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Di., 17. August 2021, 20:00 Uhr
Deutsche Tennis-Meisterschaften: „Ungesetzter“ Malte Stropp (TC BW Kamp-Lintfort) und Andreas Dimke (TSV Altenfurt) siegen
Favoritenstürze und Siege der Neulinge
Richtig Dampf dahinter: Malte Stropp sorgte beim Debüt bei den Herren 30 dank seinem fantastischen Vorhand-Topspin als ungesetzter Spieler für einen Durchmarsch zum Titelgewinn ohne einen einzigen Satzverlust. Foto: Marcus Diehl
VON JÜRGEN JAAP | Da behaupte bloß keiner, das Adjektiv „jung“ in der Bezeichnung Jungsenioren habe bei der Turnierbeschreibung „Deutsche Tennis-Meisterschaften der Jungsenioren 2021“, also der Herren 30 und Herren 35, nicht seine große Bedeutung. Es waren fast durchweg die Neulinge, „die Jungen“ in ihren jeweiligen Altersklassen, die den vom TC Bürgerweide Worms bereits in der zwölften Ausgabe in Serie ausgerichteten Titelkämpfen 2021 ihren Stempel aufdrückten. „Newcomer“ Malte Stropp aus dem niedersächsischen Kamp-Lintfort schmetterte sich bei den Herren 30 ebenso unangefochten durch das Turnier wie der Nürnberger Andreas Dimke mit seinen 35 Lenzen bei den Herren 35.
Lokale Tennisasse spielen keine Rolle
Es war nicht das Jahr der Favoriten, die allesamt früh wie etwa die topgesetzten Alonso Renard (TV Frohnau / Herren 30) und Carsten Gröger (Ratinger TC / Herren 35) schon im Viertelfinale die Segel streichen mussten. Und auch die drei Teilnehmer aus der Region vom TC Bürgerweide Worms, sieht man einmal von Tobias Jordan ab, der immerhin in die Runde zwei der Herren 35 einzog, spielten in den Finalrunden keine Rolle. An der hohen sportlichen Wertigkeit des Events änderten diese Umstände freilich nichts, wie Jana Wagner, die junge Turnierleiterin vom Ausrichter TC Bürgerweide Worms, bekräftigte: „Das Niveau der Spiele war enorm hoch, denn speziell die vielen erstmals angetretenen Tenniscracks haben die Meisterschaften spielerisch belebt.“
Herren 30: Duell der Neulinge geht an Niedersachsen Malte Stropp
Ein Match modernster Prägung, wie man es sicher häufig auch auf der internationalen ATP Tour sehen kann, zeigten die beiden gerade 30 Jahre „jungen“ Tennisasse Daniel Uhlig (1. FC Nürnberg) und Malte Stropp (TC BW Kamp-Lintfort) im Finale der Herren 30. Uhlig trieb sein satter Aufschlag und die knallharte Vorhand immer wieder ans Netz. Linkshänder Malte Stropp verteilte die Bälle mit seinem stark rotierenden Vorhand-Topspin nahe an die Grundlinie heran. Im ersten Durchgang entwickelte sich so ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Der Tiebreak musste entscheiden. „Wer den holt, der würde wohl auch den Titel holen“, resümierte Malte Stropp nachher nüchtern. Gesagt, getan. Bei hohen Temperaturen um die Mittagszeit war dieser Vorteil entscheidend, zumal sich beim an Position drei gesetzten Daniel Uhlig der linke Oberschenkel ob des kraftraubenden Turniers meldete. Satz zwei ging schließlich nicht zuletzt wegen einer geringen Fehlerquote klar mit 6:1 an den ungesetzten Neuling Malte Stropp, der im gesamten Turnierverlauf nicht einen einzigen Satz abgab.
Herren 35: Nürnberger Tennis-Hüne Andreas Dimke ist obenauf
„Ich treffe einfach die Linien nicht.“ Das war die Zusammenfassung des unterlegenen Matias Can (Heidelberger TC) seines Finalspiels der Herren 35 gegen den hoch aufgeschossenen Andreas Dimke (TSV Altenfurt bei Nürnberg). 6:0, 6:1 hieß es am Ende für den neunzig Minuten fast fehlerfrei agierenden Oberfranken. Sieht nach einer klaren Angelegenheit aus, war es aber beileibe nicht. Nahezu jedes einzelne Spiel ging über Einstand. Irgendwie brachte der Deutsche Meister der Herren 30 des Jahres 2018 aber kein Spiel ins Trockene. Andreas Dimke hingegen setzte hier ein Ass, dort eine trockene einhändige Rückhand die Linie entlang, kaum ein unerzwungener Fehler unterlief dem Nürnberger. Am Ende bedeuteten ein Ass und der zum Zeichen des Triumphes nach oben gereckte linke Arm den ersten Deutschen Meistertitel der Herren 35 für Andreas Dimke.