Nico Hofmann überzeugte durch „souveräne Bescheidenheit“
Festspiel-Freundeskreis im Nico-Fieber
Hofmann erläuterte auch die Entscheidung, im ersten Jahr Thomas Schadt und im zweiten Nuran David Calis die Regie anzuvertrauen und auf einen „Triple A Regisseur“ zu verzichten. Einige seien bereit gewesen, nach Worms zu kommen, hätten der Sache jedoch ihren eigenen Stempel aufsetzen wollen. Mit seinem „Triumvirat“, ohne das er die Aufgabe in Worms nicht habe übernehmen wollen, plane er nun erst einmal für drei Jahre: „Entweder wird alles ganz toll oder wir gehen unter – aber ich glaube, es geht gut“, sagte er, ganz nibelungisch.
Fragen aus dem Publikum versicherte er, er werde ebenfalls auf viele Kleindarsteller zurückgreifen und glaube, auch hier Talente zu finden. Endgültig entzückte er das Publikum mit seiner Antwort auf den Bericht einer Dame, die sich über die Berliner Arroganz von Vertretern des Maxim-Gorki-Theaters beschwerte, das für sich reklamierten, als erste den Nibelungenstoff „vom Grünen Hügel herunter geholt“ zu haben. „Die so genannte Provinz hat unheimliche Kräfte“, setzte Hofmann dagegen und prophezeite, bald werde Berlin nach Worms reisen – so wie man an der dortigen Filmakademie mittlerweile versuche, die Qualität der der anfangs belächelten Filmakademie Ludwigsburg zu erreichen. Als Hofmann zu einem Termin nach Mainz weiter musste, sprach Bürgermeister Michael Kissel dem Publikum aus der Seele, als er Hofmann „souveräne Bescheidenheit“ attestierte und sich sehr zufrieden über den Intendantenwechsel äußerte.