Versorgung rund um die Geburt verschlechtert sich / Elterninitiative demonstrierte am Samstag in Worms
Familien fordern sichere Geburtshilfe!
Eltern protestieren auf ihrem Weg zum Obermarkt für sichere Geburten. Foto: Florian Helfert
VON FLORIAN HELFERT Ein Kind zu bekommen gehört für viele Eltern zur schönsten Erfahrung im Leben – allerdings verschlechtert sich die aktuelle Situation in der Geburtshilfe zunehmend: „Schließende Kreißsäle, mangelndes Personal in Kliniken und fehlende Hebammen gefährden die Gesundheit von Müttern und Neugeborenen“, erläuterte Pia Müller als Mitglied der bundesweiten Elterninitiative „Mother Hood“ nach einem Protestmarsch am Samstag durch die Wormser Innenstadt auf dem Wormser Obermarkt.
Druck auf Bundesebene
„Gerade in ländlichen Regionen finden Schwangere immer häufiger keine Hebamme für die Vorsorge und die häusliche Wochenbettbetreuung“, appellierte die Landesvorsitzende der rheinland-pfälzischen Hebammen, Ingrid Mollnar, gegenüber den Abgeordneten Jan Metzler und Kathrin Anklam-Trapp für ein flächendeckendes Netz an Hebammen. „Weil sich allerdings die Berufshaftpflicht für Hebammen in den vergangenen Jahren unglaublich erhöht hat, haben rund ein Viertel der Hebammen ihren Beruf aus finanziellen Gründen aufgegeben“, weiß Kathrin Anklam-Trapp um die bestehende Problematik. Entsprechend unterstütze die Landesregierung die Hebammen gegenüber der Bundesebene, kostendeckend vergütet zu werden.
Über Mother Hood e.V.:
Bei Mother Hood e.V. setzen sich Eltern bundesweit für eine gute Versorgung von Mutter und Kind vor, während und nach der Geburt ein. Durch Kreißsaalschließungen, Personalmangel in Kliniken und Lücken in der Hebammenversorgung ist eine sichere Geburtshilfe nicht mehr überall gegeben. Zu den Hauptforderungen von Mother Hood gehören unter anderem die 1:1-Betreuung durch eine Hebamme und das Recht auf die freie Wahl des Geburtsortes.
Ein gelungenes Familienfest mit Tanz, Musik und sogar einem kleinen Zirkus rundete die Demonstration der Elterninitiative „Mother Hood“ ab. Foto: Florian Helfert