CDU-Landeschefin besucht syrisch-orthodoxe Gemeinde in Worms und diskutiert über rasche Hilfe für Flüchtlinge / Nächstenliebe Gebot der Stunde
Flüchtlingsdrama im Fokus der Visite
CDU-Landeschefin Julia Klöckner besuchte die syrisch-orthodoxe Gemeinde in Worms. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende Julia Klöckner besuchte am Samstagabend für zwei Stunden die syrisch-orthodoxe Gemeinde in Worms. Sie wurde dabei herzlich von zahlreichen Gläubigen begrüßt. Die syrisch-orthodoxe Gemeinde in Worms ist die einzige dieser Glaubensrichtung in Rheinland-Pfalz und existiert seit den 1980er Jahren. Sie zählt rund 120 Familien, was in Einzelmitgliedern umgerechnet rund 500 Personen sind. Die Gemeindemitglieder sind Christen und haben ihre Wurzeln in dem Land Syrien, wohin auch noch viele familiäre Bande bestehen.
Zunächst nahm Julia Klöckner mit CDU-Politikern aus der Nibelungenstadt an der Vorabendmesse in der wunderschön geschmückten syrisch-orthodoxen Kirche am Kaiser-Heinrich-Platz teil. Anschließend diskutierte sie mit Vertretern der Wormser Christdemokraten und Gemeindevertretern über Möglichkeiten den Flüchtlingen aus dem geschundenen Bürgerkriegsland Syrien zu helfen.
Flüchtlingsdrama in Syrien Bevor die Diskussion begann, nannte Fuat Demir von der syrisch-orthodoxen Gemeinde Worms erst einmal Fakten genannt. So sind inzwischen von den rund 20 Millionen Einwohnern Syriens vier Millionen vor dem Bürgerkrieg geflohen. Davon zwei Millionen in Ausland und die anderen zwei Millionen innerhalb Syriens. Alleine in den Libanon sind eine Millionen Menschen geflohen. Deutschland hat ursprünglich 5.000 Flüchtlingen die Einreise zugesagt. Wobei das Verfahren aufgrund bürokratischer Hürden sehr schleppend läuft und erst 1.700 Syrer nach Deutschland kommen konnten. Bei den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD in Berlin wurde nun beschlossen, noch einmal 5.000 Menschen aufzunehmen. Für Rheinland-Pfalz bedeutet dies rund 250 Syrer aufzunehmen.
Was kann Worms tun? In der anschließenden Diskussion stellte sich die Frage, wie die syrisch-orthodoxe Gemeinde, die Stadt Worms und das Land Rheinland-Pfalz helfen kann. Da die syrisch-orthodoxe Gemeinde die einzige in Rheinland-Pfalz ist, war allen bewusst, dass Worms bzw. die Gemeinde hier eine besondere Aufgabe hat. Auf die Frage von Julia Klöckner wie sich die Situation in Syrien wohl weiterentwickeln wird, antwortete Fuat Demir: „Niemand weiß wohin die Reise geht und wie sich der Krieg entwickelt. Aber wir sind aufgerufen, jedes menschliche Leid zu lindern." Weiter erläuterte, dass niemand den Exodus, also die Ausreise aller Flüchtlinge wünsche, aber andererseits müsse man Menschen aufnehmen, die in Not sind.
Wie viele Flüchtlinge kann Worms aufnehmen? Rasch fokussierte es sich dabei auf den Punkt, ob und wie viele Flüchtlinge die syrisch-orthodoxe Gemeinde Worms aufnehmen kann. Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek regte an, in der Gemeinde abzufragen, welche Kapazitäten zur Verfügung ständen und inwieweit die Stadt helfen müsse. Ihm ging es darum zu klären, von welchen Größenordnungen man hier spreche.
Sara Külen, die Mitglied der syrisch-orthodoxen Gemeinde Worms ist und dem Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland angehört, griff diese Idee auf und sagte, dass es nun darum gehe, ein Konzept auszuarbeiten und konkret zu sagen, wie viele Flüchtlinge durch die Gemeinde in Worms aufgenommen und betreut werden könnten und welche Hilfe man von Land und Stadt benötige. In erster Linie gehe es darum Verwandte der hier lebenden Gemeindemitglieder einzuladen bzw. für sie zu bürgen.
Abschließend sagte der dem Bundestagsabgeordneten Jan Metzler seine Unterstützung zu.