ROTARY CLUB WORMS: Service-Club finanziert mit 3.600 Euro die Renovierung und Restaurierung eines „Kunstcontainers“ bei den „Vorstadtkrokodile“
„Es ist eine Herzblutsache“
VON RUDOLF UHRIG Als habe der unbekannte Verfasser der Volksweise gewusst, dass er (fast) die Kids der Spiel- und Lernstube in der Boosstraße in Worms im Sinn hatte, als der die Zeilen sehr zutreffend wählte: „Wer willfleißige Handwerker sehn, der muss zu uns Kindern gehn! Tauchet ein, tauchet ein der Maler streicht die Wände fein.“
Der Übersee-Container der Spiel- und Lernstube „Die Vorstadtkrokodile“ war in die Jahre gekommen, die Farbe platzte ab, kein schönes Bild. Und ausgerechnet auch noch beim „Kunstcontainer“ der für kreative Projekte genutzt wird. So konnte das nicht bleiben. Aber jeder Hauseigentümer kennt es, das hinlänglich bekannte Phänomen, dass Renovierung und Restaurierung Geld kosten.
Aber das Konzept der Einrichtung, die unter der Trägerschaft des Diakonisches Werk Rheinhessen steht und für die Gerold Hirschler seit 25 Jahren als Leiter verantwortlich zeichnet, haben den Rotary Club Worms zu einer Spende von 3.600 Euro bewogen. „Wir wissen, es ist eine Herzblutsache“ sagte der Vorsitzende Dr. Meinrad Vierling, der auch in diesem Zusammenhang auf die erfolgte Spende eines Kleinbusses im Jahr 2017 verwies.
Ideen sprudelten
Denn die Kita mit ihren 2- bis 6-Jährigen und die Schulkinder durften sich gemeinsam Motive ausdenken, wie der Kunstcontainer denn künftig aussehen könnte. Über fünfzig kreative Köpfchen gingen ans Werk. Die Ideen sprudelten: Blauer Himmel, grüne Wiese, Blumen und Bäume, Fabelwesen, Bienen und Bälle sollten die Außenwände zieren. Aber Sonne und Mond, Roboter, Ufos, ein Fußballer und eine Fußballerin gehörten auch dazu, ebenso ein Taucher und eine Meerjungfrau. Ganz besonders hatten es ihnen aber die „einfachen“ figuralen Darstellungen des Amerikaners Keith Haring angetan. Abschauen erlaubt, kopieren aber verboten, selbst wenn der Künstler schon lange verstorben ist. Auch das wussten die Kids schon. Und so kam große Phantasie ins Spiel.
Migrantinnen und Migranten und People of Color bereichern seit jeher die Spiel- und Lernstube. Das wirkte sich nun ganz besonders auf die Motivgestaltung sowie deren Darstellung und Farbgebung aus. Hirschler und sein Team suchten vier Malerinnen und Maler aus, alles andere wäre zu viel gewesen, ineffizient und unproduktiv, die Erfahrung hatten sie schon längst gemacht.
Erzieherin Lilli Weißbach leitete das Projekt, unternahm sogar mit den kleinen Künstlerinnen und Künstlern einen Ausflug in den Friedrich-Ebert-Park, um sich Inspiration zu holen. In der ersten Woche der Sommerferien ging es ans Werk. „Aber soooo einfach ist das auch nicht“ erklärte Hirschler, denn einfach mal Farbe drauf – geht nicht. „Wir mussten erst recherchieren wie und wie oft man grundiert und welche Farben dann auch haften und wie sie zu handhaben sind…“
Zunächst Grundreinigung nötig
Dem Ganzen ging natürlich eine Grundreinigung durch eine Fachfirma voran. Rost musste sogar entfernt und eine Versiegelung angebracht werden. Ein Werk, das schon mal 1.600 Euro kostete. Rund 1.000 Euro wurden für Farben, Pinsel, Töpfe etc. ausgegeben. Für die restlich verbliebene Summe von rund 900 Euro holte sich Hirschler beim Präsentationstermin gleich das Okay der RC-Doppelspitze Dr. Meinrad Vierling und Friederike Brüssermann, die „par ordre du mufti“ entschieden, dass dies für das Interieur des Containers verwendet werden darf.
Gerold Hirschler, Friederike Brüssermann, Dr. Meinrad Vierling und Agnes Denschlag freuen sich mit den jungen Künstlerinnen und Künstlern über den neu gestalteten Container (von links). Foto: Rudolf Uhrig