
Wie sieht Europa durch die Augen junger Menschen aus? Dieser Frage gingen die Schülerinnen und Schüler aller vier fünften Klassen des Rudi-Stephan-Gymnasiums in einem besonderen Kunstprojekt nach. In Kooperation mit der Europa-Union Worms entstanden zahlreiche fantasievolle Werke, die zeigen, wie vielfältig, bunt und persönlich die Vorstellungen von Europa sein können.
Die jungen Künstlerinnen und Künstler ließen ihrer Kreativität freien Lauf. Lieblingsessen, Flaggen, Landschaften, berühmte Bauwerke und Erinnerungen an Reisen wurden zu Motiven ihrer Bilder. So entstand etwa die Pyramide des Louvre in Paris aus farbenfrohen Macarons, während sich die italienischen Alpen aus Lasagne und Pizza formten. Das Brandenburger Tor wurde aus Würstchen gebaut, und natürlich durften auch belgische Waffeln nicht fehlen.
Besonders spannend war, dass die Schülerinnen und Schüler Europa nicht ausschließlich mit den Ländern der Europäischen Union gleichsetzten. Auch die Schweiz, Großbritannien und – teilweise – die Türkei fanden Eingang in die Kunstwerke. Dabei spielten persönliche Reiseerfahrungen und individuelle Verbindungen zu diesen Ländern eine wichtige Rolle. So entstand schließlich ein großer Bilderteppich, der die Staaten der Europäischen Union den vielfältigen Vorstellungen von Europa gegenüberstellte – und damit sichtbar machte, dass Europa größer und facettenreicher ist als seine politischen Grenzen.
Zu den Gästen gehörten auch langjährige Mitglieder der Europa-Union – darunter ein Mitglied, das bereits 1979 der Europa-Union Worms beigetreten war. Ebenfalls vor Ort waren die 1. Vorsitzende der Europa-Union Worms, Dr. Franziska Apprich, die 1. Vorsitzende des Jugendparlaments Worms, Gloria Okonkwo, sowie die Künstlerin Sylvia Kundel, die in Kürze selbst mit einer Ausstellung im WORMSER zu sehen sein wird.
Eine besondere Verbindung zwischen bildender und darstellender Kunst schuf zudem einer der DS-Kurse der MSS 11. Die Schülerinnen und Schüler griffen die Bilder der Fünftklässler auf und untermalten sie theatralisch. Dadurch erhielten die Werke eine weitere Ausdrucksebene und wurden auf ganz neue Weise lebendig.
Das Projekt machte deutlich, wie wichtig der europäische Gedanke gerade heute ist. Europa bedeutet nicht nur Länder, Grenzen und Institutionen. Europa steht auch für Begegnung, kulturelle Vielfalt, Freiheit, Frieden und die Möglichkeit, voneinander zu lernen. Die Vorteile dieser Gemeinschaft wahrzunehmen und wertzuschätzen, ihre Schönheit und Vielfalt zu entdecken und zugleich Verantwortung für ihre Zukunft zu übernehmen, ist eine Aufgabe, die besonders die kommenden Generationen betrifft.
Die Kunstwerke der Fünftklässler haben auf eindrucksvolle und manchmal auch augenzwinkernde Weise gezeigt, wie Europa erlebt werden kann: als ein bunter Bilderteppich aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen, Erfahrungen und Ideen. Und vielleicht liegt genau darin eine der großen Stärken Europas – verschieden zu sein und dennoch gemeinsam Zukunft gestalten zu können.
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