
Marcus Diehl › Fair-Play auf dem Platz – und vor allem neben dem Platz – umfasst Respekt und Achtung für den Gegner. Alles Dinge, die in der Gesellschaft nicht immer alltäglich sind. Im Sport und vor allem im Fußball kommen sie oftmals viel zu kurz. Die Rheinhessen Sparkasse hat es sich seit Jahrzehnten zur Aufgabe gemacht, den Fair-Play-Gedanken zu fördern, indem sie die fairsten Teams einer Saison ehrt und mit einem Geldbetrag belohnt. Insgesamt wurden 8.000 Euro ausgeschüttet. In einer kleinen Feierstunde beim SV Leiselheim wurden die fairsten Teams der Fußballkreise Alzey-Worms und Mainz-Bingen geehrt. Der Vorsitzende des Kreises Alzey-Worms, Karlfried Appelmann, bemerkte in seiner Begrüßung, dass doch viele Wiederholungstäter unter den anwesenden Vereinen seien und dass es im Gegensatz dazu Mannschaften gäbe, die er noch nie gesehen hatte. Vorstandsmitglied der Sparkasse Rheinhessen Frank Belzer appellierte an die Vorbildfunktion für die Kinder. Als Beispiel nannte er die Hockeynationen Niederlande und Deutschland. Nach den Ausschreitungen im Olympiafinale im letzten Jahr wurde im EM-Finale vor ein paar Wochen alles im fairen Umgang ausgetragen – alles Entwicklungshilfe für das Fairplay.
Insgesamt sollten 32 Vereine aus den beiden Kreisen ausgezeichnet werden. Für die Sieger gab es 350 Euro, für die Zweitplatzierten 250 Euro und der dritte Platz wurde mit 150 Euro dotiert. Da aber vier Vereine unentschuldigt gefehlt hatten, entschied die Sparkasse Rheinhessen kurzfristig, dass die eingesparten 1.000 Euro dem fairsten Team zugutekommen sollten. Damit wurde die SG Westhofen/Gundheim/Abenheim II zum großen Gewinner. Sie hatte unter allen Mannschaften mit 0.81 die niedrigste Anzahl an Strafpunkten. In die Wertung gehen Gelbe oder Rote Karten und Zeitstrafen für Spieler genauso wie für Offizielle ein. Dazu kommen noch Urteile durch ein Strafgericht. Fair-Play kann sich also lohnen, wenn es Geld für die Mannschaftskasse geben soll.
Kurzfristig absagen musste FIFA-Schiedsrichterin Fabienne Michel, die als Gastrednerin vorgesehen war, da sie zu einem Dienst angefordert wurde. Sie hätte einiges über ihren Alltag als Schiedsrichterin berichten können, über den fairen oder unfairen Umgang untereinander auf und neben dem Platz.