden in Deutschland zurzeit rund 15 Prozent des Handels bereits über das Internet abgewickelt. Allgemein wird ein Zunahme auf 25 Prozent erwartet, in einzelnen Bereichen sogar auf 35 Prozent. Dies lässt sich anhand der Nutzer-Zahlen und Tendenzen in Großbritannien, den USA und Asien vorhersagen. Die spannende Frage für lokale Händler in Worms und Umgebung ist nun, wie begegnet man dem Phänomen? Versucht man vom Internetkuchen ein Stück abzubekommen, verstärkt man die lokale Kompetenz und Serviceleistung vor Ort oder sucht man Partner fürs Online-Geschäft zu gewinnen. Nur eines geht ganz sicher nicht bzw. geht nur für die allerwenigsten Händler, und dies ist das Internet vollständig zu ignorieren.
Info-Veranstaltung
Der Wormser Stadtmarketingverein und die Industrie- und die Handelskammer (IHK) hatten am Donnerstagabend um 19.30 Uhr zu einem Informationsabend unter dem Titel „Multichannel - Die Zukunft des Einzelhandels“ in die Turbinenhalle des EWR eingeladen. Rund 50 Gäste konnten begrüßt werden. Den Auftakt der Veranstaltung bildete ein Vortrag von Dr. Joachim Stoll, der in Frankfurt ein Fachgeschäft für Lederartikel betreibt, aber auch im Internet präsent ist und einen Online-Handel (Koffer 24) betreibt. Darüber hinaus ist er Vorsitzender im Einzelhandeslausschuss der Frankfurter IHK und beschäftigt sich intensiv mit dem E-Commerce. Seine Kernaussage war, dass ein Ende des Wachstums im Internethandel noch nicht erreicht ist. Einen Schub habe es nochmals durch die Einführung von Smartphones und Tablets gegeben, da Nutzer nun jederzeit und überall ins Netz gehen können. „Es geht nicht mehr weg - was tun?“, sagte er über das Internet bzw. fragte provokant in die Runde. In seinen anschließenden Ausführungen betonte er, dass es den allgemeingültigen Weg für alle Unternehmen und Geschäfte nicht gebe. Vielmehr müsste jeder schauen, was für ihn individuell am besten passe. Dies könnten große Plattformen wie Amazon oder ebay sein, es könnten aber auch andere Formen des Präsenz im Netz sein.
Engagierte Diskussion
In der abschließenden Diskussion, in die sich zahlreichen Wormser Geschäftsleute einbrachten, wurde deutlich, dass für fast alle das Internet inzwischen ein großes und wichtiges Thema ist, dem sich kaum einer verschließen möchte. Doch über den geeigneten Weg herrschte Uneinigkeit, zumal bei einer Einbringung bzw. Verknüpfung auf einer wie auch immer gearteten großen Plattform stets Gebühren von teilweise 6 -9 Prozent des Umsatz anfallen, die erst einmal verdient werden müssen.