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  • Mo., 09. Februar 2015, 12:16 Uhr
    Ausstellung von Klaus Kriers „21. Februar 1945“ ist noch bis zum 28. Februar im WORMSER zu sehen

    Feuersturm über Worms, übermalt

    Sichtlich berührt wirkte der Wormser Künstler Klaus Krier bei der Eröffnung seiner Ausstellung zur Bombardierung seiner Heimatstadt Worms 1945. Foto: Regina Urbach. Weitere Bilder in der Online-Galerie.

    VON REGINA URBACH „Der Abend senkt sich über Worms. Ein Abend wie viele in diesen letzten Monaten des Winters 1944/45, unruhig, fiebrig und drohend. Die Stadt erwartet ihr Schicksal…“ So schrieb der Journalist Willi Ruppert am 21. Februar 1945. Zur Vernissage der Ausstellung von Klaus Kriers Bilderzyklus „21. Februar 1945“ zum 70. Jahrestag der Bombardierung schilderte der Wormser Oberbürgermeister  Michael Kissel, was dann folgte: über britische 100.000 Brandbomben ließen die gesamte Innenstadt in einem gewaltigen Feuersturm erbeben. 380 Menschen verloren ihr Leben, Tausende ihre Wohnung, zwei Drittel der Stadt wurden zerstört.


    Doch rief Kissel auch die Bombardierungen von deutscher Hand sowie die Verbrechen in der Reichspogromnacht in Erinnerung und wollte das Gedenken als ein allgemeines verstanden wissen. In direkter Bezugnahme auf den jüngsten NPD-Eklat im Stadtrat rief er zur Wachsamkeit auf gegen „diejenigen, die vergessen zu haben scheinen, was Deutschland ins Unglück gestürzt hat“ und wurde noch deutlicher: „Einen unerhörten Skandal und einen unerhörten Frevel“ nannte er es, dass ein NPD-Stadtratsmitglied heute solch unverantwortliche Parolen im Nazijargon aussprechen dürfe. „Es darf nie wieder Krieg geben. Dazu müssen alle in unserem Land und unserer Stadt einen aktiven Beitrag leisten!“ mahnte er.


    Dr. Olaf Mückain führte in den künstlerischen Hintergrund ein
    Die künstlerischen Aspekte würdigte Dr. Olaf Mückain, von der Ästhetisierung des Krieges in der Kunst über Einflüsse von Francis Bacon und Alberto Giacometti bis hin zu Oscar Kokoschka, dem Lehrer von Kriers Lehrer Paul Berger-Bergner. Schöpfung und Zerstörung gehörten in den 2014 von Krier selbst übermalten Bildern aus dem Jahr 1985 zusammen. Dieses Übermalen will er als Hinterfragen, Reduktion und Verdichtung verstanden wissen. 1940 geboren, hat er seine eigenen Erinnerungen durch die Befragung von Zeitzeugen angereichert und diese auf sechs Bildern in Öl und Kohle auf Papier sowie auf zwei großen Tableaus festgehalten, die noch bis 28. Februar im Foyer des WORMSERs ausgestellt sind.


    Der Künstler war sichtlich bewegt über den außerordentlich großen Andrang zur Vernissage und beschränkte seine Worte auf die Danksagung an alle Anwesenden und Unterstützer. Stadtratsmitglieder, MdL Jens Guth und viele prominente Wormserinnen und Wormser gaben sich die Ehre bei Sekt, Orange und Häppchen.


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