Erhöhte Sicherheit, mehr Fahrkomfort und verbesserte Ökonomie für Fahrzeug-Insassen
Sicherheitsplus mit Komfort?
Per Radarsensor misst das Assistenzsystem Adaptive Cruise Control (ACC) den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und bremst oder beschleunigt je nach Verkehrsfluss, so dass das eigene Fahrzeug in einen sicheren Abstand folgt. Graphik: Škoda
Ein großer Traum der Menschheit basiert auf dem Gedanken grenzenloser Mobilität. Die Fahrzeug-Insassen müssen lediglich ein Ziel eingeben und werden automatisch dorthin transportiert. In der Zwischenzeit können die Insassen arbeiten, schlafen oder andere Sachen erledigen. Die ersten Fortschritte erzielte der Tesla-Gründer Elon Musk. Die Fahrassistenz-Systeme scheinen zu funktionieren. In der jüngsten Vergangenheit sind diese durch tödliche Unfälle allerdings immer stärker in die Kritik geraten. Sind Fahr-Assistenzsysteme dennoch eine Bereicherung, die nicht nur Komfort, sondern auch Sicherheit bieten?
Fahr-Assistenzsysteme: Innovative Systeme mit vorteilhafter Ausrichtung
Fahr-Assistenzsysteme bieten ihren Nutzern vielseitige Vorteile, denn so tragen bestehende Systeme tagtäglich dazu bei, dass Menschenleben gerettet werden. Vollautomatisierte Systeme geraten jedoch immer wieder in die Kritik – diese führen schließlich zum Selbstbestimmungsverlust des Steuernden. Eines der ältesten Fahr-Assistenzsysteme ist die ABS-Bremse. Diese unterbindet ein Schleudern sowie eine Unter- und Übersteuerung. Das Elektronische Stabilisierungs-System (ESP) wurde über viele Jahre als Fahrhilfe für Anfänger belächelt. Heutzutage ist der Einbau eines ESP Pflicht. Kein Wunder: Dieses rettet alleine in Deutschland jährlich über 1.000 Menschen vor dem Tod. Mit modernen Techniken wie ESP, Multikollisionsbremse, Frontradar-Assistent, City-Notbremsfunktion und Querdifferenzialsperre können bis zu 50 Prozent der Unfälle vermieden werden. Die Notbrems-Assistenten haben dazu geführt, dass Auffahrunfälle um bis zu 38 Prozent zurückgegangen sind.
Die Zukunft von Fahrer-Assistenzsystemen
Viele Systeme wie ESP sind Pflicht und standardmäßig in Serienmodellen verbaut. Andere Systeme müssen ausgesucht und teuer bezahlt werden. Einige Fahrer-Assistenzsysteme dienen weniger der Sicherheit, sondern lediglich dem Komfort. Park-Assistenten können quer und längs, links oder rechts und auch in Einbahnstraßen einparken. Sobald das Auto bei niedriger Geschwindigkeit an anderen Autos entlang fährt, sucht dieses seine Chance zum Einparken. Den Rest des Einparkmanövers übernimmt das automatische System. Adaptive Spurhalte-Systeme können die Spur halten und leichten Kurvenverläufen folgen. Außerdem wird der richtige Abstand zum Vordermann eingehalten. Diese Art von Assistenzsystem wird als „teil-autonom“ bezeichnet, weil der Fahrer seine Hände nach wie vor am Lenkrad hält. Sobald das System merkt, dass der Fahrer das Lenkrad loslässt, wird dieser an seine Verantwortung erinnert. Sollte der Fahrer das Lenkrad nicht steuern, führt der Autopilot eine kurze Vollbremsung aus. Damit soll der Fahrer aus einem möglichen Sekundenschlaf geweckt werden. Viele Funktionen, die sich auf den ersten Blick als überflüssige Verwöhnfunktion entpuppen, sind auf den zweiten Blick wichtige Sicherheitselemente, die das Fahren wesentlich sicherer gestalten können.
Integrationsdauer neuer Fahrsysteme
Neue Fahrsysteme werden gewohnheitsgemäß zunächst in den Oberklasse-Modellen der Fahrzeughersteller eingebaut. Kleinwagen müssen mit der Integration neuer Sicherheitssysteme zunächst warten. Die Dauer der Integration verkürzt sich jedoch immer mehr. Neue Fahrsysteme basieren in einigen Fällen lediglich auf einem Software-Update, sodass keine großartigen Veränderungen übernommen werden müssen. Der hohe Vernetzungsgrad der Fahrzeuge und der Anteil elektronischer Komponenten führt dazu, dass Innovationen immer öfters in allen Fahrzeugen eingebaut werden. Im Mai 2016 waren bereits 13 Prozent der Neufahrzeuge mit einem Notbrems-Assistenten und einem Müdigkeitswarner ausgestattet. 15 Prozent der Neuwagen beinhalteten einen Spurwechsel-Assistenten und zwölf Prozent einen Abstands-Tempomaten. Die Gesellschaft befindet sich auf dem besten Weg zu einem voll autonomen Fahren – lange wird es nicht mehr dauern. Und dies ist auch gut so: Schließlich geht es um Menschenleben!