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  • Di., 16. April 2019, 10:14 Uhr
    Handball Rheinhessenliga Männer: TG Osthofen verliert das Finale um den Titel gegen SF Budenheim 2 unglücklich mit 24:25

    Feier fällt flach

    Auch im bitteren Moment der Gewissheit stets Sportsmänner: Trainer Leo Vuletic, sein Trainerteam und die Mannschaft der TG Osthofen nehmen die Niederlage gegen die Sportfreunde Budenheim 2 sportlich fair hin. Foto: Felix Diehl


    VON JÜRGEN JAAP | Patrick Bitsch sitzt mit verschränkten Armen hinter dem Tor. Feuchte Augen ob einiger hinunter kullernder Tränen kann der Rechtsaußen der TG Osthofen nicht verbergen. Kreisläufer Eric Popple wickelt sich die Bandagen von den Fingern der Wurfhand. Ein paar Tropfen Blut auf seinem Trikot zeugen von dem großen Kampf, der da in der Wonnegauhalle vor 650 fantastisch mitgehenden Handball-Fans über die Bühne ging. Das Finale der Handball-Rheinhessenliga der Männer zwischen der TG Osthofen und den Sportfreunden Budenheim 2 ist vorüber. Die jungen Handballer aus Budenheim tanzen im Kreis, feiern den 25:24-Sieg. Noch zur Halbzeit lag Osthofen 14:13 vorn. Beide Teams hätten sich ob ihrer klasse Leistung im Endspiel den Titel verdient. Doch nur ein Team konnte Meister werden: die Sportfreunde Budenheim 2.

    Es sind jene Momente, die wahre Sportsmänner auszeichnen. Wie Leo Vuletic und Mirko Höfler. Kein Hadern beim Trainergespann der TG Osthofen ob der harten Gangart, die das junge Budenheimer Team zu Beginn an den Tag legte. Nach zehn Minuten hatte SF Budenheim 2 bereits drei Siebenmeter und zwei Zeitstrafen kassiert. „Das war nicht unfair, sondern angemessene Härte“, fand Leo Vuletic. Auch dass die Liste von Verletzten im Jahr 2019 bei der TGO immer länger wurde, ließ Mirko Höfler nicht als Ausrede gelten: „Wir haben ja trotzdem in den schweren Spielen am Saisonende voll abgeliefert.“ Das wollten die Wonnegauer auch vor heimischem Publikum im Duell der beiden mit Abstand besten Teams der Rheinhessenliga ein weiteres Mal tun.

    Großartiger Fight zweier Topteams

    Eine wahre Schlacht zweier auf den Titel voll eingeschworener Teams entwickelte sich von der ersten bis zur letzten Minute. Steven Jones und Maximilian Mehring, die Trainer des Fußball-Regionalligisten VfR Wormatia Worms, ließen sich diesen großartigen Fight quasi als Inspiration für den Abstiegskampf ihrer eigenen Fußball-Mannschaft wie all die übrigen begeisterten Handball-Fans beider Lager nicht entgehen. Sie wurden voll entlohnt durch ein an Spannung kaum zu überbietendes Match. Hin und her ging es. Mal hatte Osthofen mit 5:3 (10.) oder 14:13 (30.) die Nase vorn, dann schlugen die Jungs aus dem Landkreis Mainz-Bingen beim 5:7 (15.) oder 18:19 (45.) wieder zurück. „Es war viel Biss im Spiel, auch wir hätten als Sieger vom Platz gehen können“, meinte der aufopferungsvoll im Mittelblock der TGO-Abwehr kämpfende Eric Popple.

    Entscheidend in einer solch engen Partie kann eine kleine Schwäche sein. Die nahm sich ob der Verletzungen der beiden Spielmacher Fabian Hack (Sprunggelenk) und Peter Gasz (Schulter) früh personell angeschlagene TG Osthofen zwischen der 46. und 53. Minute. Die Gäste warfen bis zum 20:23 drei Tore Vorsprung heraus. „Die Partie ist sehr ungünstig für uns verlaufen“, urteilte Eric Popple, der dennoch nachher feststellte: „Das war ein geiles Spiel, ein geiler Rahmen, eine geile Saison.“ Aber auch eine Saison für die TG Osthofen, die alle Kräfte abverlangte. Die mobilisierten die Wonnegauer nochmals in den verbleibenden Minuten, kamen wieder bis zum 24:25 heran. Doch vergebens. Aus der Traum vom Titelgewinn. Aber die TG Osthofen hat ja noch eine weitere Möglichkeit, um die verpasste Meisterschaft doch noch ein wenig zu versüßen – in den drei Qualifikations-Spielen für die Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar im Mai 2019.

    Handball Rheinhessenliga Männer
    TG Osthofen – SF Budenheim 2 24:25 (14:13)

    TG Osthofen: Benkner, Seelig; Gasz (1), Keller (1), Bitsch (3), Kratz, Hack, Höfler (7/5), Knierim (1), Eckel (2), Emde, Popple (5), Meitzler (3/2), Müller (1).
    Zuschauer: 650.
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