Mi., 29. April 2015, 12:06 Uhr
Kundgebung mit Ulrike Scherf und Malu Dreyer am Freitag in Worms
Evangelische Kirche will Neonazis am 1. Mai „heimläuten“
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) engagiert sich am 1. Mai in Worms gegen einen geplanten überregionalen NPD-Aufmarsch. Sie beteiligt sich an einem Aktionsbündnis aus Gewerkschaften und Flüchtlingsorganisationen, das unter dem Motto „Worms steht auf für Menschlichkeit“ steht. Es will mit einer Demonstration durch die Stadt und einer Kundgebung ein deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus setzen. Bei der Veranstaltung Hauptbahnhof (Siegfriedstraße) wird am Freitag ab 12.30 Uhr neben der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer auch die hessen-nassauische stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf (Darmstadt) sprechen. An der Demonstration werden daneben der Präses der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Ulrich Oelschläger, und aus dem evangelischen Dekanat Worms-Wonnegau Dekan Harald Storch und Präses Alexander Ebert teilnehmen.
Das Dekanat Worms-Wonnegau ruft darüber hinaus zu einer besonderen Aktion gegen Neonazis auf. Bürger werden am 1. Mai aufgefordert, tragbare Glocken von der Kuhglocke bis zum Weihnachtsglöckchen zur Veranstaltung mitzubringen. Mit der entsprechenden Geräuschkulisse solle den Rechtextremen „heimgeläutet“ werden, heißt es im Aufruf des evangelischen Dekanats Worms-Wonnegau. Der Landesverband der NPD hat für den 1. Mai zum Thema „Asylbetrug macht uns arm“ ins rheinland-pfälzische Worms eingeladen. Dort hatte die rechtsextreme Partei zuletzt bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr mit 2,8 Prozent das beste Landesresultat erzielt. Nach Ansicht des evangelischen Dekanats Worms-Wonnegau instrumentalisiere die NPD den internationalen Tag der Arbeit, „um ihre rassistische Hetze gegen Flüchtlinge auf den Straßen zu skandieren“. Sie versuche, „bei finanziell schwachen, arbeitslosen Menschen Neid zu schüren und die Schuld an sozialen Problemen den Flüchtlingen anzulasten“. Gleichzeitig würden dabei die Ursachen für die weltweite Flucht von Menschen wie Krieg, Bürgerkrieg, Verfolgung, Umweltzerstörung, Armut und Hungersnot verschwiegen. Die Partei missachte auch das Grundrecht auf Asyl und gefährde die Demokratie.