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  • Fr., 30. Juni 2023, 10:37 Uhr
    ARBEITSMARKT: Fachkräftemangel bei über 1.000 offenen Stellen / Lebenslanges Lernen das Gebot der Stunde

    Fluchtmigration lässt Arbeitslosigkeit stagnieren





    Der zu dieser Jahreszeit übliche Rückgang der Arbeitslosenzahlen fiel in diesem Juni in Worms vergleichsweise gering aus. Verantwortlich hierfür war vor allem eine hohe Zahl an arbeitslosen Ausländerinnen und Ausländern. Sie wies den bei Weitem höchsten Wert des Monats Juni seit vielen Jahren auf. Die Arbeitslosigkeit lag damit insgesamt wieder knapp über den Werten des Vorjahres.

    „Der Juni brachte nicht die erhoffte Entspannung am Arbeitsmarkt“, so Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur. „Vielmehr sehen wir, dass sich der erneute Anstieg der Zuwanderung aus humanitären Gründen auch in der Arbeitsmarktstatistik abbildet. Und dies nicht nur in der Arbeitslosigkeit, sondern vor allem auch in einem deutlichen Anstieg der Unterbeschäftigung im Vergleich zum Vorjahr.“ Neben zahlreichen Geflüchteten aus der Ukraine gebe es aktuell auch wieder eine erhebliche Anzahl von Geflüchteten aus Asylherkunftsländern, insbesondere aus Syrien und Afghanistan. Sie alle für den deutschen Arbeitsmarkt fit zu machen, sie in Sprachkurse zu vermitteln, berufliche Qualifikationen anerkennen zu lassen oder Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen in die Wege zu leiten, stelle derzeit die mit Abstand größte Herausforderung für die Jobcenter dar. Die Arbeitsmarktstatistik zeige aber auch die Erfolge der bisherigen Maßnahmen. Inzwischen gehen in Worms über 640 Menschen aus Asylherkunftsländern einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach.

    Wie bereits im Vormonat, war die Arbeitskräftenachfrage aus der Wirtschaft leicht rückläufig. Dennoch zeige laut Decker der hohe Stellenbestand von über 1.100 offenen Stellen, die teilweise lange Laufzeiten aufwiesen, dass der Fachkräftemangel nach wie vor viele Betriebe vor große Probleme stelle. Vor dem Hintergrund der sich immer schneller wandelnden Berufsbilder sei die Weiterbildung von Arbeitslosen sowie von Beschäftigten und die Implementierung einer Kultur des lebenslangen Lernens das Gebot der Stunde.








    Arbeitsmarktzahlen im Überblick

    Im Juni waren in Worms insgesamt 4.633 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 17 weniger als im Mai, aber 146 oder 3,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. 3.673 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 31 weniger als im Vormonat, aber 22 oder 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote verringerte sich von 7,9 auf 7,8 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Quote ebenfalls 7,8 Prozent betragen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften verlief vergleichsweise verhalten. Neu gemeldet wurden 188 Stellen, 9 weniger als im Mai und 19 oder 9,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Stellenbestand belief sich im Juni auf 1.116 Stellen, 18,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Von den 3.673 Arbeitslosen im Juni wurden 1.150 von der Arbeitsagentur und 2.523 vom Jobcenter Worms betreut. Der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit betraf hauptsächlich den Bereich des Jobcenters.

    Die Entwicklung auf den regionalen Arbeitsmärkten im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur verlief im Juni uneinheitlich. In der Städten Mainz und Worms ging die Arbeitslosigkeit leicht zurück. Die Arbeitslosenquote sank hier jeweils um 0,1 Prozent auf 5,1 bzw. 7,8 Prozent. In den Landkreisen Mainz-Bingen und Alzey-Worms blieben die Quoten unverändert bei 3,9 bzw. 4,0 Prozent.



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