Mi., 30. Oktober 2013, 15:58 Uhr
Informationsveranstaltung „Fit im Alter“ der Wohnungsbau GmbH Worms im Rahmen der Demografiewoche 2013
Bewegung statt Pillen
Die Wohnungsbau GmbH Worms hat sich auch an der diesjährigen Demografiewoche des Landes Rheinland-Pfalz aktiv mit einer Informationsveranstaltung beteiligt. Dabei drehte sich alles um das Thema „Fit im Alter“ und wie Bewegung hilft, auch mit zunehmendem Alter leistungsfähiger zu bleiben.
Bereits heute kann festgestellt werden, dass unsere Bevölkerung älter wird, sich dabei aber zunehmend eine höhere Leistungsfähigkeit bis in hohe Alter bewahren kann. Dies sind auch häufig mit einem möglichst langen Verbleiben im eigenen Zuhause die Hauptwünsche der Menschen, erläutert Jürgen Beck bei seiner Einführung. Deshalb ist es ein wesentliches Ziel der Wohnungsbau GmbH Worms entsprechende Rahmenbedingungen sowohl in den Wohnungen und Gebäuden als auch im Wohnumfeld mit adäquaten Gestaltungsmöglichkeiten und Angeboten zu schaffen.
Fit durch Bewegung
Bewegung ist dabei eine sichere Methode, um auch mit zunehmendem Alter fit zu bleiben. Sie beugt einerseits wirksam Krankheiten vor und wirkt sich dabei anderseits zusätzlich positiv auf die Lebensqualität aus. Dies waren die Kernthesen des Vortrages von Dr. Hansjörg Werner, dem kommissarischen Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin und Geriatrie am Agaplesion Hochstift Krankenhaus in Worms. „Unsere sogenannten Alterskrankheiten sind eigentlich alternde Krankheiten, die ihren Ursprung in den jüngeren Jahren der Betroffenen haben und quasi mit ihnen gealtert sind.“, erläutert Dr. Werner.
Ein wesentlicher Grund hierfür liege in einer nicht ausreichenden körperlichen Bewegung von Kindheit an. So könne regelmäßige Bewegung nicht nur die Lebenserwartung steigern, sondern auch typische Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes und Cholesterin verhindern bzw. verbessern. Hinzu kommt eine Erhöhung des psychischen und physischen Wohlbefindens. „Dabei stellen Erkrankungen wie auch Alter regelmäßig kein Hinderungsgrund dar.“, zeigte Dr. Werner auf und verwies auf verschiedenste Spezialsportgruppen. „ Innerhalb zwölf Wochen kann ein untrainierter 60-jähriger Mensch mit geeignetem Training das Niveau eines untrainierten 40-jährigen erreichen.“
„Bewegungsplätze“ als Möglichkeit
Eine Möglichkeit stellen dafür sogenannte „Bewegungsplätze“ dar, die es in zwei schwerpunktmäßigen Ausrichtungen gibt. Dies sind einerseits Angebote mit Geräten, die zur Steigerung von körperlicher Fitness dienen, alternativ dazu gibt es heute Geräteangebote, die Bewegungsabläufe aus dem Alltag simulieren und somit zum Erhalt der körperlichen Fitness beitragen. Die beiden Referenten Ulrich Scheffler von Lappset und Jürgen Baumgarten zeigten hier ein breites Spektrum an Möglichkeiten auf, die sich insbesondere durch Kombination von Sehen/Beobachten und Bewegung kennzeichnen. Wichtig sei es, die Angst vor dem Beobachtet werden zu überwinden. „Erfahrungen zeigen, dass eine fachkundige, regelmäßige Anleitung zu Beginn die Scheu schnell senkt und sich so ein solcher Bewegungsplatz zu einem neuen Treffpunkt im Quartier entwickeln kann“, berichtet Scheffler aus seiner Erfahrung.
Ein spannender Meinungsaustausch entstand in der anschließenden Podiumsdiskussion, bei dem auch Punkte wie eine latente Gefahr sich einschleichender, falscher Bewegungsabläufe diskutiert wurden. Die Wormser Integrationsbeauftrage Sabine Müller verwies hier außerdem an besondere Anforderungen solcher Einrichtungen für Mitbürger mit Migrationshintergrund, da bei vielen regelmäßige sportliche Betätigungen kulturell nicht so verbreitet seien.
Über stetig zunehmende Nachfrage für Bewegungsangebote wie das Tanzkaffee oder Kegeln bei den Wormsern konnten sowohl Gabriele Weidner von den Seniorenbegegnungsstätten wie auch Brigitte Pritsch vom Seniorenbüro der Stadt Worms berichten. Provokaktiv jedoch einprägsam war dann der abschließende Rat von Dr. Werner: „Turne bis zur Urne!"