Junge Liberale verlassen kurzzeitig den Wormser Listenparteitag / Angriffe auf rote und schwarze Sozialisten
FDP knapp am Eklat vorbeigeschrammt
Die Top-Ten der FDP zur Kommunalwahl. Von links: Heinrich Hofmann, Christoph Nöller, Fritz Peter Boos, Christian Götz, Sabine Sackreuther, Jörg Haubold, Dr. Jürgen Neureuther, Maike Fouquet, Uwe Radmacher und Stefanie Götz. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Wormser Liberalen hatten am Montagabend ihren Listenparteitag für die Stadtratswahlen am 25. Mai. Anwesend waren 36 stimmberechtigte Personen. Zunächst verlief die Versammlung in normalen Bahnen. Auf Platz eins wurde der Vorsitzende des Kreisverbandes Dr. Jürgen Neureuther mit 35 Ja-Stimmen gewählt. Auf die zweite Position kam Uwe Radmacher mit 35 Ja-Stimmen. Schließlich stand die Besetzung von Listenplatz drei auf der Tagesordnung. Zunächst wurde Sabine Sackreuther vorgeschlagen, dann der 23-Jährige Chemiestudent und Mitglied der Jungliberelen (Julis), Christian Götz . Was folgte war eine Kampfabstimmung zwischen den beiden Kandidaten. Hier erhielt Sabine Sackreuther 20 Stimmen und Christian Götz 16 Stimmen.
Protest der Julis
Aus Protest gegen das Ergebnis äußerte der Wormser Vorsitzende der Jungen Liberalen, Florian Miethe, gegenüber den Anwesenden: „Wenn keine jungen Leute gewünscht sind, machen wir beim Wahlkampf nicht mit!" Nun versuchten viele Mitglieder die jungen Leute zum Umdenken zu bewegen und forderten sie auf, weiter in Bezug auf die Kommunalwahl mitzuarbeiten und sich als Kandidaten zur Verfügung zu stellen. Die sechs anwesenden Julis zogen sich daraufhin zur Beratung zurück. Es stand auf des Messers Schneide, ob die Julis geschlossen abmarschieren würden oder nicht. Angemerkt sei hier, die Julis hatten im Vorfeld des Listenparteitages mit großer Deutlichkeit Postion bezogen, dass sie für ihren Spitzenmann Christian Götz jenen dritten Platz anstreben, um politisch mitgestalten zu können. Und mit dem Listenplatz drei ist der Einzug in den Stadtrat wahrscheinlicher als auf Rang vier. Dass die Mitglieder dies nicht unterstützten, sondern eine altgediente Parteikollegin auf Postion drei wählten, war für die Julis ein Schlag ins Gesicht. Zu erwähnen ist hier, dass die Liberalen bei der letzten Kommunalwahl in Worms 2009 rund 10,5 Prozent der Stimmen erringen und sechs Sitze im Rat erobern. Für die Kommunalwahl im Mai 2014 erscheint solch ein gutes Ergebnis als eher unrealistisch, wenn man den Bundestrend der FDP im Auge hat. Landet die FDP in Worms nur bei rund fünf bis acht Prozent ist es daher von großer Bedeutung, ob ein Kandidat auf Listenplatz drei oder vier steht. Dies kann über Einzug in den Rat oder scheitern entscheiden.Wobei andererseits bei der Kommunalwahl nicht nur Listen, sondern auch Personen direkt gewählt werden können. Also durchaus ein Kandidat auf Platz vier den auf Platz drei überholen kann.
Entscheidung von Götz
Florian Miethe erklärte am Montagabend im Anschluss an die internen Juli-Beratungen gegenüber dem NK, dass sie Christian Götz gesagt hätten: „Wir tragen deine Entscheidung mit, ob du auch auf Platz vier antreten möchtest oder nicht." Letztendlich hätten sie auch, so Florian Mithe, den Listenparteitag verlassen. Christian Götz entschied sich aber dafür auf Listenplatz vier zu kandidieren. Danach kehrten vier der sechs Julis zurück in den Saal und erklärten sich bereit, weiter im Kommunalwahlkampf aktiv zu sein. Neben zwei Julis waren allerdings noch andere Mitglieder gegangen, sodass nur noch 29 stimmberechtigte Personen anwesend waren.
Bunt gemischte Liste
Jetzt wurde die Wahl fortgesetzt. Wobei der eben noch unterlegen Christian Götz mit 26 Ja-Stimmen bei drei Nein-Stimmen gewählt wurde. Auf die weiteren zehn Plätze der Liste mit insgesamt 52 Postionen wurden folgende Kandidaten gewählt: 5) Christoph Nöller mit 28 Stimmen, 6) Jörg Haubold mit 29 Stimmen, 7) Maike Fouquet 25 Stimmen, 8) Fritz Peter Boos mit 24 Stimmen, 9) Heinrich Hofmann mit 25 und 10) Stefanie Götz mit 23 Ja-stimmen.
Gegen rote und schwarze Sozialisten
Programmatisch setzte der Kreisvorsitzende Dr. Jürgen Neureuther die Akzente. So griff er gleichermaßen die SPD und CDU an, die er als rote und schwarze Sozialisten bezeichnete. „Wer schwarz wählt, wird rot regiert", formulierte er scharf und fügte bissig an: „Wenn Dr. Klaus Karlin von der CDU heute davon spricht, dass er ein Mehrheit rechts von der SPD wolle, irritiert mich dies. Denn schon 2009 hätte es ein Mehrheit rechts der SPD gegeben, nämlich aus CDU, FDP und Grünen. Aber dem CDU-Vorsitzenden Hans-Joachim Kosubek sei ja eine B5-Besoldung und das Amt des Bürgermeisters wichtiger gewesen, als ein politischer Richtungswechsel."
Abschließend sprach sich Dr. Jürgen Neureuther für einen Bürgerentscheid beim „Haus am Dom” aus und sagte: „Die Kommunalwahl wird eine Abstimmung über das Haus am Dom!"