Arbeitsmarkt in Worms startet mit positiven Signalen in das neue Jahr / Quote derzeit bei 7,2 Prozent
Fachkräftesicherung bleibt Schwerpunktaufgabe
Archivbild: Robert Lehr
Saisonbedingt wird der Jahresanfang regelmäßig von einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen begleitet. Verantwortlich hierfür sind Entlassungen in den wetterabhängigen Branchen sowie das Auslaufen von befristeten Verträgen zum Jahresende. So kam es auch in diesem Januar in der Stadt Worms zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Allerdings fiel der Anstieg deutlich geringer aus als in den letzten Jahren, und sowohl die Unterbeschäftigung als auch die Arbeitslosigkeit lagen weiterhin deutlich unter dem Wert des Vorjahres.
„Damit hat sich der positive Trend aus dem letzten Quartal des Vorjahres auch zum Jahresanfang fortgesetzt“, erklärt die Wormser Agenturleiterin Susanne Decker. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich die Situation in allen Personengruppen deutlich verbessert. Auch Ausländer und Langzeitarbeitslose hätten von der positiven Entwicklungen des vergangenen Jahres profitieren können. „Dies und ein Blick auf den Stellenbestand, der Ende 2017 mit weit über 1.000 Stellen einen neuen Höchststand erreicht hatte, sagt uns, dass in vielen Branchen dringend Arbeitskräfte gebraucht werden“, so Decker weiter. Die Sicherung des Fachkräftebedarfs bleibe deshalb 2018 eines der wichtigsten Ziele der Arbeitsagentur. Hierfür müsse man gemeinsam mit den Netzwerkpartnern an mehreren Stellschrauben drehen. So wolle man weiterhin alles daran setzen, dass jeder Jugendliche und junge Erwachsene die Chance erhält, sich eine solide Ausgangsposition für den Zugang zum Arbeitsmarkt und sein künftiges Berufsleben zu schaffen.
Die Arbeitsagentur strebt deshalb 2018 eine noch engere Zusammenarbeit mit den Schulen an. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Qualifizierung insbesondere von Langzeitarbeitslosen, gering Qualifizierten und Flüchtlingen. Decker: Viele Flüchtlinge haben inzwischen ein Sprachniveau erreicht, mit dem es jetzt an die konkrete berufliche Qualifizierung gehen kann.“ Darüber hinaus wird die Arbeitsagentur in 2018 ihr Online-Angebot weiter ausbauen und damit den unkomplizierten und serviceorientierten Zugang zu ihren Angeboten und Dienstleistungen weiter verbessern.
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im Januar waren in Worms insgesamt 4.662 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 190 mehr als im Dezember 2017, aber 364 oder 7,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. 3.261 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 309 mehr als im Vormonat, aber 439 oder rund 12 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 6,5 auf 7,2 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Arbeitslosenquote bei 8,3 Prozent gelegen. Wie bereits in den Vormonaten blieb die Nachfrage nach Arbeitskräften auch im Januar hoch. Insgesamt wurden 251 offene Stellen gemeldet. Der Stellenbestand belief sich im Januar auf 1.032 Stellen, 97 oder 10,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Von den 3.261 Arbeitslosen im Januar wurden 1.086 von der Arbeitsagentur und 2,175 vom Jobcenter Worms betreut. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar entfiel etwa hälftig auf die von der Arbeitsagentur und die vom Jobcenter betreuten Arbeitslosen. Der Anteil von Menschen im Kontext von Fluchtmigration an allen Personen die von der Arbeitsagentur und den Jobcentern im Bezirk der Agentur für Arbeit Mainz betreut werden, betrug im Januar 11,7 Prozent.
Anstieg auch auf regionalen Märkten
Auf den übrigen regionalen Arbeitsmärkten im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur kam es im Januar ebenfalls zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquoten änderten sich wie folgt. Stadt Mainz von 5,6 auf 5,8 Prozent, Stadt Worms von 6,5 auf 7,2 Prozent, Landkreis Alzey-Worms von 3,7 auf 4,1 Prozent und Landkreis Mainz-Bingen von 3,3 auf 3,6 Prozent. Im Gesamtbezirk stieg die Quote von 4,6 auf 4,9 Prozent.