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  • Fr., 05. Februar 2016, 01:43 Uhr
    Abriss des Parkhauses am Dom erfolgt im April 2016 und die Tiefgarage Ludwigsplatz wird im Sommer 2016 geschlossen

    Es kommt knüppeldick bei den Parkhäusern

    Das Park & Ride Parkhaus hinter dem Bahnhof soll zukünftig nicht nur für Bahnreisende zur Verfügung stehen. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Die Parkmöglichkeiten in der Wormser Innenstadt werden werden spätestens ab Sommer 2016 drastisch eingeschränkt, denn ab diesem Zeitpunkt werden sowohl die Tiefgarage Ludwigsplatz wie auch das Parkhaus am Dom (Koehlstraße) nicht mehr zur Verfügung stehen. Damit fallen über 400 innerstädtische Stellplätze komplett weg. Die Stadt wird dann allerdings Ersatzflächen zur Verfügung stellen, auch wenn diese nicht unmittelbar im Zentrum liegen. Angedacht ist hier die Prinz-Carl-Anlage und der ehemalige Sportplatz der „Freien Turner“ südlich der Rheinbrücke. Oberbürgermeister Michael Kissel informierte am Donnerstagabend nach einer gemeinsamen Sondersitzung der drei maßgeblichen Ausschüsse die Presse. Bei den drei Ausschüssen handelte es ich um den Bauausschuss, den Gesellschafterausschuss der Parkhausbetriebe und den Haupt- und Finanzausschuss. Bei zwei Enthaltungen stimmte die große Mehrheit der Auschussmitglieder für die beschlossene Grundsatzentscheidung zur Parkhaussanierung. Im folgenden sind die Details dargestellt.

    Parkhaus am Dom

    Das Parkhaus am Dom (Koehlstraße), in dem zurzeit noch 130 von ursprünglich 270 Stellplätzen benutzbar sind, wird im April 2016 endgültig geschlossen. Noch im gleichen Monat soll der Abriss beginnen. Die entsprechende Firma steht schon bereit. Der Neubau soll im August 2016 starten und bis Juli 2017 abgeschlossen sein. Damit würde das neue und größere Parkaus am Dom mit seinen rund 450 Stellplätzen zum Rheinland-Pfalz-Tag im Jahr 2018 fertig sein. Oberbürgermeister Michael Kissel sagte bezüglich der Bauzeit von rund einem Jahr, die Stadt wolle hier mit Qualität bauen. Die Baukosten belaufen sich auf rund 6,7 Millionen Euro.

    Tiefgarage Friedrichstraße

    Die Sanierung der Tiefgarage in der Friedrichstraße wird verschoben. Wobei dies nicht wirklich für große Entspannung sorgt, denn es werden nur 39 Stellplätze zur Verfügung stehen. Und dies sind alles private Parkplätze der Bewohner. Öffentliche Abstellmöglichkeiten wird es keine geben.

    Tiefgarage Ludwigsplatz

    Der große Schock bei der gesamten Parkhausplanung in Worms löste in den vergangenen Wochen der schlechte, ja, gar bedenkliche Zustand der Tiefgarage unter dem Ludwigsplatz aus. Der Leiter der städtischen Abteilung für den Verkehrswegebau, Dieter Ruckpaul, der bei der Information für die Presse anwesend war, erläuterte hierzu Details. So habe es im November 2015 Untersuchungen an der Tiefgarage gegeben, bei der es eigentlich um den Obelisken ging. Hierbei seien auch Träger, Stützen, Wände und Decken der Tiefgarage analysiert worden. Das Ergebnis war niederschmetternd. Über Jahrzehnte ist Salz und Wasser in den Beton eingedrungen. Möglich wurde dies unter anderem dadurch, dass das Parkhaus kein Gefälle hat und das Wasser nicht abgeflossen ist. So sind die Deckenplatten der verschiedenen Parkebenen zwölf Zentimeter dick. In die oberen acht Zentimeter sei inzwischen in hohem Maße Salz eingerungen, sodass von einer fortgeschrittenen Karbonisierung gesprochen werden könne. Die Tragfähigkeit und Funktion der Stützen sei durch Korrosion nicht mehr ausreichend gegeben.

    Sanierung oder Neubau?

    Der Entschluss in den Ausschüssen war daher, die Tiefgarage noch in diesem Sommer zu schließen und entweder eine gründliche Sanierung durchzuführen oder die Tiefgarage komplett neu zu bauen. OB Kissel präsentierte den Journalisten zwei Rechenbeispiele, eines für ein denkbare Sanierung, eines für den Neubau. Die Sanierung würde 15,9 Millionen Euro kosten, der Neubau bei drei Ebenen mit 300 Stellplätzen 16,2 Millionen Euro. Es wäre auch ein Neubau mit vier Ebene und 400 Stellplätzen möglich, doch würde dies noch mehr kosten. Die drei Ausschüsse, so der Stadtchef, hätten sich für den Neubau entschieden. Der weitere Ablauf würde wie folgt aussehen, im Sommer 2016 werde die Tiefgarage geschlossen. Dann könne der Obelisk abgetragen werden und zeitgleich erfolge eine europaweite Ausschreibung für das Projekt. Schließlich müsse die alte Tiefgarage eingerissen und der Schutt entsorgt werden, sodass etwa Ende 2018 der Startschuss für den Neubau erfolgen könne. Dieser werde frühestens 2021 abgeschlossen sein. In den nächsten Tagen wird Oberbürgermeister Kissel mit der Düsseldorfer Immobilienfirma ITG sprechen, ob noch Interesse besteht, die Tiefgarage zu erwerben. Ein Zusammenlegen mit der Tiefgarage des WEP ist ja schon längere Zeit als finanziell nicht realisierbar vom Tisch.

    Ersatzparkplätze

    Eine Maßnahme zur Entlastung der Parksituation ist, dass das Park & Ride Parkhaus hinter dem Bahnhof für alle Autofahrer, die ihren Wagen abstellen möchten, frei benutzbar sein wird. Bisher war es Bahnreisenden vorbehalten. Außerdem sollen in der Prinz-Carl-Anlage unmittelbar neben dem gleichnamigen Hotel für 300.000 Euro rund 450 Stellplätze auf einer Schotterfläche entstehen. Die City ist von dort mit Buslinien zu erreichen. Darüber hinaus sollen südlich der Rheinbrücke auf dem ehemaligen Platz der „Freien Turner“ rund 400 Parkplätze entstehen. Ein Bus im soll die Autofahrer, die dort ihren Pkw abstellen, im 15-Minuten-Takt in die City bringen.

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