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Do., 18. Juli 2024, 17:53 Uhr
STADTMEISTERSCHAFT: TSG Pfeddersheim II und Wormatia II scheitern im Halbfinale/ Samstag Endspieltag beim TuS
Es gibt einen neuen Titelträger
Zehn Tore gehen eben nicht immer. Lazar Ilic (WW) hatte gegen Finn Cleres (SVH) einen schweren Stand und hatte kaum eine gefährliche Torraumsituation. Foto: Marcus Diehl
Von Marcus Diehl › Das Finale steht fest. Die zwei Bezirksligisten TuS Neuhausen und SV Horchheim stehen im Endspiel der 57. Fußball-Stadtmeisterschaft. Vielleicht das Finale, das im Vorfeld viele erhofft hatten. Die beiden Erzrivalen im Duell um die Stadtkrone. Auf jeden Fall wird es einen neuen Titelträger geben. Denn die TSG Pfeddersheim II wird ihren Titel aus dem letzten Jahr nicht mehr verteidigen können. Sie waren auch der klare Außenseiter.
Im Halbfinale schaltete der TuS Neuhausen den Titelverteidiger aus. Der favorisierte VfR Wormatia Worms II scheiterte im zweiten Halbfinale am SV Horchheim. Wie im Vorjahr verlor die Wormatia im Elfmeterschießen – damals schon im Viertelfinale. Der SV Horchheim steht damit im zweiten Jahr hintereinander im Finale.
TuS Neuhausen – TSG Pfeddersheim II 4:2 (1:0)
Das war ein Erfolg, der nicht im Vorbeigehen zu lösen war. Neuhausen musste schon viel investieren, um die TSG in die Knie zu zwingen. Die Partie nahm in der zweiten Hälfte erst so richtig Fahrt auf. Vor der Pause war der TuS spielerisch überlegen, hatte zwei, drei gute Torchancen. Die TSG setzt mit Kampf entgegen, stand in der Abwehr sicher, nur nach vorne taten sie sich etwas schwer. Nur in der 40. Spielminute waren sie nicht auf der Höhe. Bei einem gut gezirkelten Freistoß waren sich einige TSG Spieler uneinig, wer konsequent gegen den Ball geht. Am Ende war Jonas Göhring der Leidtragende. Von seinem Rücken springt der Ball in das eigene Tor. Unglücklich, aber absolut vermeidbar.
Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag. Mit der ersten richtig gelungenen Offensivaktion traf Markus Schygulla zum Ausgleich. Zuerst ließ er Thierry Bougue im Laufduell keine Chance und hatte danach noch die Muse, Torhüter Danny Bender zu überlisten. Jetzt wurde es ein offenes Spiel mit Szenen vor dem Tor auf beiden Seiten. Es wurde mit offenem Visier gespielt. Wer weiß, wie die Partie gelaufen wäre, hätte Markus Schygulla die nächste hundertprozentige Gelegenheit genutzt. Wieder war er auf und davon, stand vor dem leeren Tor und schoss am linken Pfosten vorbei. Auf der anderen Seite zeigte sich die Erfahrenheit und individuelle Klasse von Steven Junkert. Er brachte den TuS wieder in Führung.
Fast aus dem Stand, ohne viel Schnörkel, den Ball aus 18 Metern trocken in das Tor geballert. Statt einem Rückstand hinterherzulaufen, führte Neuhausen die Partie an. Dass die TSG einbrechen würde, hatten viele vom TuS gehofft, aber sie tat es nicht. Vielleicht wollten sie sich für den geschenkten Treffer in der ersten Halbzeit revanchieren, denn der erneute Ausgleich für die TSG war ein Eigentor. Diesmal waren sich Thierry Bougue und Torhüter Danny Bender nicht einig. Der eine war zu ungeduldig, der andere zu langsam, Bougue traf ins eigene Tor.
Es war kein berauschendes Spiel, aber spannend, fair und umkämpft. Wer das nächste Tor schießt, wird als Sieger vom Platz gehen. Diesen Treffer erzielte Luca di Stefano zehn Minuten vor Ende und legte einige Minuten später mit seinem zweiten Tor nach. Das war der Finaleinzug für den TuS Neuhausen. Der Titelverteidiger muss in das kleine Finale. Etwas mehr Genauigkeit in der vordersten Front und das Spiel hätte kippen können. Trotzdem war es ein verdienter Sieg für das Team von Franz Graber.
SV Horchheim – VfR Wormatia Worms II 5:4 (1:1, 1:1)
Das ranghöchste Team scheiterte im Halbfinale. Wenn die erste Hälfte der Partie der Maßstab sein sollte, dann war es eine absolut unnötige Niederlage der Wormatia. Sie hatten alles im Griff, agierten mit einem hohen Tempo, waren spielbestimmend, hatten die höhere Anzahl an Torchancen, nur fehlte letztendlich die Konsequenz, diese auch in Tore umzumünzen.
Der SV Horchheim zeigte, wie Tore erzielt werden. Gleich die erste Chance brachten sie im Tor unter. Ein zu kurz abgewehrter Ball setzte Domenico Gagliardi in die Maschen. Der SVH hatte in der Defensive viel zu tun, setzte mit Dynamik dagegen. Der „Zehn Tore Mann“ Lazar Ilic war beim jüngsten Horchheimer Finn Cleres gut aufgehoben. Die Zielstrebigkeit ging der Wormatia zeitweise verloren; zu oft war der letzte Haken zu viel.
Ein Standard brachte wenigstens noch in der ersten Hälfte den Ausgleich. Den ersten Kopfball von Tim Nagel konnte Torhüter Maximilian Schäfer noch parieren. Doch bei der folgenden Ecke war er dann machtlos. Tim Nagel traf per Kopf zum Ausgleich. Hat die erste Hälfte zu viel Kraft gekostet? Diese Frage kann gestellt werden.
Nach der Pause ging alles viel ruhiger, etwas behäbiger. Die Teams neutralisierten sich. Das Gefühl kam auf, sie können das Elfmeterschießen nicht mehr abwarten. Nach einer kleinen Nachspielzeit hatte der gut leitende Schiedsrichter ein Nachsehen und tat den beiden Teams den Gefallen, die Partie abzupfeifen.
Aufseiten des SVH verwandelten die vier Schützen ohne Probleme. Bei der Wormatia hingegen waren die Elfer von Alexander Likakis und Justin Jennewein etwas kläglich geschossen. Den ersten holte sich Torhüter Maximilian Schäfer und der zweite ging am Tor vorbei.