Bis Ende 2019 soll der 2. Bauabschnitt der 47neu vollendet sein / Verkehrsfreigabe für „Verkehrskleeblatt“ für Ende 2019 geplant
Fertigstellung der 47neu im Zeitplan
Zurzeit ist das riesige „Verkehrskleeblatt“ zwischen der Hochheimer und der Weinsheimer Straße am Entstehen, das Ende 2019 befahrbar sein soll. Foto: Worms-Bilder.de
Von Gernot Kirch Der Spatenstich für die B47 neu erfolgte im Sommer 2016. Absicht des 2,3 Kilometer langen, vierspurigen Abschnitts der B47 ist es, die Nibelungenstadt vom Verkehr zu entlasten und rund 20.000 Autos und Lastwagen südlich um die Kernstadt herumzuführen.
36 Million Euro Gesamtkosten
Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 36 Millionen Euro. Die reinen Baukosten betragen 30 Millionen Euro, die restlichen 6 Millionen entfallen auf den Grunderwerb. Der Bund finanziert das Projekt zu 100 Prozent, sodass auf die Stadt nur die Kosten für Straßenanschlüsse zukommen. Der Abschluss des Gesamtprojektes ist für 2022 vorgesehen.
Im Zuge der Arbeiten werden acht Brückenbauwerke, drei Anschlussstellen und fünf neue Kreisel entstehen. Die B47 neu Südumgehung wird durchgängig vierspurig befahrbar sein und ohne Ampeln auskommen. Kreuzende Straßen, Radstrecken und die Eisenbahnverbindung von Worms nach Ludwigshafen werden mit Brücken oder Unterführungen hindernisfrei passierbar gemacht. Der Flächenbedarf der Gesamtstrecke liegt bei rund 354.000 Quadratmetern, dies ist in etwa so groß wie 50 Fußballplätze.
Verbindungsspange für Autobahnen
Die B47 neu Südumgehung ist eine wichtige, überregionale Verbindungsspange zwischen den hessischen Autobahnen A67 und A5 sowie den beiden rheinland-pfälzischen Autobahnen A61 und A63.
Die Frage, die sich hierbei stellt, ist allerdings, leitet die B 47 neu Südumgehung nur den bisher bestehenden, innerstädtischen Verkehr südlich um Worms herum oder zieht die B47 neu auch zusätzlichen Verkehr an, wenn Auto- und Lkw-Fahrer von einer der hessischen auf eine rheinland-pfälzische Autobahn wechseln wollen?
Abschluss des erstenBauabschnitts
Der Spatenstich für den 1. Bauabschnitt an der B 47 neu erfolgte im August 2016. Der Abschluss und die Freigabe an den Verkehr erfolgte im Jahr 2017. Im Kern war dies der vierspurige Ausbau der bis dahin nur zweispurigen Fahrbahn vom Autobahnkreuz Worms bis zur Abfahrt an der Kolpingstraße.
Zweiter Bauabschnitt
Der zweite Bauschnitt ist rund 1.000 Meter lang und geht von der Abzweigung Kolpingstraße bis zur Eisenbahnüberführung an der Bahnstrecke von Worms nach Ludwigshafen. Die Arbeiten begannen im Frühjahr 2018 und sollen Ende 2019abschlossen sein. Dann soll auch die Verkehrsfreigabe für jenen Teilbereich erfolgen, der von der Abfahrt Kolpingstraße bis auf Höhe der der Weinsheimer Straße geht. Die Innenstadt wird zukünftig nur noch über das neue „Verkehrskleeblatt“ erreichbar sein, nichtmehr über die Horchheimer oder Weinsheimer Straße.
Nach Aussage des Landesbetriebes Mobilität (LBM) verlaufen die Arbeiten am 2. Bauabschnitt gemäß Zeitplan.
Der zweite Bauabschnitt ist die bisher größte zusammenhängende Baumaßnahme im Gesamtprojekt B47 neu Südumgehung Worms. Zu nennen ist hier primär die vierspurige Trasse der B47 mit der großen Anschlussstelle, also dem riesigen „Verkehrskleeblatt“, das eine große Brücke über die B47 beinhaltet.Dazu kommen drei Kreisverkehrsplätzen, die Führung des „Mondscheinweges“ über die bereits fertig gestellte Wirtschaftswegbrücke und eine Vielzahl weiterer begleitender Maßnahmen, wie zum Beispiel Versickerungsbecken, Schallschutzmaßnahmen und landschaftspflegerische Ausgleichsflächen.
Ebenfalls bis Ende 2019 soll die Brücke über die Bahnstrecken von Worms nach Ludwigshafen erfolgen. Dies ist ein schwieriges Unterfangen, da die Arbeiten bei „laufendem Bahnbetrieb“ durchgeführt werden müssen. Immerhin verkehren hier täglich über 250 Züge, von der S-Bahn über Güterzüge bis hin zu Intercitys.
Dritter Abschnitt bis 2022
Der dritten und letzten Abschnitts der B47 neu befindet sich im Bereich der Klosterstraße und geht von der Brücke über die Eisenbahnstrecke bis etwa auf die Höhe des Ochsenplatzes, wo die neue Südumgehung auf den bereits existierenden Abschnitt der Bundesstraße bzw. der L 523 trifft. Der Abschluss der Bautätigkeiten mit der Verkehsfreigabe ist für das Jahr 2022 geplant.
Krankenhaustangente
Mit der nahenden Fertigstellung der B47 neu Südumgehung stellt sich erneut die Frage nach der Krankenhaustangente, die als letztes Teilstück zur Vollendung des sogenannten „Äußeren Rings“ um Worms dann noch fehlt.Hier ist die Diskussion über die Notwendigkeit und den Kostenrahmen in vollem Gange. Für die Befürworter ist es eine sinnvolle Maßnahme und der logische Lückenschluss.Die Gegner halten die Krankenhaustangente für überflüssig und sehen darin eine unnötigen Flächenverbrauch und eine Verschwendung von Steuergeldern. Für die Gegner bestehe schon ein „Äußerer Ring“ aus Nordzubringer, der A 61, der B9 und der B47.