Denkmalschutzorganisation „Europa Nostra“ hat sich in einem Brief an Kardinal Karl Lehmann gegen das „Haus am Dom“ ausgesprochen
Europa schaut auf „Haus am Dom“
Fotomontage des Architekturbüros Heidenreich und Springer aus Berlin.
Von Gernot Kirch Die Gegner des „Hauses am Dom“ haben einen weiteren prominenten Unterstützer bzw. einen ganzen Verein gewinnen können. Dabei handelt es ich um Fürst Alexander zu Sayn-Wittgenstein, der Vorsitzender des Vereins „Europa Nostra Deutschland“ ist. Bei Europa Nostra handelt es sich um einen 1963 gegründeten europäischen Denkmalschutz-Verbund mit Sitz im holländischen Den Haag, die die Interessen 300 Landschafts- und Denkmalschutzorganisationen gegenüber europäischen Gremien wie der EU oder der UNESCO vertritt. Eine Unterorganisation von „Europa Nostra“ ist der Verein „Europa Nostra Deutschland“ mit rund 25 bis 30 Mitgliedern. Der Vorsitzende dieser deutschen Sektion ist Fürst Alexander zu Sayn-Wittgenstein, der sein Schloss in der Nähe von Neuwied hat. Fürst Alexander war zudem jahrelang Vizepräsident von europäischen Dachorganisation. Wobei es sich bei "Europa Nostra" nur um einen Verein bzw. eine Interessenvertretung ohne politische Kompetenzen handelt. Der Verein kann letztlich nur appellieren.
Ehrenamtstag in Worms Beim Ehrennamtstag am 14. September 2014 in Worms zeichnete Fürstin Gabriele zu Sayn-Wittgenstein engagierte Bürger aus. Dabei erfuhr die Fürstenfamilie von dem geplanten Gemeindehaus und Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein sprach sich gegen das Projekt aus. Aus diesem Grund schrieb der Fürst in seiner Eigenschaft als langjähriger Vizepräsident und jetziger Vorsitzender der deutschen Sektion am 31. Oktober 2014 einen Brief an Kardinal Karl Lehmann, der bis heute unbeantwortet blieb.
Klare Worte Im Kern kritisiert der Fürst, dass gegen gegen den massiven Widerstand der Wormser Bürgerschaft ein Teil der Fassadenansicht des Doms zugebaut werden, obwohl es eine Reihe von deutlich verträglicheren Alternativen gäbe. In seinem Appell spricht der Fürst von einer Bausünde, die er verhindern möchte, zumal der Dom bereits jetzt durch Gebäude in seinem Umfeld geschädigt sei. Es könne nicht sein, dass sich weltweit Menschen und Verwaltungen mit Erfolg um den Erhalt des Kulturerbes bemühten, auch um die großen Dome entlang des Rheins unter den Schutz der UNESCO zu stellen, und die Qualität des Welterbes in Worms nicht erkannt und beachtet wird. Der Fürst schließt seinen Brief an den Kardinal mit dem Satz: „Nicht nur die Bürger von Worms, jeder Besucher und alle Menschen weltweit, die unser Kulturerbe bewahrt sehen möchten, wären Ihnen und unserer Katholischen Kirche dankbar.“