Ladenburg-Teil des ehemaligen Fürstbistums Worms und zeitweiser Sitz des Wormser Bischofs
Exkursion nach Ladenburg mit dem KKV-Probitas Worms
Die Gruppe aus Worms bei ihrem Ausflug nach Ladenburg.
Inmitten des Rhein-Neckar-Dreiecks gelegen, überraschte Ladenburg-die alte Römerstadt mit ihrer fast vollständig erhaltenen historischen Altstadt- die Besuchergruppe des KKV-Probitas unter der Organisation seines Bildungsbeauftragten Peter Behringer. Im Rahmen einer fachkundigen Führung machte die Gruppe in zwei Stunden eine Zeitreise durch eine zweitausendjährige Geschichte.
Der Stadtführer informierte gekonnt über die bewegte Vergangenheit der Stadt angefangen als keltische Siedlung, über die Erhebung von Lopodunum zum römischen Hauptort im Jahre 98 unter Kaiser Trajan, zur Errichtung eines Königshofes unter den Merowingern im Jahre 469, Lobdenburg wurde Hauptstadt des Lopdengaus. Der Frankenkönig Dagobert I. verschenkte anno 628 Stadt und Gau an das Bistum Worms, als Empfänger ist St. Amandus von Worms überliefert. Kaiser Heinrich II. verlieh im Jahre 1011 dem Bischof von Worms die Grafschaft zu Lobdengau.
Größte Blüte unter Johann von Dalberg
Im Jahre 1400 versagten die Wormser Bürger ihrem Bischof den Gehorsam und vertrieben ihn, worauf dieser Ladenburg zum Bischofsitz erhob. Bischof Johann II. von Fleckenstein ließ anno 1412 an der St. Gallus-Kirche den Südturm errichten, weil ihm als Bischof zwei Türme zustehen würden. Unter Bischof Johann von Dalberg 1455–1503 erlebte Ladenburg seine größte Blüte.
Im 30-jährigen Krieg wurde die Stadt 1622 zum Teil zerstört, im späteren Erbfolgekrieg geplündert. Im Jahre 1705 fiel die Stadt an die Kurpfalz und wird kurpfälzische Oberamtsstadt, von nun an residierten keine Bischöfe mehr in Ladenburg. Von 628 unter Bischof Amandus bis 1705 unter Bischof Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg gab es enge Beziehungen zwischen Worms und Ladenburg.
Das nächste Besuchsziel war das vor 35 Jahren inmitten römischer und mittelalterlicher Bausubstanz gebaute Rathaus. Reste einer spätrömischen Burg sind an dieser Stelle ebenso wie Teile der mittelalterlichen Stadtmauer mit dem Rathausbau verbunden worden. Römische Spuren konnten auch etwa zwei Meter unter dem heutigen Straßenniveau besichtigt werden: Reste eines römischen Forums gaben Einblicke in die Bau-und Wohnkultur aus der Zeit der Römer.
Die St. Sebastians Kapelle und ihrem Turm mit dem steinernen „Wormser Hut“ auf dem einstigen Bischofshof war die Hofkapelle der Wormser Bischöfe und konnte leider wie auch die Krypta der St.-Gallus-Kirche nicht besichtigt werden. Vor der St.-Gallus-Kirche befand sich das Forum der Stadt Lopodunum. Ein Gang über den Marktplatz mit dem Marienbrunnen und durch winklige Gassen mit alten Fachwerkbauten und gut erhaltenen Bürgerhäusern sowie Adelshöfen rundeten die Eindrücke des heute 12.000 Einwohner zählenden Ladenburgs mit seinem mittelalterlichen Stadtbild ab.
Zum Abschluss besuchte die Gruppe das „Ladenburger Kaffeehaus“, um es sich bei Kaffee, Kuchen und kleinen Gerichten gemütlich zu machen.