
VON VERA KONERSMANN Nach Warnstreiks im März und April hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft „ver.di“ nach einer Urabstimmung erneut alle Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes zu einem bundesweiten, unbefristeten Streik seit dem heutigen Freitag aufgerufen. Von der Arbeitsniederlegung waren auch vier Wormser Kindertagesstätten öffentlicher Trägerschaft betroffen. Für berufstätige Eltern, die einen dringenden Betreuungsbedarf hatten, wurden Notdienste in anderen Einrichtungen installiert, um die Unterbringung und Versorgung der Kinder vorübergehend zu gewährleisten.
Überwiegend erfahren die Erzieherinnen Verständnis und Unterstützung seitens der Elternschaft. Um ihren Unmut über die Situation mitzuteilen, trafen sich heute Morgen Mitglieder der Elternbeiräte sowie Mütter, Väter und Kinder der Kitas „Liebenauer Feld“ und „Pusteblume“ vor dem Wormser Rathaus. „Wir wollen mit dieser Aktion der Stadt Worms als Arbeitgeber unserer Erzieherinnen Druck machen, um endlich eine Lösung zu finden und die Verhandlungen möglichst schnell zu einem Abschluss zu bringen. Der Streik geht zu Lasten von uns Eltern und auch unserer Kinder, die sich meist unwohl in den ihnen fremden Notdienst-Unterbringungen fühlen“, erklärte Beate Hager vom Elternausschuss der Kita „Pusteblume“. Anna und Andreas Reyl, beide Mitglied im Elternbeirat „Liebenauer Feld“, waren ebenfalls gekommen um die Forderungen der Erzieherinnen zu unterstützen. „Vor allem die Personalsituation in den Kitas stört uns. Da die Anstellungsverhältnisse der Erzieherinnen meist befristet sind, kommt es häufig zu Wechseln und die Kleinen müssen sich immer wieder aufs Neue an andere Betreuerinnen gewöhnen“.
Gemeinsam übergaben die Anwesenden eine Unterschriftenliste an Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek und Christine Ripier-Kramer, Bereichsleiterin für Soziales, Jugend und Wohnen, um auf eine schnelle Einigung zu drängen. „Es ist wichtig, dass sie als Eltern ihren Protest auch an die Gewerkschaft herantragen. Wir als Kommune haben keinen Einfluss auf den deutschlandweiten Tarifkonflikt“, erläuterte Christine Ripier-Kramer. Die Stadt habe Verständnis für den Unmut der Eltern und würde für Notdienste sorgen, um in dringenden Bedarfsfällen für Entlastung von berufstätigen Eltern zu sorgen.

„Uns ist es natürlich wichtig, dass unsere Kinder betreut werden, aber dies kann nicht fortwährend durch Notdienste geregelt werden. Wir Eltern wollen eine schnelle, endgültige Einigung. Wir haben Verständnis, dass die Erzieherinnen für mehr Anerkennung kämpfen“, betonte Dominique Denschlag, Elternbeirats-Vorsitzende „Liebenauer Feld“. Bürgermeister Kosubek versprach den Eltern für mehr Transparenz zu sorgen, da viele der anwesenden Mütter und Väter bemängelten, dass sie ihre Arbeitgeber nicht informieren könnten, wie sie in den nächsten Wochen zur Arbeit erscheinen werden. „Klar ist, dass es zu empfindlichen Einschränkungen kommen wird. Wir wollten zwei weitere Notdienste einrichten, was uns aber von Seiten der Gewerkschaft verwehrt blieb“, so Rippier-Kramer.
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