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  • Mi., 18. Oktober 2023, 14:20 Uhr
    IHK-Konjunkturumfrage: Rheinhessische Unternehmen sehen Wirtschaftspolitik in der Pflicht

    Export und Wirtschaft unter Druck

    Die exportstarke Industrie der Region ist von der Weltkonjunktur abhängig. Foto: Pixabay


    Zum Winter hin ist nach Auffassung der Industrie- und Handelskammer Rheinhessen kein Wachstum für Rheinhessen in Sicht. Die Wirtschaftsentwicklung wird in den kommenden Monaten auf der Stelle treten – so das Ergebnis einer IHK-Konjunkturumfrage, für welche 790 Unternehmer zwischen 11. September und 12. Oktober befragt worden sind.

    Export unter Druck

    „Unsere exportstarke Region gerät durch die hohe Abhängigkeit von der Weltkonjunktur immer stärker unter Druck“, stellt IHK-Hauptgeschäftsführer Günter Jertz fest. „Die Unternehmen benötigen dringend neue Impulse, bessere politische Rahmenbedingungen und bürokratische Entlastungen.“

    „Die Konjunktur tritt weiter auf niedrigem Niveau auf der Stelle", macht IHK-Präsident Peter Hähner deutlich. „Hohe Energie- und Rohstoffpreise, Zinsen, Arbeitskosten und steigende Steuern belasten. Hinzu kommen der sich weiter verschärfende Fachkräftemangel, geopolitische Risiken sowie zunehmende Lasten der Bürokratie. Generell ist die aktuelle Entscheidungspolitik in Wirtschaftsthemen sehr zögerlich und nicht auf den Mittelstand ausgelegt.“

    Wachstumssignale bleiben aus

    Ihre aktuelle Geschäftslage sehen rheinhessische Unternehmen im Vergleich zum Frühjahr 2023 fast unverändert: 37 Prozent der Betriebe melden aktuell eine gute Geschäftslage, 45 Prozent eine befriedigende und 18 Prozent eine schlechte Lage.

    Positive Wachstumssignale sehen die Betriebe kaum: So gehen nur noch 17 Prozent der befragten Betriebe von einer besseren Geschäftsentwicklung für die kommenden zwölf Monate aus, 52 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung und 31 Prozent befürchten einen Rückgang. Damit verschlechtern sich die Erwartungen weiter.

    Mangel an Fachkräften

    Bei der Frage nach den größten Risiken für die Entwicklung ihres Unternehmens in den kommenden zwölf Monaten nennen 65 Prozent der Betriebe den Fachkräftemangel und 56 Prozent die hohen Energie- sowie Rohstoffpreise.

    Auf die dritte Stelle rücken mit 53 Prozent und einem Zuwachs von sieben Prozentpunkten die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen – „dass nun deutlich mehr Betriebe hier ein Risiko sehen zeigt, wie groß der Handlungsbedarf ist“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jertz.

    Einzelhandel beklagt Kaufkraftverluste

    Weiterhin als Herausforderung nennen die Unternehmen in Rheinhessen u.a. die Inlandsnachfrage (49 Prozent). So beklagt der Einzel- und Großhandel einen anhaltend schwachen Konsum. Die Inflation sinkt zwar aktuell, dennoch verbuchen die Kunden Kaufkraftverluste. Auch die hohen Zinsen dämpfen die Nachfrage.

    Ausblick auf die weitere Entwicklung

    33 Prozent der Unternehmen berichten aktuell von einer guten Geschäftslage, 47 Prozent verzeichnen eine befriedigende Lage und 20 Prozent eine schlechte Situation. Die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate werden eher negativ eingeschätzt: 10 Prozent kalkulieren mit besseren Geschäften, 53 Prozent mit einer gleichbleibenden Lage und 37 Prozent mit einem Umsatzrückgang.

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