Sanierung von über 5.000 m² Dachfläche auf dem Bildungszentrum / Arbeiten sollen zum Ende der Sommerferien abgeschlossen sein
„Es ist eine Operation am offenen Herzen“
Architekt Klaus Klinger, Dezernent Uwe Franz und Projektleiter Thorsten Mohr begehen die Großbaustelle auf dem BIZ-Dach. Bis Jahresende sollen die Arbeiten abgeschlossen sein (von links).
„Es ist eine Operation am offenen Herzen“, erklärt der Architekt auf dem Dach des Bildungszentrums. Dort sind seit April umfangreiche Sanierungsarbeiten im Gange. Über 5.000 m² Dachfläche gilt es zu sanieren, sowie die Lüftungsanlagen und flankierende energetische Maßnahmen, die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 3,2 Millionen Euro. „Wir investieren derzeit sehr stark in die Sanierung unserer Schulen. In den kommenden Jahren müssen wir noch Maßnahmen mit Kosten in Höhe von 150 Millionen Euro abwickeln“, berichtet Baudezernent Uwe Franz.
Neben der Nibelungenschule und dem Geschwister-Scholl-Schwimmbad gehört die BIZ-Dachsanierung aktuell zu den aufwändigeren Projekten. Neben der Dachfläche werden zeitgleich auch die sieben Lüftungszentralen und die drei Treppenhausaufbauten saniert. „Würden wir damit noch einige Jahre warten, müssten wir mit den schweren Lüftungsgeräten das neue Dach wieder unnötig belasten“, erklärt Thorsten Mohr, Projektverantwortlicher beim städtischen Gebäudebewirtschaftungsbetrieb.
Dachbautechnologie nicht mehr zeitgemäß
Was war der Auslöser für die große Dachsanierung? „Die Folie, die auf dem Flachdach aufgebracht war, stammt aus den siebziger Jahren und stand mangels ausreichender Weichmacher unter Spannung. Diese Dachbautechnologie genügt nicht mehr den heutigen Ansprüchen“, erläutert der Baudezernent. Die nicht mehr zeitgemäßen Materialeigenschaften hätten zur Folge gehabt, dass die Folie inzwischen an vielen Stellen beschädigt sei und Wasser in die Decke eindringe, ergänzt der Architekt. Darüber hinaus bestehen auch bauliche Defizite: „Der Abstand zwischen der wasserführenden Ebene und der Fensterbrüstung an den Treppenhausaufbauten war zu gering“, so Mohr. Dort mussten die alten Fenster ausgebaut, die Öffnung unten aufbetoniert und neue Fenster eingebaut werden.
Zunächst Kies aufgesaugt
Auf der Dachfläche haben die Arbeiter zunächst den Kies aufgesaugt, sowie Folie, Dämmung und Dichtung entfernt. Inzwischen ist eine neue Abdichtungsebene eingebaut. Darauf soll eine moderne Bahn als Dachabschluss aufgebracht werden. Außerdem sind drei der sieben Lüftungsanlagen bereits mit neuen Lüftungsanlagen bestückt, weitere 2 entkernt. Diese sollen anschließend, ebenso wie die Treppenaufgänge, mit einem Wärmedämmverbundsystem verkleidet werden. Im dritten Obergeschoss haben die Arbeiter die Brandschutzdecken geöffnet, um die Entwässerungsleitungen zu erneuern. „Mit dieser Maßnahme wollen wir bis zum Ende der Sommerferien fertig sein“, wagt Thorsten Mohr einen Blick in die nahe Zukunft.
Die Gesamtmaßnahme soll bis Jahresende abgeschlossen sein. „Aktuell liegen wir gut im Zeitplan“, versichert Architekt Klinger.