Haupt- und Finanzausschuss klärte offene Fragen und verabschiedete Empfehlung für den Stadtrat / 95 Wohneinheiten in „Kleiner Weide“
Feinschliff am „Masterplan Wohnen“ abgeschlossen
Das Filetstück bei der Entwicklung von Wohngebieten in Worms ist das Areal des Nibelungencenters. Hier werden rund 160 Wohneinheiten sowie Büros und einige wenige Geschäfte entstehen. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die meisten strittigen Punkte des „Masterplans Wohnen“ hatte der städtische Haupt- und Finanzausschuss bei einer gemeinsamen Sitzung mit dem Bauausschuss bereits Mitte März geklärt. Insgesamt sollen dabei innerhalb von zehn Jahren rund 2.500 neue Wohnungen geschaffen werden. Vier Gebiete waren bereits definiert, die mit hoher Priorität erschlossen werden sollen. Diese sind in Hochheim neben der Pfrimmtal-Realschule, die Erweiterung der Siedlung „In den Lüssen“ und das ehemaligen Gelände der US-Army in der Monsheimer Straße, wo zurzeit noch Teile des ebwo unterbracht sind. Das Filetstück ist aber das Areal des Nibelungen-Center. Hier sollen neben Wohnungen sollen hie auch Geschäfte und Büros verwirklicht werden.
Wormser Nordend
Bei einer erneuten Beratung der beiden Ausschüsse am Donnerstag (31. März) konnten die letzten strittige Punkte geklärt werden. Im Anschluss an die Aussprache informierte Oberbürgermeister Michael Kissel die Vertreter der Presse. Der Knackpunkt bei der erneuten Sitzung war die Bautätigkeit im Wormser Nordend. Nach dem jetzt vorliegenden Beschluss sollen in der Kleinen Weide insgesamt 95 neue Wohneinheiten entstehen. Gestrichen wurde hingegen die vorgesehene Bebauung am Radgrubenweg. Dort sollten ursprünglich die kleinen „Datschas“ abgerissen und das Gelände mit mehrgeschossigen Mietblöcken verdichtet werden. Dies geschieht nun nicht, sondern die kleinen Häuser bleiben stehen.
Kleinere Baugebiete
Am Klinikum ist der Bau von 25 bis 30 Wohnungen geplant. Weitere kleinere Gebieten mit Bautätigkeit werden an der Rhenaniestraße (Rheindürkheim) und die Dr. Illert-Straße (Leiselheim) mit jeweils sechs oder sieben Wohnungen sein. Wobei das Stadtoberhaupt daraufhin wies, dass es sich bei dem Masterplan um einen dynamischen Prozess handelt, der sich in den nächsten Jahren verändern wird. Auch könnten über die jetzt genannten Flächen hinaus durchaus an der einen oder andere Stelle kleinere Baugebiete entstehen.
Stadtrat gefragt
Der jetzt mehrheitlich im Haupt- und Finanzausschuss (HuFA) gefasste Beschluss wird jetzt als Empfehlung in einer der nächsten Stadtratssitzungen zur endgültigen Verabschiedung diskutiert. Der Stadtchef erläuterte gegenüber den Medienvertretern zunächst noch einmal die Absicht, die hinter dem Plan steht. So sollen bis zum Jahr 2025 rund 2.500 neue Wohneinheiten in der Nibelungenstadt schaffen. Und dies in allen Segmenten, von hochwertigen Einfamilienhäusern über attraktive Appartements bis hin zu günstigen Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen. Der Bedarf für diese rund 2.500 Wohneinheiten hätten verschiedene Studien ergeben. Alleine eine Zahl mache die Notwendigkeit deutlich. Bei der städtischen Wohnungsbau GmbH gibt es eine Warteliste mit 1.100 Menschen, die eine neue Bleibe suchen. Die meisten davon möchten eine bezahlbare Wohnung.
Sozialbindung das Ziel
Oberbürgermeister Michael Kissel betonte die Absicht, dass rund 25 Prozent der neuen Wohneinheiten eine Sozialbindung haben sollen. Wobei dies nicht einfach sei, da ein Investor tendenziell hochwertigen Wohnraum schaffe. Sollte es aber nicht gelingen, die 25 Prozent über den freien Wohnungsbau zu realisieren, müsse die Stadt selbst bauen. Bezahlbare Mieten seien auch ein Element des sozialen Friedens.
Das Problem bei der Sozialbindung ist allerdings, dass die so geschaffenen Wohnungen nach einigen Jahren wieder aus der Sozialbindung herausfallen und der Eigentümer höhere Mieten verlangen kann. Im Prinzip müssen dann wieder neue Sozialwohnungen gebaut werden. Ein bisschen kommt einem dies vor wie das tapfere Anrennen in einem Hamsterrad vor. Wobei der Stadtchef hierzu anmerkte, dass man jeden Bauherren begrüße, der sein Eigenheim realisiere, denn dadurch würde seine alte Wohnung für Mieter frei. Ebenso verhalte es ich mit Menschen, die sich ein attraktives Appartement kauften, auch dadurch werde wieder eine Wohnung frei.