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  • Mi., 08. April 2020, 08:11 Uhr
    HALLENRADSPORT: Besondere Zeiten beim VfH Worms / Trotz Trainingspause fit halten

    „Es wird ein Leben nach Corona geben“

    Die Kunsträder der VfHler stehen derzeit nicht immer nur in der Ecke. Die Wettkämpfe sind abgesagt, aber bei Luisa Rupp ist Heimtraining angesagt.


    Es ist eine Ausnahmesituation in der sich Deutschland und die ganze Welt derzeit befinden. Die Covid-19 Pandemie hat das öffentliche Leben nahezu vollständig lahmgelegt. Auch der Sportbetrieb steht derzeit weltweit still. Das betrifft nicht nur die „großen“ Sportarten, auch das Trainingsdomizil der Wormser Hallenradsportler vom VfH ist zurzeit verwaist. Den Nachwuchs trifft das vorzeitige Saisonaus dabei kurz vor den sportlichen Höhepunkten des Jahres. Die Deutschen Meisterschaften der Schüler und Junioren stehen auf der Kippe. Die Junior Masters Serie und der Junior Mannschafts-Cup, in deren Rahmen die DM Qualifikation ausgetragen wird, sind bereits abgesagt. Für jungen VfH-Sportler ist damit die Wettkampfsaison vorerst vorbei, die doch eigentlich mit den genannten nationalen Wettkampfserien diesen Monat gerade erst hätte Fahrt aufnehmen sollen.

    Gesundheit spielt übergeordnete Rolle

    „Zunächst einmal überwiegt die Sorge um die eigene Gesundheit und die unserer Familien und Freunde“, so der Vereinsvorsitzende und Trainer Stefan Born. Die Fragen, ob und wann der reguläre Trainingsbetrieb oder gar die Wettkämpfe wieder aufgenommen werden können, spielen für ihn derzeit eine untergeordnete Rolle. „Für die Sportler heißt es jetzt sich trotz Trainingspause auf dem Rad fit zu halten“, erklärt Trainerin Tanja Emler-Rupp den Umgang ihres Schützlings Luisa Rupp mit der aktuellen Situation. Neben regelmäßigem Joggen setzt die VfH-Sportlerin auf „Skypeworkouts“ mit befreundeten Sportlern, um so neben dem Training auch den fehlenden Kontakt so gut es geht auszugleichen. Für das große Ziel den Handstand auf dem Rad zu lernen sind außerdem die Handstandklötze täglicher Begleiter geworden. „Bei schönem Wetter wird auch gerne an der frischen Luft trainiert“, weiß Tanja Emler-Rupp. Und wenn die Sehnsucht nach dem Rad, genannt „Heinrich“, zu groß wird, wird schon mal in der heimischen Küche der Familie ein Übergang trainiert.

    Auch der Kunstradzweier mit Julian Krückl und Jonathan Elvers, die in diesem Jahr den Sprung zur Junioren DM schaffen wollten, an dem sie in ihrer ersten Saison noch knapp gescheitert waren, sind aktuell im Heimtraining. Dass die Junioren DM nicht wie geplant Anfang Mai stattfinden kann, steht bereits fest. Eine mögliche Verschiebung in den Herbst wird noch diskutiert. Muskeltraining und Dehnübungen zu Hause stehen selbstverständlich auch für den Kunstradvierer, der wie der Einradvierer und der Einradsechser in seinem ersten Juniorenjahr ist, auf dem Programm. Noch vor wenigen Wochen hatte das Wormser Kunstradquartett an einem Mannschaftslehrgang in Bayern teilgenommen und dort mit großer Motivation an neuen Übungen gefeilt. Jetzt lautet das Motto des Trainers Stefan Born: „Macht aus der Not eine Tugend und erlernt gerade jetzt Dinge, die ihr noch nicht im Repertoire hattet, eben nicht nur auf dem fahrenden Rad.“

    Mit der „Homeofficevariante“ Vorlieb nehmen

    Die Einradvierer und der Kunstradvierer der Schüler müssen ebenfalls mit Trainerin Lena Seibel derzeit mit der „Homeofficevariante“ Vorlieb nehmen. Beide Mannschaften würden in diesem Jahr zum Kreis der möglichen Medaillenkandidaten bei der DM zählen. Ob und wann die eigentlich für Juni geplanten Deutschen Schülermeisterschaften stattfinden, dazu hat sich der BDR bisher nicht geäußert. Somit müssen sich auch die Wormser U15 Radballer Timo und Tamara Fuhrmann gedulden ob es in diesem Jahr eine mögliche DM-Premiere für die beiden geben könnte: Als Rheinland-Pfalzmeister haben sie sich für das DM-Halbfinale qualifiziert; nach Jahren ohne Radballbetrieb im VfH eine umso beeindruckendere Leistung. Neben dem Sportbetrieb versucht man auch hinter den Kulissen beim VfH in Kontakt und im Einsatz zu bleiben. Statt persönlicher Vorstandssitzung hat man auf Videokonferenzen umgestellt, der traditionelle Wormser Kunstradsportcup ist bereits in den Herbst verlegt worden, denn einer Sache ist man sich beim VfH bereits sicher: „Es wird ein Leben nach Corona geben.“
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